Sonntag, 7. Dezember 2025

Eine Vision vom Frieden

Impuls zum 2. Adventsonntag, 7. Dezember 2025

Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des HERRN ruht auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. Und er hat sein Wohlgefallen an der Furcht des HERRN. Er richtet nicht nach dem Augenschein und nach dem Hörensagen entscheidet er nicht, sondern er richtet die Geringen in Gerechtigkeit und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt das Land mit dem Stock seines Mundes und tötet den Frevler mit dem Hauch seiner Lippen. Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften und die Treue der Gürtel um seine Lenden. Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie. Kuh und Bärin nähren sich zusammen, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter und zur Höhle der Schlange streckt das Kind seine Hand aus. Man tut nichts Böses und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des HERRN, so wie die Wasser das Meer bedecken. (Jes 11,1–9)

Der Prophet Jesaja stellt uns die Vision von einem Friedensreich vor Augen, in dem keine Gewalt mehr ausgeübt wird, in der der Schwache den Starken schützt, die Raubtiere und ihre Beute friedlich beisammen liegen. Das kann Hoffnung und Zuversicht stärken. In einer Welt, in der nur der unmittelbare Erfolg zählt, Geld und Ansehen, die möglichst gleich umgesetzt werden sollen, scheint es keinen Platz für solche Visionen zu geben. Dagegen richtet sich die zweite Verheißung. Es wird jemand kommen und im Geist Gottes handeln. Wo der Geist Gottes wirkt, kann sich die Gerechtigkeit durchsetzen. Dann werden die Schwachen und die Armen zu ihrem Recht kommen. Adventliche Hoffnung besteht darin, Jesus Christus zu erwarten, der uns den Frieden bringt, und in dieser Erwartung selbst für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten.

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