Mittwoch, 18. März 2026

Religion und Ideologie

Mittwoch der 4. Fastenwoche, 18. März 2026

Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Er antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen und ich wusch mich und jetzt sehe ich. Einige der Pharisäer sagten: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. (Joh 9,13–16)

Die Pharisäer stehen hier für die Verteidiger der richtigen Religion und ihrer Vorschriften. Der Sabbat ist für die jüdischen Glauben sehr wichtig, daher achten sie so genau darauf, so sehr, dass über die Vorschriften das Heil des Menschen, der bisher in Dunkelheit gelebt hat, in Vergessenheit gerät. So ist es immer, wenn aus der Religion oder einer bestimmten Haltung eine Ideologie wird. Dabei wird anderen die Berechtigung für ihr Tun abgesprochen. So entstehen Spaltungen, und die Not der Menschen, die die anderen brauchen, wird vergessen. Die Vierzig Tage sind eine gute Gelegenheit, die eigenen Ansichten zu hinterfragen und Spaltungen zu überwinden.

Dienstag, 17. März 2026

Das Heil bemerken

Dienstag der 4. Fastenwoche, 17. März 2026

Die Nachbarn und jene, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden? Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte sehen. Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht. (Joh 9,8–12)

Die Menschen in der Stadt kennen einander nicht sehr gut, aber doch. Daher fragen sie sich, ob er wirklich der ist, von dem sie schon wussten, dass er blind war und betteln musste. Sie reden zuerst über ihn, bevor sie ihn selbst fragen. Er gibt bereitwillig Auskunft und erzählt, was mit ihm geschehen ist. Offensichtlich ist er noch überwältigt von seiner Erfahrung. Denn er hat sich noch nicht gefragt, wer dieser Jesus wirklich ist oder wo er zu finden sei. Er hat das Augenlicht geschenkt bekommen und muss jetzt mit der Situation zurechtkommen. Oft passiert etwas Heilsames, das zunächst noch gar nicht bemerkt oder realisiert wird. Dann braucht es ein wenig Zeit und die Bereitschaft, sich darauf einzulassen.

Montag, 16. März 2026

Die heilsame Begegnung mit Jesus

Montag der 4. Fastenwoche, 16. März 2026

Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Das heißt übersetzt: der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. (Joh 9,6–7)

Nachdem Jesus mit seinen Jüngern über Sünde und Reinheit gesprochen hat, wendet er sich dem blinden Mann selbst zu. Er ist da für die, die ihn brauchen. Eine einfache Geste, eine Berührung der Augen und die Reinigung im Teich bringen die ersehnte Heilung. Der Mann kann wieder sehen. Die Begegnung mit Jesus ist heilsam. Wer seinem Beispiel folgt, kann selbst mit kleinen, liebevollen Gesten für andere ein bisschen Licht in ihre Finsternis bringen.


Sonntag, 15. März 2026

Blindheit und Heilung

Vierter Fastensonntag, 15. März 2026

Unterwegs sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst oder seine Eltern, sodass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden. Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. (Joh 9,1–5)

Die Evangelien erzählen mehrmals davon, dass Jesus blinde Menschen wieder sehend macht. Bei Johannes ist das mit einem Gespräch über den Glauben, die Sünde und Gottes Handeln verbunden. Ist die Blindheit eine Strafe für eine frühere Sünde?, so fragen die Jünger. Jesus weist diese seltsame Logik zurück. Die Blindheit der Augen ist keine Folge der Sünde. Sie gehört zur menschlichen Begrenztheit. Neben der körperlichen Einschränkung gibt es die Blindheit des Herzens, die aus der eigenen Selbstbezogenheit stammt. Jesus möchte beide heilen und die Menschen aus der Enge und der Finsternis herausführen.

Samstag, 14. März 2026

Zur Verkündigung berufen

Samstag der 3. Fastenwoche, 14. März 2026

Aus jener Stadt kamen viele Samariter zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Rede glauben wir, denn wir haben selbst gehört und wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt. (Joh 4,39–42)

Ohne es zu ahnen, ist die samaritische Frau zu einer erfolgreichen Verkünderin geworden. Auch wenn die Leute sagen, sie müssen Jesus erst selbst sehen und hören, war doch sie es, die zuerst die Initiative ergriffen hat. Jesus hat mit ihr gesprochen, ihre Perspektive und damit ihr Leben geändert und sie damit in den Dienst des Reiches Gottes genommen. Auch heute ist die Verkündigung notwendig. Sie kann dann gelingen, wenn die eigene Glaubenserfahrung überzeugend weitergegeben wird. Die Vierzig Tage laden dazu ein, sich selbst in der Verkündigung zu engagieren.

Freitag, 13. März 2026

Die Sendung Jesu

Freitag der 3. Fastenwoche, 13. März 2026

Währenddessen baten ihn seine Jünger: Rabbi, iss! Er aber sagte zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt. Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht? Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden. (Joh 4,31–34)

Die Jünger meinen es gut mit Jesus. Er soll essen, ein bisschen an sich selbst denken, damit er bei Kräften bleibt. Jesus spricht aber von etwas anderem, von einer Speise, die innere Stärke verleiht. Es ist wichtig, auf sich selbst, die Gesundheit und das Wohlergehen zu achten. Das ist aber zu wenig, wenn es nur äußerlich bleibt. Um das zu erfüllen, was Gott von uns will, ist auch die innere, geistliche Stärke wichtig. Jesus hat eine Aufgabe, eine Sendung zu erfüllen. Er muss nach Jerusalem gehen und wird dort gekreuzigt werden. Der Glaube ist nicht immer einfach, trotzdem muss er konsequent gelebt werden.

Donnerstag, 12. März 2026

Begegnung verändert das Leben

Donnerstag der 3. Fastenwoche, 12. März 2026

Die Frau sagte zu Jesus: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus heißt. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, der mit dir spricht. Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, doch keiner sagte: Was suchst du? oder: Was redest du mit ihr? Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen, kehrte zurück in die Stadt und sagte zu den Leuten: Kommt her, seht, da ist ein Mensch, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Christus? Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm. (Joh 4,25–30)

Die Begegnung mit Jesus verändert das Leben. Die samaritische Frau gibt eine richtige Antwort. Was Jesus dann sagt, geht darüber noch hinaus. Er ist gekommen, um ihr das zu verkünden, was für ihr Leben selbst wichtig ist. Auch wenn sie die ganze Tragweite noch nicht erfassen kann, geht sie in die Stadt, um den anderen davon zu erzählen. Die Jünger wundern sich, sagen aber lieber nichts. Allen ist gemeinsam, dass sie kommen und schauen wollen, was passiert. Es ist gut, darauf zu achten, was Jesus tut. Besser noch ist, sich von ihm mitnehmen zu lassen.