Mittwoch, 11. März 2026

Was ist richtig?

Mittwoch der 3. Fastenwoche, 11. März 2026

Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. (Joh 4,19–24)

Wie verhält man sich in der Religion richtig? Die Frau ist keine Expertin, weiß aber, was sich gehört. Sie kennt die religiösen Unterschiede zwischen Juden und Samaritern und sie erkennt Jesus als einen, der für den Glauben und die Religion steht. Die Streitpunkte wirken äußerlich: Welcher Ort ist der Richtige für das Gebet? Aber sie haben in den Auseinandersetzungen große Bedeutung. Bis heute fragen viele: Was ist richtig? Jesus geht aber darüber hinaus. Wesentlich ist, im Geist und in der Wahrheit Gott anzubeten. Die Äußerlichkeiten können dabei helfen, aber auch hinderlich sein. Die Vierzig Tage laden ein, sich auf das Wesentliche zu besinnen.

Dienstag, 10. März 2026

Was wirklich wichtig ist

Dienstag der 3. Fastenwoche, 10. März 2026

Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen! (Joh 4,13–14)

Jesus verspricht das Wasser des ewigen Lebens. Die Frau hört aber nur das, was im Moment für sie wichtig scheint, sie soll keinen Durst mehr haben und muss daher nicht mehr kommen, um mit großer Anstrengung Wasser zu schöpfen. Viele Menschen sehnen sich nach ein bisschen Erleichterung im Leben und haben dabei keinen Blick für das Größere, das Jesus ihnen anbietet. Ihr Anliegen ist gut und wertvoll. Jesus möchte aber mehr für sie und mehr für alle Menschen. Die Vierzig Tage geben die Gelegenheit, sich zu fragen: Was ist wirklich wichtig in meinem Leben? 


Montag, 9. März 2026

Hinter die Vorurteile blicken

Montag der 3. Fastenwoche, 9. März 2026

Die Samariterin sagte zu Jesus: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um etwas zu trinken bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? (Joh 4,9–12) 

Der Dialog der Samariterin mit Jesus beginnt wie erwartet. Was hat die Frau mit Jesus zu tun, in ihren Augen ist er ein Fremder. Es gehört sich nicht, miteinander zu reden oder gar etwas voneinander zu erwarten. Lieber würde man durstig bleiben. Jesus lenkt das Gespräch in eine andere Richtung. Die Frau soll ihre Vorurteile beiseite schieben, sonst kann sie nicht erkennen, wem sie hier begegnet. Bis jetzt war er nur irgendein fremder Mann, der sie angesprochen hat. Jetzt geht es um das lebendige Wasser und damit um etwas Wesentliches für ihr eigenes Leben. Bei ihrer Antwort klingt Skepsis durch: Was ist es, das Leben schenkt? Wer bist du, dass Du mehr möchtest, als wir bisher hatten? Vorurteile prägen ihr Leben und Denken. Die Vierzig Tage laden ein, die eigenen Vorurteile zu überdenken.
 

Sonntag, 8. März 2026

Begegnung am Brunnen

Dritter Fastensonntag, 8. März 2026

Jesus kam zu einer Stadt in Samarien, die Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. (Joh 4,5–8)

Der dritte Sonntag führt uns zum Jakobsbrunnen im Land der Samariter. Sie sind bei den Israeliten nicht angesehen. Zwar glauben sie an Gott, haben von der Heiligen Schrift zumindest die Fünf Bücher des Mose, doch wird ihr Glaube als ungenügend betrachtet. Jesus kommt bei einer Reise zu einem Heiligtum, das auch für die Israeliten wichtig ist. Es erinnert an den Stammvater Jakob und seinen Sohn Josef und damit an die enge Verbindung aller Gläubigen. An diesem Ort kommt es zu einer Begegnung mit einer Frau. Sie hat am Brunnen zu tun, möchte aber vielleicht mit anderen, noch dazu mit Fremden, nichts zu tun haben. Jesus spricht sie an und äußert eine einfache Bitte um Wasser.
Jesus tritt plötzlich und unerwartet in ihr Leben und verlangt nichts Spektakuläres. So ist es oft, wenn Jesus Menschen braucht.

Samstag, 7. März 2026

Der Glaube des anderen Sohnes

Samstag der 2. Fastenwoche, 7. März 2026

Der Vater antwortete dem älteren Sohn: Mein Kind, du bist immer bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber man muss doch ein Fest feiern und sich freuen; denn dieser, dein Bruder, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. (Lk 15,31–32)

Der verlorene Sohn ist zurückgekommen, zur Freude seines Vaters. Trotz aller Zweifel hat er darauf vertraut, dass der Vater ihn wieder aufnimmt. Deshalb wird ein Fest gefeiert. Für den älteren Sohn, der geblieben ist und sich um den Willen des Vaters bemüht hat, wirkt das wie eine Zumutung. Ist das nicht übertrieben, gleich ein Fest zu feiern? Was ist mit ihm und all denen, die treu geblieben sind? Für Gott zählt jeder Mensch, auch die, die nach langen Verirrungen wieder zurückkommen. Es gibt so viele Arten, zu glauben und den Willen Gottes zu erfüllen, wie es Menschen gibt. Auch wenn ich selbst von meinem Glauben überzeugt bin, habe ich kein Recht, über den Glauben der anderen zu urteilen.

Freitag, 6. März 2026

Die Perspektive Jesu

Freitag der 2. Fastenwoche, 6. März 2026

Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; vom Herrn ist das geschehen und es ist wunderbar in unseren Augen? Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die Früchte des Reiches Gottes bringt. (Mt 21,42–43)

Jesus spricht mit deutlichen Worten zu den Ältesten und Angesehenen in seinem Volk. Die Begegnung mit ihm ist eine Herausforderung, weil er verlangt, die Sichtweise zu verändern, das scheinbar Anstößige anzunehmen und sich ihm anzuschließen. Sie können ihm nicht folgen und sind überzeugt, das Richtige zu tun. Das war immer schon so, warum soll es jetzt nicht mehr gut sein? Auch von uns verlangt Jesus, seine Perspektive einzunehmen. Die Vierzig Tage sind eine gute Gelegenheit, sich wieder darauf einzulassen und die alten, eingefahrenen Positionen zu überdenken.

Donnerstag, 5. März 2026

Rückkehr in den Alltag

Donnerstag der 2. Fastenwoche, 5. März 2026

Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemandem von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist! (Mt 17,9)

Nach der Erfahrung am Berg steigen die Apostel mit Jesus wieder hinab und kehren zurück in den Alltag. Das ist nicht einfach. So viel haben sie gesehen und noch nicht verarbeitet. Jesus sagt, sie sollen darüber noch nicht reden. Gerne würden sie ihre Erfahrungen und ihr Unverständnis mit anderen teilen, aber jetzt müssen sie es bei sich behalten und Vertrauen zu Jesus haben. Die Vierzig Tage machen uns bewusst, dass nicht alles von vornherein klar ist. Manches muss erst reifen. Bis dahin gilt es, die Unsicherheit auszuhalten. Jesus spricht von Ostern, die Erwartung der Begegnung mit dem Auferstandenen gibt Zuversicht.