Mittwoch, 18. Februar 2026

Bewusst auf Ostern zugehen

Aschermittwoch, 18. Februar 2026

Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6,16–18)

Viele fasten, um abzunehmen, gesund zu sein oder aus anderen Motiven. Am Aschermittwoch fasten auch noch viele, weil es zu diesem Tag gehört. Sich einzuschränken, bewusst auf etwas zu verzichten, auf die eigene Ernährung zu achten ist sicher etwas Gutes. Zum Fasten wird das, wenn es auch mit einer inneren Erneuerung einhergeht. Wer um des eigenen Glaubens willen auf etwas verzichtet, kann sich auf etwas Neues vorbereiten. Wer nicht so sehr auf den Moment schaut, wird bewusster auf Ostern zugehen. Freilich geht es nicht um das Fasten selbst, sondern um die Erneuerung und darum, die eigene Umgebung wieder bewusster wahrzunehmen. Die anderen müssen nicht merken, dass ich faste, aber ich soll wieder genauer auf sie schauen.
 

Der Weg der Vierzig Tage mit dem Evangelium

Impulse zur Fastenzeit 2026

Die Zeit der Vorbereitung auf das Osterfest wird meist Fastenzeit, auch österliche Bußzeit genannt. Im Lateinischen heißt sie schlicht Quadragesima, die Zeit der 40 Tage. Werden die sechs Sonntage nicht mitgezählt, sind es genau 40 Tage von Aschermittwoch bis zur Osternacht. Die Zeit dient der Vorbereitung auf das Osterfest. Fasten gehört dazu, vor allem aber ist es eine Zeit zur Vertiefung des Glaubens.

Der Glaube ist nicht einfach in vollkommener Weise da, sondern er gleicht einem Weg, der das eigene Leben zu Gott hinführt. Die Evangelien der fünf Fastensonntage, besonders im heurigen Lesejahr A, markieren wesentliche Punkte auf diesem Weg des Glaubens. So sollen bei diesen Impulsen besonders Texte aus den Sonntagsevangelien leitend sein.

 

Donnerstag, 25. Dezember 2025

Die Freude der Hirten

Impuls zum Hochfest der Geburt unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus, 25. Dezember 2025


Und es geschah, als die Engel von ihnen in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat! So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war. (Lk 2,15–20)

Die Hirten leisten einen lebensnotwendigen Dienst, wenn sie die Herden behüten. Nahrung und Kleidung können so gewonnen werden, beides ist lebensnotwendig. Trotzdem stehen sie in der sozialen Rangordnung weit unten. Ihnen, den Einfachen, bringt der Engel die Botschaft von der Geburt des Kindes. Sie interessieren sich dafür, gehen hin und finden das Kind. So werden sie selbst zu Verkünderinnen und Verkündern. Die Geburt Jesu macht alles neu, auch die Gesellschaft. Die, die bisher am Rand gestanden sind, erfahren als Erste, was Gott Großes tut, an ihnen und der ganzen Welt. Ihnen wird zuerst der Weihnachtsfriede verheißen.


Mittwoch, 24. Dezember 2025

Licht für die Welt

Impuls zum 24. Dezember 2025, Heiliger Abend


Um Zions willen werde ich nicht schweigen, um Jerusalems willen nicht still sein, bis hervorbricht wie ein helles Licht seine Gerechtigkeit und sein Heil wie eine brennende Fackel. Dann sehen die Nationen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine Herrlichkeit. Man ruft dich mit einem neuen Namen, den der Mund des HERRN für dich bestimmt. Du wirst zu einer prächtigen Krone in der Hand des HERRN, zu einem königlichen Kopfschmuck in der Hand deines Gottes. (Jes 62,1–3)

Weihnachten wird zur Zeit der Wintersonnenwende gefeiert, wenn die Nächte am längsten sind. Licht ist für uns Menschen sehr wichtig, in der dauernden Finsternis können wir nicht sein. Auch die menschliche Finsternis, wo Menschen einander feindlich gesinnt sind, wo Verzweiflung herrscht, bedroht das Leben. Die Geburt des Kindes bringt Licht in diese Finsternis und lädt uns ein, dunkle Räume zu erhellen. Die aus dem Glauben und der Erwartung des Kommens Gottes leben, können Licht in die Dunkelheiten des Lebens bringen, ihr eigenes Herz hell machen und damit auch anderen einen Funken Hoffnung geben.


Dienstag, 23. Dezember 2025

Gottesbegegnung als Konfrontation

Impuls zum Dienstag der 4. Adventswoche, 23. Dezember 2025


Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen. Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer des Schmelzers und wie die Lauge der Walker. Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem HERRN die richtigen Opfer darbringen. Und dem HERRN wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren. (Mal 3,1–4)

Es gibt Zeichen, die auf etwas hindeuten, und dann ist es doch überraschend soweit: Der Herr kommt selbst. Wenn Gott in die Welt kommt, ist das eine Freude und doch nicht harmlos. Das Kind ist eine Herausforderung, weil es die herrschenden Strukturen in Frage stellt. Ebenso ist es eine Herausforderung, wenn Gott plötzlich in mein Leben eintritt. Dabei muss ich mich dabei selber in Frage stellen. An Weihnachten geht es vielen Menschen so. Sie sind plötzlich mit sich selbst konfrontiert. Das ist schwierig und doch heilsam. Die Botschaft des Propheten ist: Wer sich auf Gott einlässt, wird den richtigen, den guten Weg finden.


Montag, 22. Dezember 2025

Ein Danklied für den Herrn

Impuls zum Montag der 4. Adventswoche, 22. Dezember 2025


Hanna betete. Sie sagte: Mein Herz ist voll Freude über den HERRN, erhöht ist meine Macht durch den HERRN. Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Feinde; denn ich freue mich über deine Hilfe. Keiner ist heilig wie der HERR; denn außer dir ist keiner; keiner ist ein Fels wie unser Gott. Der HERR macht tot und lebendig, er führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf. Der HERR macht arm und macht reich, er erniedrigt und er erhöht. Den Schwachen hebt er empor aus dem Staub und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt; er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, einen Ehrenplatz weist er ihm zu. Ja, dem HERRN gehören die Pfeiler der Erde; auf sie hat er den Erdkreis gegründet. (1 Sam 2,1–2.6–8)

Hanna hat ein Kind geschenkt bekommen und singt ein Danklied. Gott schenkt das Leben und gibt das Notwendige dazu. Es gibt genug Gründe für die Dankbarkeit. Wenn Menschen im Überfluss leben, vergessen sie das leicht, halten alles für selbstverständlich und fordern ihr vermeintliches Recht ein. Auf Gott, den Schöpfer der Welt und Urheber meines Lebens, zu vertrauen, ist kein naiver Fatalismus. Die Haltung der Dankbarkeit, die daraus folgt, sieht zuerst das Gute, das geschieht, und nicht das, was noch fehlt. Wer in einer solchen Haltung lebt, kann mit Freude auf das Fest des Kommens Jesu zugehen.


Sonntag, 21. Dezember 2025

Der Mut des Gerechten

Impuls zum 4. Adventsonntag, 21. Dezember 2025


Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. (Mt 1,18–21)

Josef ist gerecht, aber furchtsam. Er möchte Maria nicht bloßstellen und daher eine unauffällige Lösung finden. Gott aber braucht den Mut des Gerechten. Die Botschaft der Geburt Jesu ist anspruchsvoll. Josef wird in seinem Glauben gefordert und nimmt den Auftrag Gottes an. Jesus kann in die Welt kommen, empfangen und begleitet von Maria und Josef. Der Glaube, den Jesus verkündet, ist anspruchsvoll. Damit das Reich Gottes in die Welt kommen und Jesus den Menschen begegnen kann, werden Gläubige gebraucht, die mutig für ihren Glauben eintreten und auch anderen die Begegnung mit Jesus eröffnen.