Samstag, 7. März 2026

Der Glaube des anderen Sohnes

Samstag der 2. Fastenwoche, 7. März 2026

Der Vater antwortete dem älteren Sohn: Mein Kind, du bist immer bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber man muss doch ein Fest feiern und sich freuen; denn dieser, dein Bruder, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. (Lk 15,31–32)

Der verlorene Sohn ist zurückgekommen, zur Freude seines Vaters. Trotz aller Zweifel hat er darauf vertraut, dass der Vater ihn wieder aufnimmt. Deshalb wird ein Fest gefeiert. Für den älteren Sohn, der geblieben ist und sich um den Willen des Vaters bemüht hat, wirkt das wie eine Zumutung. Ist das nicht übertrieben, gleich ein Fest zu feiern? Was ist mit ihm und all denen, die treu geblieben sind? Für Gott zählt jeder Mensch, auch die, die nach langen Verirrungen wieder zurückkommen. Es gibt so viele Arten, zu glauben und den Willen Gottes zu erfüllen, wie es Menschen gibt. Auch wenn ich selbst von meinem Glauben überzeugt bin, habe ich kein Recht, über den Glauben der anderen zu urteilen.

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