Freitag der 5. Fastenwoche, 27. März 2026
Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen. Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. (Joh 11,31–38)Die innige Beziehung von Maria und Marta zu Jesus bleibt nicht verborgen. Sie ist keine Privatsache. Die Menschen gehen mit und sehen, was passiert. Sie bemerken, wie Jesus um seinen Freund trauert. In die Anerkennung der Liebe Jesu zu den Seinen mischt sich der Zweifel: Wieso war er nicht da, als es passierte? Er hätte doch helfen können. Dann sehen sie, wie Jesus zum Grab des Freundes geht. Der Glaube ist nie nur privat, sondern eine gemeinsame Angelegenheit, die nach außen wirkt. Dazu muss er nicht vollkommen sein. Zweifel gehören zum Glauben. Wer sich ehrlich damit auseinandersetzt, kann dabei im Glauben wachsen. Maria und Marta führen Jesus zum Grab. Sie lassen ihn in ihr Leben. Wer ehrlich glaubt, auch mit Zweifeln, wird Gott in das eigene Leben einlassen.

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