Donnerstag, 19. März 2026

Die Macht des Vorurteils

Donnerstag der 4. Fastenwoche, Hl. Josef, 19. März 2026

Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehe. Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden? (Joh 9,24–27)

Die Pharisäer haben sich ernsthaft und intensiv mit Jesus beschäftigt. Sie reden dabei über ihn, nicht mit ihm. Die Erfahrung des geheilten Mannes passt nicht in ihre Vorstellung. Deshalb fragen sie ihn noch einmal und machen dabei deutlich, was sie von Jesus halten: Wer so handelt, muss ein Sünder sein. Sie haben ihr Urteil bereits getroffen. Der Mann hingegen bleibt vorsichtig. Er schildert nur das, worüber er sich ganz sicher ist. Er möchte sich nicht selbst in Schwierigkeiten bringen, aber auch an der Vorverurteilung Jesu nicht mitwirken. Heute werden sehr viele vorschnelle Urteile über andere gefällt, im Gespräch über andere oder in den digitalen Medien. Umkehr bedeutet, vorsichtig zu bleiben und nicht über andere zu urteilen.

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