Sonntag, 5. April 2026

Die Osterfreude weitergeben

Ostersonntag, 5. April 2026

Nach dem Sabbat, beim Anbruch des ersten Tages der Woche, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot. Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag! Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Sogleich verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude und sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen. (Mt 28,1–10)

Am ersten Tag der Woche, am Sonntag, ist alles neu. Eigentlich kommen sie, um dem Toten noch die Ehre zu erweisen, doch alles ist anders. Die Auferstehung selbst wird nicht geschildert, niemand war dabei. Die Frauen sehen die Folgen: Die Erde erbebt, der Stein wird weggerückt, das Grab ist leer und ein Engel deutet das Geschehen. Es ist überwältigend und doch nur im Glauben zu verstehen. Auf das Wort des Engels hin machen sie sich auf den Weg nach Galiläa. Dort sehen sie den Auferstandenen. Die Osterfreude wird für diejenigen spürbar, die sich auf das Wort des Engels einlassen und dem Ruf folgen. Sie erfahren Jesus, den Auferstandenen und können die Freude weitergeben: Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja!

Samstag, 4. April 2026

In der Hand Gottes

Karsamstag, 4. April 2026

Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef; auch er war ein Jünger Jesu. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, ihm den Leichnam zu überlassen. Josef nahm den Leichnam und hüllte ihn in ein reines Leinentuch. Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in einen Felsen hatte hauen lassen. Er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg. Auch Maria aus Magdala und die andere Maria waren dort; sie saßen dem Grab gegenüber. (Mt 27,57–61)

Wenn die Toten nicht mehr geehrt werden, ist die Humanität in Frage gestellt. Josef von Arimathäa kann nicht viel für Jesus tun, aber er kann für ein würdiges Begräbnis sorgen. Er stellt sogar sein eigenes Grab zur Verfügung. Von den vielen, die Jesus nachgegangen sind, bleiben nur zwei Frauen über. Der Karsamstag ist geprägt von der Trauer über den Verlust, ein stiller Tag. Doch das Grab wird zum Zeichen des neuen Lebens und zu einem Ort der Hoffnung. Damit die Auferstehung geschehen kann, muss Jesus zuerst zu den Toten gehen, um sie zum Leben zu führen. Die Hoffnung ist lebendig, wenn das Leben in die Hand Gottes gelegt wird.

Freitag, 3. April 2026

Das Zeichen des Sieges

Karfreitag, 3. April 2026

Von der sechsten Stunde an war Finsternis über dem ganzen Land bis zur neunten Stunde. Um die neunte Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: Er ruft nach Elija. Sogleich lief einer von ihnen hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab Jesus zu trinken. Die anderen aber sagten: Lass, wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihm hilft. Jesus aber schrie noch einmal mit lauter Stimme. Dann hauchte er den Geist aus. Und siehe, der Vorhang riss im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich. Die Gräber öffneten sich und die Leiber vieler Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt. Nach der Auferstehung Jesu verließen sie ihre Gräber, kamen in die Heilige Stadt und erschienen vielen. Als der Hauptmann und die Männer, die mit ihm zusammen Jesus bewachten, das Erdbeben bemerkten und sahen, was geschah, erschraken sie sehr und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn war dieser! (Mt 27,45–54)

Jesus von Gott verlassen – die Vorstellung ist unerträglich. Was passiert, wenn er, der Gott, dem Vater, so nahe ist, wie niemand sonst, von Gott verlassen ist? Jesus geht so weit, wie der Sohn Gottes nur gehen kann. Er geht dorthin, wo Gott fern ist, um alle zu erreichen, wie weit sie auch von Gott weg sein mögen. Sein Tod verändert die Welt und die Geschichte. Jesus ist gestorben, um alle Menschen zu versöhnen und zu Gott zurückzuführen. Das Allerheiligste im Tempel ist jetzt nicht mehr verhüllt. Alle können Gott dort begegnen. Die Soldaten, die Peiniger Jesu, bemerken es: Dieser war mehr als nur ein Mensch. Er war Gottes Sohn. Das Kreuz ist kein Schmuckstück, kein kulturelles Symbol, sondern das Zeichen des Sieges über Sünde und Tod. Der Karfreitag erinnert daran, das Kreuz bewusst zu ehren und im Leben zu tragen.

Donnerstag, 2. April 2026

Quelle des Glaubens

Gründonnerstag, 2. April 2026

Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sagte: Trinkt alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von dieser Frucht des Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von Neuem davon trinke im Reich meines Vaters. (Mt 26,26–29)

Das gemeinsame Mahl ist die höchste Form der Gemeinschaft. Jesus teilt mit den Jüngern das Brot und den Wein. Es ist ein Abschied und zugleich etwas ganz Neues. Jesus gibt sich selbst für die Erlösung, die Versöhnung der ganzen Welt. Jede Eucharistiefeier nimmt alle, die mitfeiern, in das Opfer Jesu mit hinein und baut sie zur Gemeinschaft, zum Volk Gottes auf. Sie stärkt die Hoffnung, weil sie etwas von der Herrlichkeit spüren lässt, in die Jesus die Seinen führen will. Am Abend des Gründonnerstags sind wir eingeladen, die Eucharistie bewusst zu feiern und als Quelle des Glaubens und der Hoffnung zu erfahren.

Mittwoch, 1. April 2026

Nahe bei den Leidenden

Mittwoch der Karwoche, 1. April 2026

Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Mantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an. Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen. Auf dem Weg trafen sie einen Mann aus Kyrene namens Simon; ihn zwangen sie, sein Kreuz zu tragen. So kamen sie an den Ort, der Golgota genannt wird, das heißt Schädelhöhe. Und sie gaben ihm Wein zu trinken, der mit Galle vermischt war; als er aber davon gekostet hatte, wollte er ihn nicht trinken. Nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los über sie warfen. Dann setzten sie sich nieder und bewachten ihn dort. (Mt 27,31–36)

Sie führen Jesus zur Kreuzigung. Er muss sein Kreuz selbst tragen, ist aber schon geschwächt, dass ein anderer gezwungen wird, ihm zu helfen. Jesus bekommt bitteren Wein zu trinken. Seine Kleidung wird ihm genommen und damit seine Würde, bevor er ans Kreuz geschlagen wird. In wenigen Worten schildert der Evangelist die ganze Grausamkeit der Hinrichtung bis hin zur Gleichgültigkeit der Peiniger. Für sie ist es eine Aufgabe wie jede andere. Jesus wird im Tod solidarisch mit allen Verfolgten, Gequälten, Gefolterten und Hingerichteten. Sein Leid bringt ihn ganz nahe zu allen anderen Leidenden. Durch die Auferstehung ist das Kreuz aus einem Zeichen der Grausamkeit zum Sinnbild des neuen Lebens geworden. Seine Passion ist eine Aufforderung, mit den Leidenden dieser Welt solidarisch zu sein.