Vierter Fastensonntag, 15. März 2026
Unterwegs sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst oder seine Eltern, sodass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden. Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. (Joh 9,1–5)Die Evangelien erzählen mehrmals davon, dass Jesus blinde Menschen wieder sehend macht. Bei Johannes ist das mit einem Gespräch über den Glauben, die Sünde und Gottes Handeln verbunden. Ist die Blindheit eine Strafe für eine frühere Sünde?, so fragen die Jünger. Jesus weist diese seltsame Logik zurück. Die Blindheit der Augen ist keine Folge der Sünde. Sie gehört zur menschlichen Begrenztheit. Neben der körperlichen Einschränkung gibt es die Blindheit des Herzens, die aus der eigenen Selbstbezogenheit stammt. Jesus möchte beide heilen und die Menschen aus der Enge und der Finsternis herausführen.

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