Donnerstag, 25. Dezember 2025

Die Freude der Hirten

Impuls zum Hochfest der Geburt unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus, 25. Dezember 2025


Und es geschah, als die Engel von ihnen in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat! So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war. (Lk 2,15–20)

Die Hirten leisten einen lebensnotwendigen Dienst, wenn sie die Herden behüten. Nahrung und Kleidung können so gewonnen werden, beides ist lebensnotwendig. Trotzdem stehen sie in der sozialen Rangordnung weit unten. Ihnen, den Einfachen, bringt der Engel die Botschaft von der Geburt des Kindes. Sie interessieren sich dafür, gehen hin und finden das Kind. So werden sie selbst zu Verkünderinnen und Verkündern. Die Geburt Jesu macht alles neu, auch die Gesellschaft. Die, die bisher am Rand gestanden sind, erfahren als Erste, was Gott Großes tut, an ihnen und der ganzen Welt. Ihnen wird zuerst der Weihnachtsfriede verheißen.


Mittwoch, 24. Dezember 2025

Licht für die Welt

Impuls zum 24. Dezember 2025, Heiliger Abend


Um Zions willen werde ich nicht schweigen, um Jerusalems willen nicht still sein, bis hervorbricht wie ein helles Licht seine Gerechtigkeit und sein Heil wie eine brennende Fackel. Dann sehen die Nationen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine Herrlichkeit. Man ruft dich mit einem neuen Namen, den der Mund des HERRN für dich bestimmt. Du wirst zu einer prächtigen Krone in der Hand des HERRN, zu einem königlichen Kopfschmuck in der Hand deines Gottes. (Jes 62,1–3)

Weihnachten wird zur Zeit der Wintersonnenwende gefeiert, wenn die Nächte am längsten sind. Licht ist für uns Menschen sehr wichtig, in der dauernden Finsternis können wir nicht sein. Auch die menschliche Finsternis, wo Menschen einander feindlich gesinnt sind, wo Verzweiflung herrscht, bedroht das Leben. Die Geburt des Kindes bringt Licht in diese Finsternis und lädt uns ein, dunkle Räume zu erhellen. Die aus dem Glauben und der Erwartung des Kommens Gottes leben, können Licht in die Dunkelheiten des Lebens bringen, ihr eigenes Herz hell machen und damit auch anderen einen Funken Hoffnung geben.


Dienstag, 23. Dezember 2025

Gottesbegegnung als Konfrontation

Impuls zum Dienstag der 4. Adventswoche, 23. Dezember 2025


Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen. Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer des Schmelzers und wie die Lauge der Walker. Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem HERRN die richtigen Opfer darbringen. Und dem HERRN wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren. (Mal 3,1–4)

Es gibt Zeichen, die auf etwas hindeuten, und dann ist es doch überraschend soweit: Der Herr kommt selbst. Wenn Gott in die Welt kommt, ist das eine Freude und doch nicht harmlos. Das Kind ist eine Herausforderung, weil es die herrschenden Strukturen in Frage stellt. Ebenso ist es eine Herausforderung, wenn Gott plötzlich in mein Leben eintritt. Dabei muss ich mich dabei selber in Frage stellen. An Weihnachten geht es vielen Menschen so. Sie sind plötzlich mit sich selbst konfrontiert. Das ist schwierig und doch heilsam. Die Botschaft des Propheten ist: Wer sich auf Gott einlässt, wird den richtigen, den guten Weg finden.


Montag, 22. Dezember 2025

Ein Danklied für den Herrn

Impuls zum Montag der 4. Adventswoche, 22. Dezember 2025


Hanna betete. Sie sagte: Mein Herz ist voll Freude über den HERRN, erhöht ist meine Macht durch den HERRN. Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Feinde; denn ich freue mich über deine Hilfe. Keiner ist heilig wie der HERR; denn außer dir ist keiner; keiner ist ein Fels wie unser Gott. Der HERR macht tot und lebendig, er führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf. Der HERR macht arm und macht reich, er erniedrigt und er erhöht. Den Schwachen hebt er empor aus dem Staub und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt; er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, einen Ehrenplatz weist er ihm zu. Ja, dem HERRN gehören die Pfeiler der Erde; auf sie hat er den Erdkreis gegründet. (1 Sam 2,1–2.6–8)

Hanna hat ein Kind geschenkt bekommen und singt ein Danklied. Gott schenkt das Leben und gibt das Notwendige dazu. Es gibt genug Gründe für die Dankbarkeit. Wenn Menschen im Überfluss leben, vergessen sie das leicht, halten alles für selbstverständlich und fordern ihr vermeintliches Recht ein. Auf Gott, den Schöpfer der Welt und Urheber meines Lebens, zu vertrauen, ist kein naiver Fatalismus. Die Haltung der Dankbarkeit, die daraus folgt, sieht zuerst das Gute, das geschieht, und nicht das, was noch fehlt. Wer in einer solchen Haltung lebt, kann mit Freude auf das Fest des Kommens Jesu zugehen.


Sonntag, 21. Dezember 2025

Der Mut des Gerechten

Impuls zum 4. Adventsonntag, 21. Dezember 2025


Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. (Mt 1,18–21)

Josef ist gerecht, aber furchtsam. Er möchte Maria nicht bloßstellen und daher eine unauffällige Lösung finden. Gott aber braucht den Mut des Gerechten. Die Botschaft der Geburt Jesu ist anspruchsvoll. Josef wird in seinem Glauben gefordert und nimmt den Auftrag Gottes an. Jesus kann in die Welt kommen, empfangen und begleitet von Maria und Josef. Der Glaube, den Jesus verkündet, ist anspruchsvoll. Damit das Reich Gottes in die Welt kommen und Jesus den Menschen begegnen kann, werden Gläubige gebraucht, die mutig für ihren Glauben eintreten und auch anderen die Begegnung mit Jesus eröffnen.  


Samstag, 20. Dezember 2025

Das Zeichen des Immanuel

Impuls zum Samstag der 3. Adventswoche, 20. Dezember 2025


Der HERR sprach weiter zu Ahas und sagte: Erbitte dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott, tief zur Unterwelt oder hoch nach oben hin! Ahas antwortete: Ich werde um nichts bitten und den HERRN nicht versuchen. Da sagte er: Hört doch, Haus Davids! Genügt es euch nicht, Menschen zu ermüden, dass ihr auch noch meinen Gott ermüdet? Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau hat empfangen, sie gebiert einen Sohn und wird ihm den Namen Immanuel geben. (Jes 7,10–14)

Es gibt Zeichen der Zeit, denen wir folgen sollten. König Ahas möchte kein Zeichen, weil er bei dem bleiben will, das schon da ist. Viele wollen vor allem nichts an ihrem Leben ändern. Alles soll so bleiben, wie es ist. Wer aber in der Erwartung des Herrn lebt, ist bereit für das Neue, ohne dabei das Bisherige zu verachten. Das Gute, das wir jetzt schon haben, lässt sich nur bewahren, wenn wir bereit sind, damit weiterzugehen. Dann können wir dem Immanuel begegnen, dem Gott mit uns.


Freitag, 19. Dezember 2025

Der Wegbereiter

Impuls zum Freitag der 3. Adventswoche, 19. Dezember 2025


Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben. Du wirst dich freuen und jubeln und viele werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein und berauschende Getränke wird er nicht trinken und schon vom Mutterleib an wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein. Viele Kinder Israels wird er zum Herrn, ihrem Gott, hinwenden. Er wird ihm mit dem Geist und mit der Kraft des Elija vorangehen, um die Herzen der Väter den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zu gerechter Gesinnung zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen. (Lk 1,13–17)

Johannes der Täufer ist der Wegbereiter. Er bereitet die, die ihm folgen, für die Begegnung mit dem Herrn vor, indem er sie auf neue Wege führt. Die Freude des Advent besteht darin, das Neue auf dem Weg zur Begegnung mit Jesus zu erfahren. Dieses Programm klingt allerdings nicht fröhlich. Da ist kein Fest, sondern Nüchternheit. Sie ist nötig, um wieder klar zu sehen, sich einander aufs Neue zuzuwenden und gemeinsam weiterzugehen. Es gibt immer wieder Wegbereiter wie Johannes, die Menschen zusammenführen und ihnen neue Wege zeigen.


Donnerstag, 18. Dezember 2025

Mehr Gerechtigkeit in der Welt

Impuls zum Donnerstag der 3. Adventswoche, 18. Dezember 2025


Siehe, Tage kommen – Spruch des HERRN –, da werde ich für David einen gerechten Spross erwecken. Er wird als König herrschen und weise handeln und Recht und Gerechtigkeit üben im Land. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden, Israel kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Der HERR ist unsere Gerechtigkeit. (Jer 23,5–6)

Es gibt viel Ungerechtigkeit in der Welt. Menschen werden von anderen ausgenutzt, Bevölkerungsgruppen benachteiligt, Länder und Kontinente ausgebeutet. Die eigene Machtlosigkeit wird deutlich. Der Prophet spricht davon, dass die Ungerechtigkeit beendet wird, weil Gott jemanden schickt, der den Unterdrückten wieder Recht verschafft. Aus der Erwartung Jesu heraus sollen wir selbst zu mehr Gerechtigkeit in der Welt beitragen.


Mittwoch, 17. Dezember 2025

Eintreten für die Gerechtigkeit

Impuls zum Mittwoch der 3. Adventswoche, 17. Dezember 2025


Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, dem Königssohn gib dein gerechtes Walten. Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit und deine Elenden durch rechtes Urteil. Dann tragen die Berge Frieden für das Volk und die Hügel Gerechtigkeit. Er schaffe Recht den Elenden des Volks, er rette die Kinder der Armen, er zermalme die Unterdrücker. (Ps 72,1–4)

Wenige sind heute bereit, ein öffentliches Amt zu übernehmen. Doch die Welt braucht Frauen und Männer, die sich für die Gerechtigkeit und die Weiterentwicklung der Gesellschaft einsetzen, im Großen wie im Kleinen. Wer in der Erwartung des Herrn lebt, kann das Unrecht nicht hinnehmen, sondern wird für die Armen einstehen und gegen die Unterdrücker auftreten. Die Welt braucht solche adventliche Menschen.


Dienstag, 16. Dezember 2025

Demütig und arm

Impuls zum Dienstag der 3. Adventswoche, 16. Dezember 2025


Ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk. Sie werden Zuflucht suchen beim Namen des HERRN als der Rest von Israel. Sie werden kein Unrecht mehr tun und nicht mehr lügen, in ihrem Mund findet man keine trügerische Rede mehr. Ja, sie gehen friedlich auf die Weide und niemand schreckt sie auf, wenn sie ruhen. (Zef 3,12–13)

Der Prophet verspricht keine glanzvolle Zukunft. Der Rest, der noch bleibt, wird demütig und arm sein. Viele Bereiche der Kirche und der Gesellschaft sind vom Rückgang geprägt. Der frühere Glanz ist nicht mehr zu sehen, wo früher viele waren, sind es nur einige. Manche verstehen das Wort vom Rest als Auftrag, sich von der Welt abzukapseln, aber das ist nicht gemeint. Eine demütige und arme Kirche soll sich nicht auf den Erhalt von Macht und Glanz konzentrieren, sondern kann das Kommen Gottes erwarten, das Gute tun und so ein überzeugendes Beispiel geben.


Montag, 15. Dezember 2025

Geduld für das Gute

Impuls zum Montag der 3. Adventswoche, 15. Dezember 2025


Darum, Brüder und Schwestern, haltet geduldig aus bis zur Ankunft des Herrn! Siehe, auch der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde, er wartet geduldig auf sie, bis Frühregen oder Spätregen fällt. Ebenso geduldig sollt auch ihr sein; macht eure Herzen stark, denn die Ankunft des Herrn steht nahe bevor. Klagt nicht übereinander, Brüder und Schwestern, damit ihr nicht gerichtet werdet! Seht, der Richter steht schon vor der Tür. Brüder und Schwestern, im Leiden und in der Geduld nehmt euch die Propheten zum Vorbild, die im Namen des Herrn gesprochen haben! (Jak 5,7–10)

Geduld ist heute nicht sehr beliebt. Viele sind ungeduldig, wollen nicht warten, sondern alles sofort haben. Wir sind gewöhnt, Getreide, Obst und Gemüse das ganze Jahr über zu bekommen. Auch exotische Früchte können leicht jederzeit gekauft werden. Den meisten Menschen bei uns fehlt die Erfahrung, auf die Ernte zu warten. Das Gute kommt nicht immer sofort und kann auch nicht erzwungen werden. Wer aus der Erwartung des Kommens Christi lebt, wird geduldiger mit der Welt, mit den anderen und sich selbst sein. Die adventliche Haltung eröffnet einen neuen Blick und stärkt das Herz. So eröffnet sie den Raum, in dem das Gute wachsen kann.


Sonntag, 14. Dezember 2025

Auf das Heil der Menschen kommt es an

Impuls zum 3. Adventsonntag, 14. Dezember 2025


Johannes hörte im Gefängnis von den Taten des Christus. Da schickte er seine Jünger zu ihm und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten? Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt. (Mt 11,2–6)

Auf die Frage des Täufers antwortet Jesus: Seht, was geschehen ist. Bildet euch selbst ein Urteil. So oft werden klare Aussagen verlangt. Die anderen sollen sich deklarieren. Für Jesus aber ist nicht zuerst das gesprochene Wort, sondern das Heil der Menschen wichtig. Das Evangelium ist besonders für die Armen und Kranken da. Ihnen begegnet Jesus liebevoll. Johannes hat die Umkehr gepredigt. Jesus nimmt das auf und führt es weiter. Der Glaube ist wichtig, ebenso die Rede davon. Wichtiger noch ist die Tat: Habe ich mich für die Nächsten eingesetzt, den Einsamen ein gutes Wort gesagt, die Not zu lindern versucht? Die Erwartung Jesu verlangt, selbst das Gute zu tun. 


Samstag, 13. Dezember 2025

Gottes Gegenwart gibt Kraft

Impuls zum Samstag der 2. Adventswoche, 13. Dezember 2025


Gott der Heerscharen, kehre doch zurück, blicke vom Himmel herab und sieh, sorge für diesen Weinstock! Beschütze, was deine Rechte gepflanzt hat, und den Sohn, den du dir stark gemacht! Deine Hand sei über dem Mann zu deiner Rechten, über dem Menschensohn, den du dir stark gemacht. Wir werden nicht von dir weichen. Belebe uns und wir rufen deinen Namen an. HERR, Gott der Heerscharen, stelle uns wieder her, lass dein Angesicht leuchten und wir sind gerettet. (Ps 80,15–16.18–19)

Manchmal scheint die Welt von Gott verlassen. In einer solchen Situation wird in diesem Psalm Gott leidenschaftlich angefleht, er möge doch wieder auf die Menschen schauen. In der Verzweiflung können und sollen wir Gott anrufen. Verbunden damit ist hier die Zusage, ihm treu bleiben zu wollen. Das aus dem Glauben gewachsene Bewusstsein, dass Gott die Welt, die Menschen, mich selbst geschaffen hat und im Dasein erhält, kann festen Halt geben. Wo die Gotteserfahrung lebendig ist, da wird der Glaube zu einer Kraftquelle für den Alltag. Mit Gott kann ich zuversichtlich meinen Weg gehen.


Freitag, 12. Dezember 2025

Jetzt ist die Zeit

Impuls zum Freitag der 2. Adventswoche, 12. Dezember 2025


Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf den Marktplätzen sitzen und anderen zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte gespielt und ihr habt nicht getanzt; wir haben die Totenklage angestimmt und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. Denn Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht und sie sagen: Er hat einen Dämon. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt und sie sagen: Siehe, ein Fresser und Säufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch ihre Taten Recht bekommen. (Mt 11,16–19)

Wann ist der richtige Zeitpunkt? So fragen viele und warten dann lieber ab, statt selbst aktiv zu werden. Und viele sehen gerne die Fehler der anderen. Sie kritisieren, statt selbst etwas beizutragen. Solche Situationen spricht Jesus in dieser Mahnung an. Es ist leicht, sich treiben zu lassen, abzuwarten, auf die anderen zu schauen und deren vermeintliche Schwächen zu kritisieren, ohne selbst etwas zu tun. Jesus aber sagt: Jetzt ist es Zeit, zu handeln. In der adventlichen Erwartung zu leben bedeutet nicht, die Hände in den Schoß zu legen, sondern jetzt, hier und heute das Gute zu tun.


Donnerstag, 11. Dezember 2025

Wasser in der Wüste

Impuls zum Donnerstag der 2. Adventswoche, 11. Dezember 2025


Auf den kahlen Hügeln lasse ich Ströme hervorbrechen und Quellen inmitten der Täler. Ich mache die Wüste zum Wasserteich und das ausgetrocknete Land zu sprudelnden Wassern. In der Wüste pflanze ich Zedern, Akazien, Ölbäume und Myrten. In der Steppe setze ich Zypressen, Platanen und auch Eschen, damit alle sehen und erkennen, begreifen und verstehen, dass die Hand des HERRN dies gemacht hat, dass der Heilige Israels es erschaffen hat. (Jes 41,18–20)

Die richtige Menge an Regen ist notwendig, damit die Erde reiche Frucht hervorbringen kann. Die Veränderungen des Klimas machen uns wieder neu bewusst, wie abhängig wir Menschen davon sind. Wir brauchen die Früchte der Erde als Nahrung für den Körper. Und wir brauchen Nahrung für die Seele. Diese fehlt dann, wenn das Klima des Miteinander nicht mehr gut ist, wenn Egoismus und Selbstsucht den Blick auf die anderen verhindern. In all diesen Wüsten verspricht Gott frisches Wasser. Advent ist die Gelegenheit, nicht nur abzuwarten, sondern selbst aktiv etwas für ein gutes Leben miteinander zu tun.


Mittwoch, 10. Dezember 2025

Jesus schenkt eine Pause

Impuls zum Mittwoch der 2. Adventswoche, 10. Dezember 2025


Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. (Mt 11,28–30)

Die Adventszeit ist vielfach von Hektik geprägt. Da ist wenig Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen. Auch im übrigen Jahr erfahren viele Menschen ihr Leben so. Ständig wird Leistung verlangt, auch die sogenannte Freizeit ist geprägt von Events und Anforderungen. Jesu Worte sind dazu ein Gegenprogramm. Er verspricht Ruhe. Wörtlich heißt es: Ich will euch eine Pause schenken. Das kann nur bei denen gelingen, die Momente der Ruhe auch zulassen. Der Advent bietet dafür die Gelegenheit.


Dienstag, 9. Dezember 2025

Der Weg durch die Wüste

Impuls zum Dienstag der 2. Adventswoche, 9. Dezember 2025


Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben. Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN, alles Fleisch wird sie sehen. Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen. (Jes 40,3–5)

Wüstenerfahrungen kennen viele Menschen. Oft scheint das eigene Leben wie eine Wüste zu sein, unwirtlich, leer und ohne Orientierung. Dann ist es wichtig, sich aufzumachen, einen neuen Weg zu gehen. Die Erwartung eines Zieles, die Hoffnung auf die Begegnung mit Jesus gibt Kraft zum Weitergehen. Sie lässt uns Widerstände überwinden, Hindernisse beseitigen und gerade nach vorne gehen. Die Stimme in der Wüste ruft auch in diesem Advent. Es kommt auf uns an, sie in all der Hektik und dem Lärm nicht zu überhören.


Montag, 8. Dezember 2025

Handeln aus der Gnade

Impuls zum Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, am Montag der 2. Adventswoche, 8. Dezember 2025

 

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. (Lk 1,28–33)

Bei der Berufung sagt der Engel, der Bote Gottes, der ihr den Auftrag überbringt, das rätselhafte Wort: du Begnadete. Maria ist erfüllt von der Gnade. Gott verlangt viel von ihr. Dafür hat er sie durch die Gnade vorbereitet. Die katholische Kirche hält fest, dass sie gnadenhaft vom Makel der Erbsünde bewahrt ist. Sie kann deshalb ihren Dienst annehmen und ihr Kind als Sohn des Höchsten erwarten. Diese Haltung der Erwartung prägt ihr ganzes Leben. Sie ist ein Vorbild des Glaubens, weil sie alles, was sie erlebt und erfährt, im Herzen aufnimmt und darüber nachdenkt. Gott beruft Menschen für Aufgaben, bereitet sie vor und stärkt sie mit der Gnade. Meine eigene Berufung zu erkennen, mich dafür einsetzen im Vertrauen, dass Gott aus meinem kleinen Handeln etwas Gutes zu bewirken vermag, das ist eine adventliche Haltung.


Sonntag, 7. Dezember 2025

Eine Vision vom Frieden

Impuls zum 2. Adventsonntag, 7. Dezember 2025

Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des HERRN ruht auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. Und er hat sein Wohlgefallen an der Furcht des HERRN. Er richtet nicht nach dem Augenschein und nach dem Hörensagen entscheidet er nicht, sondern er richtet die Geringen in Gerechtigkeit und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt das Land mit dem Stock seines Mundes und tötet den Frevler mit dem Hauch seiner Lippen. Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften und die Treue der Gürtel um seine Lenden. Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie. Kuh und Bärin nähren sich zusammen, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter und zur Höhle der Schlange streckt das Kind seine Hand aus. Man tut nichts Böses und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des HERRN, so wie die Wasser das Meer bedecken. (Jes 11,1–9)

Der Prophet Jesaja stellt uns die Vision von einem Friedensreich vor Augen, in dem keine Gewalt mehr ausgeübt wird, in der der Schwache den Starken schützt, die Raubtiere und ihre Beute friedlich beisammen liegen. Das kann Hoffnung und Zuversicht stärken. In einer Welt, in der nur der unmittelbare Erfolg zählt, Geld und Ansehen, die möglichst gleich umgesetzt werden sollen, scheint es keinen Platz für solche Visionen zu geben. Dagegen richtet sich die zweite Verheißung. Es wird jemand kommen und im Geist Gottes handeln. Wo der Geist Gottes wirkt, kann sich die Gerechtigkeit durchsetzen. Dann werden die Schwachen und die Armen zu ihrem Recht kommen. Adventliche Hoffnung besteht darin, Jesus Christus zu erwarten, der uns den Frieden bringt, und in dieser Erwartung selbst für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten.

Samstag, 6. Dezember 2025

Die Zuversicht teilen

Impuls zum Samstag der 1. Adventswoche, 6. Dezember 2025

 
Ja, du Volk auf dem Zion, das in Jerusalem wohnt, ganz sicher wirst du nicht mehr weinen. Ganz sicher wird er dir gnädig sein auf die Stimme deines Hilfegeschreis hin; sobald er es hört, antwortet er dir. Der Herr wird euch Brot der Not und Wasser der Bedrängnis geben und deine Lehrer werden sich nicht mehr verbergen, sondern deine Augen werden stets deine Lehrer sehen. Deine Ohren werden ein Wort hinter dir hören: Dies ist der Weg, geht ihn, auch wenn ihr nach rechts oder links abbiegen wolltet! (Jes 30,19–21)

Angst und Trauer können so überwältigend sein, dass jemand Weg und Ziel nicht mehr sieht. Die materielle oder seelische Not wird überwältigend. Das Gute, das immer wieder passiert, kann dann nicht mehr wahrgenommen werden. Eine solche Bedrängnis, wie sie das Volk Israel erlebt hat und wie sie viele Menschen heute erfahren, ist hier angesprochen. Gott gibt die Zusage, dass es wieder besser wird. Der Glaube ermöglicht, wieder ein Licht zu sehen, aus der Hoffnung heraus voranzugehen. Sich in dem Bewusstsein leiten zu lassen, dass Gott etwas Gutes mit mir vorhat, ist eine adventliche Haltung. Wer aus der hoffnungsvollen Erwartung lebt, wird offen sein für das Gute und wird die Zuversicht mit anderen  teilen können. 


Freitag, 5. Dezember 2025

Das erfüllte Herz

Impuls zum Freitag der 1. Adventswoche, 5. Dezember 2025


Als Jesus weiterging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids! Nachdem er ins Haus gegangen war, kamen die Blinden zu ihm. Und Jesus sagte zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich dies tun kann? Sie antworteten: Ja, Herr. Darauf berührte er ihre Augen und sagte: Wie ihr geglaubt habt, so soll euch geschehen. Da wurden ihre Augen geöffnet. Jesus aber wies sie streng an: Nehmt euch in Acht! Niemand darf es erfahren. Doch sie gingen weg und erzählten von ihm in der ganzen Gegend. (Mt 9,27–31)

Jesus schenkt den Blinden das Augenlicht, weil sie ihn darum bitten und an ihn glauben. Die Voraussetzung für die Heilung ist ihr Glaube, ohne den Jesus nichts tun kann. In demselben Glauben können sie nicht schweigen, obwohl Jesus es von ihnen verlangt. Ihr Herz ist erfüllt von dem Guten, das Jesus an ihnen getan hat. Wer im Glauben Gutes erfahren hat, wird selbst zu einem Verkünder, einer Verkünderin. Jesus ist in ihrem Leben angekommen. Sie erzählen davon weiter, damit auch andere ihn als Heiland erfahren. Damit auch für die anderen Advent wird.


Donnerstag, 4. Dezember 2025

Offen sein für den Frieden

Impuls zum Donnerstag der 1. Adventswoche, 4. Dezember 2025

An jenem Tag wird dieses Lied im Land Juda gesungen: Wir haben eine starke Stadt. Zum Heil setzt er Mauern und Wall. Öffnet die Tore, damit eine gerechte Nation einzieht, die Treue bewahrt. Festem Sinn gewährst du Frieden, ja Frieden, denn auf dich verlässt er sich. (Jes 26,1–3)

Zum Frieden gehört Sicherheit, die nicht selbstverständlich ist. In einer Zeit, in der weltweit, auch in unserer Nähe, Krieg geführt wird, dringt das immer wieder ins Bewusstsein. Die Botschaft vom Kommen Gottes in die Welt ist mit der Verheißung des Friedens verbunden. Dazu ist eine Haltung des Friedens notwendig. Wenn ich selbst nicht bereit bin, mit den Menschen in meiner Umgebung gut umzugehen, kann der Friede nicht kommen. Advent ist die Gelegenheit, die Tore des Herzens zu öffnen, aufeinander zuzugehen und den Frieden zu erwarten.

Mittwoch, 3. Dezember 2025

Einladung zum Fest

Impuls zum Mittwoch der 1. Adventswoche, 3. Dezember 2025 (Hl. Franz Xaver)


Der HERR der Heerscharen wird auf diesem Berg für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den feinsten, fetten Speisen, mit erlesenen, reinen Weinen. Er verschlingt auf diesem Berg die Hülle, die alle Völker verhüllt, und die Decke, die alle Nationen bedeckt. (Jes 25,6–7)

Immer wieder ist in der Bibel das Bild vom Festmahl zu finden. Gott lädt die Gläubigen und alle Menschen ein, mit ihm Gemeinschaft zu haben. Heute wissen die wenigsten, dass der Advent ursprünglich eine Fastenzeit zur Vorbereitung auf das Weihnachtsfest ist. Viele Feiern, Angebote von Punsch und Süßspeisen lassen das Gegenteil vermuten, eine Zeit des Schlemmens. Wer im Advent bewusst mit den vielen üppigen Angeboten umgeht, wird das Weihnachtsessen besser genießen können. Die erwartungsvolle Vorfreude im Blick auf das Fest der Geburt Jesu gehört zu einer adventlichen Haltung.
 


Dienstag, 2. Dezember 2025

Frei für das Gute

Impuls zum Dienstag der 1. Adventswoche, 2. Dezember 2025


Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die Augen, die sehen, was ihr seht. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört. (Lk 10,23–24)

Viele klagen über das, was ihnen fehlt, und können das Gute, das sie bekommen haben, nicht wertschätzen. Gerade im Advent geht es immer wieder ums Habenwollen. Die Werbung möchte Bedürfnisse wecken, um uns zum Kauf zu bewegen. Gewiss, Geschenke zu machen, ist etwas Schönes. Es gelingt aber nur aus einer Haltung der Dankbarkeit und Freiheit heraus. Wer nicht alles sofort haben muss, sondern das Gute erwarten kann, ist auch frei für die adventliche Begegnung mit dem Herrn.


Montag, 1. Dezember 2025

Das gute Wort

Impuls zum Montag der 1. Adventswoche, 1. Dezember 2025


Als er nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen. Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen. Und der Hauptmann antwortete: Herr, ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach einkehrst; aber sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund! (Mt 8,5–8)

Der römische Hauptmann zeigt großes  Vertrauen. Er ist ein Heide, gehört nicht zur Gemeinschaft der Gläubigen und wird von ihnen nicht sehr geschätzt. Wohl deshalb will er von Jesus nicht verlangen, zu ihm zu kommen. Das gute Wort Jesu genügt ihm. Viele denken, dass ihnen etwas zusteht, auf das sie ein Recht haben. Ihre Erwartung ist ein Verlangen nach dem, was den eigenen Vorstellungen entspricht. Diese Haltung ist nicht adventlich. Wer für Jesus bereit ist, wird nicht nur sich selbst wahrnehmen, sondern das gute Wort hören, das weiterhilft und die Seele gesund macht.

Sonntag, 30. November 2025

Seid wachsam!

Impuls zum 1. Adventsonntag, 30. November 2025

Denn wie es in den Tagen des Noach war, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in jenen Tagen vor der Flut aßen und tranken, heirateten und sich heiraten ließen, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die an derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt dies: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. (Mt 24,37–44)

Das Evangelium ist nicht harmlos. Die Botschaft ist ernst. Es ist nicht gleichgültig, was ich tue. Vielmehr kommt es darauf an, wie ich mich verhalte, ob ich mich in der Welt positiv engagiere, schlecht handle oder gar nichts tue, ob ich für die Begegnung mit Gott, dem Schöpfer und Herrn der Welt, bereit bin oder nicht. Auf den Herrn zu warten bedeutet nicht, Angst zu haben. Das Evangelium spricht davon, eine wachsame erwartungsvolle Haltung einzunehmen. Der Herr, der kommen soll, ist niemand anderer als Jesus selbst, der dir und mir begegnen will. Der Advent gibt die Gelegenheit, jetzt schon Jesus in den anderen Menschen zu begegnen, die Hilfe brauchen oder denen die persönliche Begegnung gut tut.

Warten auf den Herrn

Impulse zum Advent 2025


Warten wird von vielen Menschen heute als Zumutung empfunden. Wir sind daran gewöhnt, alles sofort bekommen zu können. War früher die Zeit vor Weihnachten noch vom Weg in Geschäfte geprägt, wo man hoffte, Geschenke kaufen zu können, sind es jetzt die großen Online-Händler, die einen Einkauf (fast) ohne Warten versprechen. Für Kinder ist das Warten auf Weihnachten besonders schwer, ist doch die Vorfreude so groß. Die mangelnde Bereitschaft, auf etwas Gutes eine angemessene Zeit lang zu warten, hängt mit der Unzufriedenheit einer Gesellschaft zusammen, in der die meisten Bedürfnisse leicht gestillt werden können.

Warten bedeutet auch, die Unsicherheit auszuhalten. Davon gibt es heute viele. Kriege, Handelskonflikte, wirtschaftliche Krisen, die Klimakrise oder die weltweiten Migrationsbewegungen sind auch in Mitteleuropa deutlich spürbar. Wo das Leben vor wenigen Jahren noch selbstverständlich sicher war, ist es jetzt von vielen Unwägbarkeiten geprägt. Die eigene Machtlosigkeit wird spürbar. Zu warten bedeutet aber nicht, untätig herumzusitzen und die Verantwortung anderen zuzuschieben. Es bedeutet auch, zuzulassen, dass sich Lösungen entwickeln, die vielleicht vorher nicht sichtbar waren. Dafür sind Vertrauen und Zuversicht nötig, Haltungen, die der Glaube schenken kann.

Der Advent ist die Zeit des Wartens auf die Ankunft Jesu Christi, unseres Herrn. In der Heiligen Schrift ist oft davon die Rede. Die Erwartung der Wiederkunft prägt den christlichen Glauben, auch wenn dieser Aspekt heute oft nur in kleinen christlichen Gruppen im Vordergrund steht. Warten zu können bedeutet hier, gegen den Zeitgeist anzugehen. Wir leben im Glauben, dass der Sohn Gottes Mensch wird, vor 2000 Jahren im Heiligen Land, heute hier bei uns. Das kann aber nur gelingen, wenn wir bereit sind, sein Kommen zuzulassen und die Haltung des Wartens einzunehmen.

Die Impulse zu den Tagen des Advent sind Einladungen zu einem kurzen Innehalten auf dem Weg zum Fest der Geburt Jesu Christi. Kurze Bibelstellen sind verbunden mit jeweils einem Gedanken. Mögen sie das Warten erleichtern.



Freitag, 21. November 2025

Gottesrede heute

(Hafen von Limerick, Irland, profanierter Kirchturm, 
eigenes Foto, 2009)

 

Von Gott wird gesprochen, auch heute. Die Gottesrede muss also nicht erst neu eingeführt werden, sondern ist schon lebendig. Das Wort Gott, im Singular und ohne Artikel verwendet, hat einen unaufgebbaren Sinn, der sich nicht mit irgendeiner Umschreibung erreichen lässt. Gott bedeutet etwas, denn Gott bedeutet uns etwas. Das ist die Sicht gläubiger Menschen. 

Andere kritisieren die Gottesrede und meinen heute meist Glaubensinstitutionen und Gläubige. Schlimmer als die Kritik, mit der sich der Glaube auseinandersetzen kann, ist aber, wenn niemand mehr von Gott spricht. Das größte Problem für die Gottesrede heute ist die Gleichgültigkeit. Das Wort Gott kommt kaum mehr vor. Kann es sein, dass mit dem Verschwinden der Rede auch die damit angesprochene Sache selbst verschwindet?

Es gibt genügend Gründe, nicht von Gott zu sprechen. Zu oft und zu lange ist über Gott unangemessen geredet worden, zu viele Worte wurden gemacht, viel zu oft wurde das Wort Gott für eigene Interessen gebraucht. Vielfach ist das Wort missbraucht und gegen Menschen eingesetzt worden. Gerade deshalb aber dürfen wir es nicht preisgeben.

Es gibt ausreichend Anlass, vorsichtig mit dem Wort Gott umzugehen. Jede vorschnelle Berufung darauf, was Gott will, könnte ein Versuch sein, Gott für die eigenen Wünsche und Interessen zu vereinnahmen. Jeder Versuch, Gott zu definieren oder gar beweisen zu wollen, könnte letztlich darauf abzielen, Gott zu einem verfügbaren Teil dieser Welt zu machen und damit seines Gottseins zu berauben. Das Wort Gott ist da und wird verwendet, und doch kommt es darauf an, bei aller Gottesrede Gott immer Gott sein zu lassen. Denn eine gut fundierte Gottesrede ist heute absolut notwendig.

Mehr davon ab Jänner 2026: https://shop.verlagsgruppe-patmos.de/dreifaltig-303328.html 

Mittwoch, 19. November 2025

Dreifaltig – Den christlichen Gottesglauben verstehen

 


https://shop.verlagsgruppe-patmos.de/dreifaltig-303328.html  

Im Jänner 2026 wird mein neues Buch erscheinen, das dem Glauben an Gott, den einen und dreifaltigen, gewidmet ist. In einigen Beiträgen hier sollen kleine Passagen einen Vorgeschmack auf das Buch geben.

Die Rede von Gott ist heute nicht selbstverständlich. Anders als in früheren Epochen gibt es heute kein gemeinsames Grundverständnis davon, dass Gott ist und wie der Begriff Gott verstanden werden soll. Ja, auch die Frage nach Gott scheint heute nicht mehr gestellt zu werden. Für Gläubige ist sie wesentlich, und doch wird viel öfter über Strukturfragen, mediale Wahrnehmungen, das Bild der Kirche und über die Attraktivität kirchlichen Handelns als über Gott gesprochen.

Wer von Gott sprechen will, muss zuerst lernen, nach Gott zu fragen, muss lernen, die Frage nach Gott zuzulassen. Gerade weil Gott für den Glauben selbstverständlich erscheint, ist die Rede von Gott alles andere als selbstverständlich.

Theologie hat die Aufgabe, die angenommene Selbstverständlichkeit bei der Rede vom Glauben an Gott zu hinterfragen. Nur dann kann sich ein Tor zum Verstehen des Glaubens und der christlichen Botschaft eröffnen.

Montag, 21. April 2025

Bleibe bei uns!

Ostermontag, 21. April 2025


Da sagte Jesus zu den beiden Jüngern: Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. (Lk 24,25-29)

Sie hätten es wissen können, so sagt Jesus zu den beiden Jüngern von Emmaus. Wer die Bibel zu lesen versteht, hätte Jesus und seine Sendung erkennen können. Ihr Herz war träge, das bedeutet, sie waren noch nicht so weit. Doch Jesus verurteilt sie nicht deswegen. Er begegnet ihnen auf ihrem Weg, spricht mit ihnen und macht sie bereit für die Erfahrung des Auferstandenen. Als sie ankommen, ist ihnen noch nicht bewusst, wer da mit ihnen gegangen ist, aber sie fühlen es. Deshalb bitten sie ihn: Bleib bei uns! So vieles behindert die Osterfreude. So vieles scheint wichtiger als der Glaube. Wer aber im eigenen Leben Raum dafür eröffnet, kann sie spüren und weitergeben. Jesus bleibt gerne bei uns, wir müssen ihn nur einladen. Halleluja!

Sonntag, 20. April 2025

Die Osterfreude verkünden

Ostersonntag, 20. April 2025


Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab. Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war; sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht. Und es geschah, während sie darüber ratlos waren, siehe, da traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen. Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. (Lk 24,1-6a)

Die Frauen kommen zum Grab, um für ein würdiges Begräbnis zu sorgen. Gleich nach Sonnenaufgang machen sie sich auf den Weg. Mehr können sie für Jesus nicht mehr tun, so denken sie. Die Enttäuschung wird aber noch größer: Das Grab ist offen, der Leichnam nicht mehr da. Da geschieht das Unerwartete. Mitten in der Trauer und der Enttäuschung sind sie bereit für die Osterfreude, die die Engel verkünden. Was wirklich geschehen ist, können nur die verstehen, die an Jesus glauben: Er ist auferstanden, er lebt. Jetzt können sie selbst zu Zeuginnen werden und die Osterfreude verbreiten. In jeder Osternacht werden die Christinnen und Christen aufs Neue berufen, zu Verkünderinnen und Verkündern zu werden. Sie sollen die Botschaft in die Welt tragen: Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden! Halleluja!

Samstag, 19. April 2025

Begräbnisstimmung oder Bereitschaft für Ostern

Karsamstag, 19. April 2025


Und siehe, da war ein Mann mit Namen Josef, ein Mitglied des Hohen Rats und ein guter und gerechter Mensch. Dieser hatte ihrem Beschluss und Vorgehen nicht zugestimmt. Er war aus Arimathäa, einer jüdischen Stadt, und wartete auf das Reich Gottes. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Und er nahm ihn vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war. Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach. Die Frauen in seiner Nachfolge, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, sahen das Grab und wie der Leichnam bestattet wurde. Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Salben und Öle zu. Am Sabbat aber hielten sie die vom Gebot vorgeschriebene Ruhe ein. (Lk 23,50-56)

Josef von Arimathäa hat der Verurteilung nicht zugestimmt. Er blieb in der Minderheit und war damit nach menschlichen Maßstäben nicht erfolgreich. Jetzt kann er nur mehr für ein wenig Anstand sorgen und Jesus bestatten lassen. Auch die Frauen, die Jesus nachgefolgt sind, können nichts anderes tun als zuzusehen. Wie oft müssen wir in Situationen zusehen, in denen etwas kaputt gegangen ist. Welches Bild bieten die Gesellschaft und die Kirche heute, wo so vieles, was einst blühend war, nicht mehr funktioniert. Hilflos stehen wir daneben. Damals wussten die Jüngerinnen und Jünger Jesu nicht, was Gott noch vorhatte. Auch heute herrscht oft Karsamstagsstimmung. Wir wissen nicht, was Gott vorhat, warum er uns das zumutet. Ist es Zeit, alles für ein großes Begräbnis vorzubereiten? Die christliche Hoffnung lehrt uns, die eigenen Vorstellungen zurückzustellen und bereit zu sein für das Neue. Nur dann sind wir bereit für  die Ostererfahrung.

Freitag, 18. April 2025

Er trägt die Schuld der Welt

Karfreitag, 18. April 2025


Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Vergehen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der HERR ließ auf ihn treffen die Schuld von uns allen. Doch der HERR hat Gefallen an dem von Krankheit Zermalmten. Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt, wird er Nachkommen sehen und lange leben. Was dem HERRN gefällt, wird durch seine Hand gelingen. Nachdem er vieles ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich an Erkenntnis. Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. (Jes 53,5-6.10-11)

Für jedes Unglück in der Welt werden Schuldige gesucht. Irgendjemand muss verantwortlich gemacht werden. Doch das führt nicht zur Versöhnung. Das Verschieben der Schuld bringt nur wieder neues Misstrauen, Zerwürfnisse hervor und reißt Wunden wieder auf. Jesu Weg ist anders. Er nimmt seine Sendung an, durchbricht diesen Unrechtskreislauf. Er lädt mit dem Kreuz die Schuld auf sich, damit sie nicht anderen aufgeladen werden muss. So macht er aus dem Kreuz, das ein Folterwerkzeug ist, ein Zeichen der Versöhnung und Erneuerung. Der Karfreitag ist ein Tag der Trauer, weil der Erlöser in der Welt nicht angenommen wird. Er ist gleichzeitig ein Tag der Hoffnung, weil er mit allen solidarisch ist, die in der Welt ihren Platz nicht finden und ihnen aufs Neue ihren Platz und ihr Leben schenkt. Das Kreuz, Zeichen des Unheils, ist zum Zeichen des Sieges geworden.

Donnerstag, 17. April 2025

Eucharistie für die Welt

Gründonnerstag, 17. April 2025


Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. (1 Kor 11,23-26)

Die Wandlung von Brot und Wein zu Leib und Blut Christi in der Eucharistie soll zur Wandlung derer führen, die sie feiern und empfangen. Wenn wir uns wandeln lassen, dann kann Jesus Christus durch uns, die wir dieses Mysterium des Glaubens zu seinem Gedächtnis feiern, die Welt verwandeln. Das ist der tiefe Sinn der Eucharistie. Sie ist Messe im wörtlichen Sinn, Sendung in die Welt. Wer die Kommunion nur zum eigenen Wohlergehen empfängt oder die Messe als Feier für eine kleine, exklusive Gruppe sehen möchte, versteht sie falsch. Sie ist ein Geschenk Gottes an die ganze Welt und ein Auftrag an die Gläubigen, die Eucharistie in die Welt hinaus zu tragen.

Mittwoch, 16. April 2025

Die Kraft der Empathie

Mittwoch der Karwoche, 16. April 2025


GOTT, der Herr, gab mir die Zunge von Schülern, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich höre, wie Schüler hören. GOTT, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und meine Wange denen, die mir den Bart ausrissen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. (Jes 50,4-5)

Ein guter Lehrer muss sich in seine Schüler hineinversetzen können. Empathie ist eine wichtige menschliche Fähigkeit. Der Knecht des Herrn kennt die Seinen, versteht sie, freut sich und leidet mit ihnen. Weil er ihre Lasten kennt, kann er ihnen helfen, sie zu tragen. Er ist bereit, auch Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen, sich beschimpfen oder angreifen zu lassen. Genauso soll die Kirche für die Menschen einstehen und nicht zuerst auf den eigenen Ruf und Glanz achten. Gott will, dass wir uns wie er für die Armen und Bedrängten Partei ergreifen.

Dienstag, 15. April 2025

Einige sind zu wenig

Dienstag der Karwoche, 15. April 2025


Jetzt aber hat der HERR gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht geformt hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammelt werde. So wurde ich in den Augen des HERRN geehrt und mein Gott war meine Stärke. Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht der Nationen; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht. (Jes 49,5-6)

Der Knecht des Herrn handelt nicht nach eigenem Gutdünken, sondern erfüllt seine Berufung. Gott hat ihn auserwählt, lange bevor er selbst daran gedacht hat. Gott ist mit ihm und stärkt ihn, wenn er Grenzen überwindet und über die eigene Gruppe hinaus zu allen Menschen geht. Genauso ist die Kirche von Gott mit einer Sendung für die Welt errichtet worden. Sie soll den Auftrag Gottes erfüllen, nicht um sich selbst kreisen, sondern das Licht der Völker in alle Welt tragen. Denn die Kirche ist erst dann im vollen Sinn katholisch, wenn sie alle erreicht hat.

Montag, 14. April 2025

Ein Knecht für alle

Montag der Karwoche, 14. April 2025


Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Nationen das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. (Jes 42,1-3)

Der Knecht des Herrn, von dem der Prophet spricht, handelt nicht laut und auffällig, sondern leise, dafür nachhaltig. Denn er stärkt das Gute, das schon da ist. Er ist für alle da, die sich ansprechen lassen. Es gibt viele, die noch weit weg sind, ganz in eine andere Richtung gehen oder noch nicht so weit sind. Auch der eigene Weg führt oft über Umwege. Sie sucht er und lädt sie ein. Jesus ist für alle Menschen gekommen, nicht nur für eine kleine, abgeschlossene Gruppe. Genauso soll die Kirche für alle offen sein, um sie zu Jesus zu führen.

Sonntag, 13. April 2025

Freude an der Begegnung mit Jesus

Palmsonntag, 13. April 2025


Als Jesus sich schon dem Abhang des Ölbergs näherte, begann die Schar der Jünger freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben wegen all der Machttaten, die sie gesehen hatten. Sie riefen: Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Ehre in der Höhe! Da riefen ihm einige Pharisäer aus der Menge zu: Meister, weise deine Jünger zurecht! Er erwiderte: Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien. (Lk 19,37-40)

Die Begegnung mit Jesus ruft Begeisterung bei seinen Jüngern hervor. Sie loben Gott und singen laut. Sie preisen Jesus als ihren König, der von Gott kommt. Die Mächtigen fühlen sich davon gestört und wollen das unterbinden. Jesus aber sagt, der Geist Gottes lässt sich nicht verbieten. Wo die Menschen die Machttaten Gottes spüren, da ist Freude, die sich äußert. Die Freude ist ein Zeichen eines echten, tiefen Glaubens. Wer Gott erfahren hat, möchte davon erzählen. Die Freude des Palmsonntags wird in wenigen Tagen mit der Trauer des Karfreitags konfrontiert. Doch zunächst beginnt die Karwoche draußen, mit dem gut hörbaren Ruf: Hosanna dem Sohne Davids!

Samstag, 12. April 2025

Fröhliche Almosen

Samstag der 5. Fastenwoche, 12. April 2025


Denkt daran: Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten; wer mit Segen sät, wird mit Segen ernten. Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang; denn Gott liebt einen fröhlichen Geber. (2 Kor 9,6-7)

Nicht die Vernunft oder gar die Berechnung soll bestimmen, wie viel ich gebe, sondern das Herz. Wer gerne anderen schenkt, ist ein Segen und zugleich ein Lobpreis für Gott. Wichtig ist die Gabe, wichtiger noch die Haltung dahinter. Großzügige Menschen haben ein reineres Herz und sind deshalb fröhlicher. Sich am Geben und an den Gaben freuen, ist ein guter Einstieg in die Karwoche.

Freitag, 11. April 2025

Das Gute verlangt nach mehr

Freitag der 5. Fastenwoche, 11. April 2025


Er blickte auf und sah, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten. Er sah aber auch eine arme Witwe, die dort zwei kleine Münzen hineinwarf. Da sagte er: Wahrhaftig, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle anderen. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hineingeworfen; diese Frau aber, der es am Nötigsten mangelt, hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben. (Lk 21,1-4)

Wie so oft spricht Jesus zu denen, die meinen, ohnehin schon genug zu tun. Doch das Gute ist nicht messbar. Dass die Frau arm ist, hält sie nicht davon ab, ihr Opfer zu geben. Trotz materieller Armut hat sie einen persönlichen Reichtum im Guten. Jede Gabe ist wertvoll. Und doch fordert Jesus uns auf, nach der Vollkommenheit zu streben und mehr zu tun, als das Übliche. Die Vierzig Tage sind eine Aufforderung, im Glauben und im Handeln weiter zu gehen als bisher.

Donnerstag, 10. April 2025

Heute das Gute tun

Donnerstag der 5. Fastenwoche, 10. April 2025


Kind, das Leben des Armen beraube nicht und lass die Augen des Bedürftigen nicht warten! Betrübe eine hungernde Seele nicht und erzürne einen Mann in seiner Ausweglosigkeit nicht! Ein erzürntes Herz errege nicht und verweigere nicht dem Notleidenden eine Gabe! Einen bedrängten Bittsteller weise nicht ab und wende dein Gesicht nicht ab vor einem Armen! (Sir 4,1-4)

Es gibt viele unterschiedliche Formen der Not und Bedürftigkeit, materielle und seelische. Not ist immer drängend, das haben sie alle gemeinsam. Oft reicht eine Kleinigkeit: ein Bissen Brot, ein gutes Wort, ein Anruf, wenige Minuten Geduld, ein freundlicher Blick. Es gibt viele Möglichkeiten, anderen etwas Gutes zu tun, auch wenn es nur eine Kleinigkeit zu sein scheint. Es kommt darauf an, aktiv zu werden, nicht bis irgendwann zu warten, sondern heute zu handeln.

Mittwoch, 9. April 2025

Selbstverständlich das Gute tun

Mittwoch der 5. Fastenwoche, 9. April 2025


Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6,3-4)

Manche tun Gutes, um von anderen gesehen zu werden. Andere tun es, um sich besser zu fühlen. Das hat sicher seinen Wert. Jesus aber fordert uns auf, Gutes zu tun, dabei nicht auf andere zu achten und sogar selbst nicht mehr daran zu denken. Damit entgehen wir der Gefahr, das Gute aufzurechnen. Gutes zu tun, soll ganz selbstverständlich werden. Die Vierzig Tage sind eine gute Gelegenheit, das einzuüben.

Dienstag, 8. April 2025

Großzügig den Überfluss teilen

Dienstag der 5. Fastenwoche, 8. April 2025


Von deinem Brot gib dem Hungernden und von deinen Kleidern den Nackten! Von allem, was du im Überfluss hast, gib Almosen, Kind! Dein Auge blicke nicht neidisch, wenn du Almosen gibst! (Tob 4,16)

Während heute viele Menschen im Überfluss leben, gibt es gleichzeitig auch viele Arme. Eine kleine Gabe verändert die Ungerechtigkeit nicht, aber sie hilft, konkrete Not jetzt zu lindern. Trotzdem fällt es vielen schwer, von ihrem Überfluss auch nur ein kleines bisschen abzugeben. Großzügig und ohne Hintergedanken zu geben, das sollte für ein christliches Leben selbstverständlich sein. Selbst gut zu handeln macht Freude.

Montag, 7. April 2025

Almosen geben ohne zu rechnen

Montag der 5. Fastenwoche, 7. April 2025


Verkauft euren Besitz und gebt Almosen! Macht euch Geldbeutel, die nicht alt werden! Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst! (Lk 12,33)

Was ist wirklich wichtig? Für viele Menschen zählen heute Geld, Besitz, Erfolg und Ansehen. Doch diese vermeintlichen Schätze sind schnell vergänglich. Jesus spricht von einem Schatz im Himmel. Er wächst nur durch das Gute, das wir auf Erden tun. Damit sollen wir verschwenderisch umgehen. Wer den Bedürftigen gerne gibt und dabei nicht seinen eigenen Vorteil ausrechnet, gibt die Almosen, auf die es ankommt.

Sonntag, 6. April 2025

Nicht verurteilen

Fünfter Fastensonntag, 6. April 2025


Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete Jesus sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie das gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr! (Joh 8,7-11)

Jeden Tag werden Menschen verurteilt, nicht nur von den zuständigen Gerichten, sondern auch in Gesprächen, beim Tratsch über andere, in den Medien, im Internet. Jesus lenkt unseren Blick auf jene, die Urteile schnell aussprechen, weil sie sich für berechtigt halten. Es ist viel leichter, über andere zu urteilen, als ehrlich über sich selbst nachzudenken. Doch darauf kommt es an, wie Jesus zu denen sagt, die die Ehebrecherin steinigen wollen. Er fordert sie heraus. Sie stellen sich der Herausforderung nicht. Sie gehen weg und lassen Jesus und die Frau alleine. Sicher hat sie gesündigt, doch Jesus verurteilt sie nicht. Er schenkt einen Neuanfang und lädt zur Umkehr ein. Jesus nachfolgen bedeutet, andere nicht zu verurteilen, sondern ihnen wertschätzend zu begegnen.

Samstag, 5. April 2025

Das Gebet für jeden Tag

Samstag der 4. Fastenwoche, 5. April 2025


So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen! Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben! Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen! (Mt 6,9-13)

Das Vaterunser enthält Bitten und Selbstverpflichtungen. Gott soll sein Reich auf Erden errichten und das Gute tun. Wir bitten um das Notwendige zum Leben und die Vergebung der Sünden. Damit das gelingen kann, sagen wir zu, anderen zu vergeben und dass wir uns auf den Willen Gottes einlassen wollen. Wenn das gelingt, können wir die Versuchung bestehen. Das Gebet des Herr ist das Programm für ein christliches Leben. Beten wir es jeden Tag!

Freitag, 4. April 2025

Offen für das Unerwartete

Freitag  der 4. Fastenwoche, 4. April 2025


Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil. Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt. (Mk 11,24-26)

Warum soll ich beten? Was habe ich davon? Warum soll ich andere bitten? Sie tun ohnehin nichts für mich. – So denken viele. Diese Vorstellung erfüllt sich von selbst durch die abwehrende Haltung, die jemand einnimmt. Nur wer ohne Hintergedanken betet, erlebt die Erfüllung. Nur wer frei ist für die Gabe des Guten, kann sie auch erhalten. Genauso ist die Versöhnungsbereitschaft unbedingt notwendig, als Voraussetzung für die Erfahrung des Neuen, Unerwarteten. Die Vierzig Tage sind eine Einladung, sich für das unerwartete Gute bereit zu machen.

Donnerstag, 3. April 2025

Der Heilige Geist betet in uns

Donnerstag der 4. Fastenwoche, 3. April 2025


So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist. Denn er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein. (Röm 8,26-27)

Glaube bedeutet zu vertrauen, dass Gott das Gute für uns will. Nicht die spontan entstandenen Wünsche, sondern das wirklich Notwendige soll unser Gebet prägen. Oft fehlen dazu die Worte. Es ist eine Erfahrung des Geistes, dass Gott auch dann immer wieder etwas Gutes schenkt. Das meint Paulus, wenn er davon spricht, dass der Heilige Geist unser Beten übernimmt. Von diesem Vertrauen soll das Gebet geprägt sein.

Mittwoch, 2. April 2025

Gott hört die Klage

Mittwoch der 4. Fastenwoche, 2. April 2025


Mein Auge ist getrübt vor Kummer, ist matt geworden wegen all meiner Gegner. All ihr Übeltäter, weicht zurück von mir, denn der HERR hat mein lautes Weinen gehört! Gehört hat der HERR mein Flehen, der HERR nimmt mein Beten an. (Ps 6,8-10)

Beten hat oft die Form der Klage. Wenn es Menschen schlecht geht, werfen sie ihre Klage auf Gott, und das ist gut so. Gott kennt die Freude und das Leid. In der langen Geschichte des Glaubens sind viele Gebetserfahrungen der Rettung aus der Not bezeugt. Zwar gibt es keine Garantie, doch wer sein Leid auf Gott hin öffnet, macht damit eine Wendung erst möglich.