Freitag, 18. April 2025

Er trägt die Schuld der Welt

Karfreitag, 18. April 2025


Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Vergehen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der HERR ließ auf ihn treffen die Schuld von uns allen. Doch der HERR hat Gefallen an dem von Krankheit Zermalmten. Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt, wird er Nachkommen sehen und lange leben. Was dem HERRN gefällt, wird durch seine Hand gelingen. Nachdem er vieles ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich an Erkenntnis. Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. (Jes 53,5-6.10-11)

Für jedes Unglück in der Welt werden Schuldige gesucht. Irgendjemand muss verantwortlich gemacht werden. Doch das führt nicht zur Versöhnung. Das Verschieben der Schuld bringt nur wieder neues Misstrauen, Zerwürfnisse hervor und reißt Wunden wieder auf. Jesu Weg ist anders. Er nimmt seine Sendung an, durchbricht diesen Unrechtskreislauf. Er lädt mit dem Kreuz die Schuld auf sich, damit sie nicht anderen aufgeladen werden muss. So macht er aus dem Kreuz, das ein Folterwerkzeug ist, ein Zeichen der Versöhnung und Erneuerung. Der Karfreitag ist ein Tag der Trauer, weil der Erlöser in der Welt nicht angenommen wird. Er ist gleichzeitig ein Tag der Hoffnung, weil er mit allen solidarisch ist, die in der Welt ihren Platz nicht finden und ihnen aufs Neue ihren Platz und ihr Leben schenkt. Das Kreuz, Zeichen des Unheils, ist zum Zeichen des Sieges geworden.

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