Fünfter Fastensonntag, 6. April 2025
Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete Jesus sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie das gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr! (Joh 8,7-11)
Jeden Tag werden Menschen verurteilt, nicht nur von den zuständigen Gerichten, sondern auch in Gesprächen, beim Tratsch über andere, in den Medien, im Internet. Jesus lenkt unseren Blick auf jene, die Urteile schnell aussprechen, weil sie sich für berechtigt halten. Es ist viel leichter, über andere zu urteilen, als ehrlich über sich selbst nachzudenken. Doch darauf kommt es an, wie Jesus zu denen sagt, die die Ehebrecherin steinigen wollen. Er fordert sie heraus. Sie stellen sich der Herausforderung nicht. Sie gehen weg und lassen Jesus und die Frau alleine. Sicher hat sie gesündigt, doch Jesus verurteilt sie nicht. Er schenkt einen Neuanfang und lädt zur Umkehr ein. Jesus nachfolgen bedeutet, andere nicht zu verurteilen, sondern ihnen wertschätzend zu begegnen.

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