Samstag, 19. April 2025

Begräbnisstimmung oder Bereitschaft für Ostern

Karsamstag, 19. April 2025


Und siehe, da war ein Mann mit Namen Josef, ein Mitglied des Hohen Rats und ein guter und gerechter Mensch. Dieser hatte ihrem Beschluss und Vorgehen nicht zugestimmt. Er war aus Arimathäa, einer jüdischen Stadt, und wartete auf das Reich Gottes. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Und er nahm ihn vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war. Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach. Die Frauen in seiner Nachfolge, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, sahen das Grab und wie der Leichnam bestattet wurde. Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Salben und Öle zu. Am Sabbat aber hielten sie die vom Gebot vorgeschriebene Ruhe ein. (Lk 23,50-56)

Josef von Arimathäa hat der Verurteilung nicht zugestimmt. Er blieb in der Minderheit und war damit nach menschlichen Maßstäben nicht erfolgreich. Jetzt kann er nur mehr für ein wenig Anstand sorgen und Jesus bestatten lassen. Auch die Frauen, die Jesus nachgefolgt sind, können nichts anderes tun als zuzusehen. Wie oft müssen wir in Situationen zusehen, in denen etwas kaputt gegangen ist. Welches Bild bieten die Gesellschaft und die Kirche heute, wo so vieles, was einst blühend war, nicht mehr funktioniert. Hilflos stehen wir daneben. Damals wussten die Jüngerinnen und Jünger Jesu nicht, was Gott noch vorhatte. Auch heute herrscht oft Karsamstagsstimmung. Wir wissen nicht, was Gott vorhat, warum er uns das zumutet. Ist es Zeit, alles für ein großes Begräbnis vorzubereiten? Die christliche Hoffnung lehrt uns, die eigenen Vorstellungen zurückzustellen und bereit zu sein für das Neue. Nur dann sind wir bereit für  die Ostererfahrung.

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