Vierter Fastensonntag, 30. März 2025
Der ältere Sohn erwiderte seinem Vater: Siehe, so viele Jahre schon diene ich dir und nie habe ich dein Gebot übertreten; mir aber hast du nie einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber man muss doch ein Fest feiern und sich freuen; denn dieser, dein Bruder, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. (Lk 11,29-31)
Es ist eine Zumutung für den älteren Sohn. Jahrelang bemüht er sich um den Familienbesitz und arbeitet fleißig mit. Dann muss er zusehen, wie der jüngere Bruder, der Nichtsnutz, der sein Erbteil verprasst hat, kommt und wieder aufgenommen wird. Sein Ärger ist verständlich, weil er sich ungerecht behandelt fühlt. Aber Gottes Gerechtigkeit ist anders, sie schaut zuerst auf den Menschen. Unabhängig von ihrer Leistung liebt Gott jede und jeden. Deshalb ist die Freude so groß, als der verloren geglaubte Sohn zurückkehrt. Die Erzählung ist ein Sinnbild für den Glauben in unserer Zeit. Der ältere Sohn steht für die Gläubigen, die lernen müssen, dass sich Glaube und Kirche radikal verändert haben. Viele interessieren sich gar nicht mehr dafür, manche nehmen nur das heraus, was ihnen gefällt. Umso größer ist die Freude, wenn wieder jemand Freude am Glauben findet. Gott mutet der Kirche und den Gläubigen einiges zu. Das war in der Geschichte schon oft so, immer wieder ist daraus Neues gewachsen. Vertrauen wir Gott!

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