Montag, 4. Dezember 2023

O Heiland, reiß die Himmel auf

Impuls zum Montag der 1. Adventswoche, 4. Dezember 2023

 

O Heiland, reiß die Himmel auf,
herab, herab vom Himmel lauf,
reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
reiß ab, wo Schloss und Riegel für.

Das Lied beginnt in einer düsteren Stimmung. Der Himmel ist verfinstert. Nach der Schöpfungserzählung im Buch Genesis spannt er sich über die Erde aus und wird zum bergenden Raum, der Leben ermöglicht. Das wird erfahrbar, wenn die Sonne scheint oder Regen fällt. Wenn der Himmel verschlossen ist, schwindet die Hoffnung und eine dunkle, lebensfeindliche Stimmung macht sich breit. In dieser Situation rufen wir flehentlich den Erlöser an. Das “o” zu Beginn der Strophe, das noch öfter wiederholt wird, erinnert an die O-Antiphonen, die in den letzten Tagen vor dem Weihnachtsfest gesungen werden. Sie handeln davon, dass Gott immer wieder seinem Volk geholfen hat. Deshalb bitten wir um sein Kommen im Bewusstsein, dass er nahe ist und hilft. Die erste Strophe wendet sich an den Heiland, von dem nicht gesagt wird, wer er ist: Öffne uns den Himmel! Mache zugänglich, was jetzt noch verschlossen ist! Es ist eine Bitte um Erneuerung. Der Blick nach vorne ändert unsere Grundstimmung. Auch wenn jetzt vieles düster erscheinen mag, wissen wir, dass Gott den Himmel wieder öffnet und das Gute, das uns jetzt von “Schloss und Riegel” zurückgehalten wird, sich verwirklicht. Adventlich leben bedeutet, den Blick nach vorne richten und sich nicht von der düsteren Stimmung unserer Zeit überwältigen zu lassen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen