Samstag, 9. Dezember 2023

Die Not der Gottferne

Impuls zum Samstag der 1. Adventswoche, 9. Dezember 2023

Hier leiden wir die größte Not,
vor Augen steht der ewig Tod.
Ach komm, führ uns mit starker Hand
vom Elend zu dem Vaterland.

Der ewige Tod ist, nach dem traditionellen Verständnis, der Tod der Seele, wenn sie keine Möglichkeit zur Begegnung mit dem lebendigen Gott mehr offen lässt. Die große Not Israels ist, nach dem Propheten Jesaja, dass Gott so weit weg und die Heimat unerreichbar erscheint. Andere Erfahrungen von Leid und Not werden in der Heiligen Schrift ähnlich gedeutet. Bis heute gibt es viele Menschen, die durch Unfrieden, Unterdrückung, Krankheiten oder Ausgrenzung leiden. Eine besondere Not entsteht heute, wenn das Leben nur mehr um mich selbst kreist, weil Individualismus und Egoismus alles andere erdrücken. Das Schlimmste daran ist, dass keine echte Begegnung mit anderen mehr möglich ist und schon gar keine Begegnung mit Gott. Wer nicht bereit ist, sich anderen zu öffnen und den eigenen Egoismus zu überwinden, kann Gott nicht finden. Für den kann der Glaube keine Heimat für die Seele werden. Dann ist das Leben heillos. Adventlich leben heißt, im eigenen Leben Platz für andere und für Gott zu lassen.


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