Montag, 26. Februar 2018

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden

Die schwierigste Bitte ist vermutlich die, dass Gottes Wille geschehen soll, im Himmel und auf Erden, bei Gott und unter uns Menschen. Heute gehört Autonomie zu den höchsten Werten. Alle möchten ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen gestalten. Das entspricht auch dem modernen Verständnis von Freiheit. Hebt also die Bitte im Gebet die Freiheit auf, weil Gottes Wille an die Stelle meines eigenen Willens tritt?

Gottes Wille führt alles zum Guten, so glauben wir. Wir werden zum Guten geführt, wenn wir uns Gottes Willen anvertrauen. Das heißt aber nicht, dass wir damit zu einem völlig geistlosen und kalten Gehorsam gezwungen wären. Gott will Menschen, die in Freiheit zu ihm ja sagen. Genauso hat Maria ihrer Berufung zugestimmt und ist die Mutter unseres Herrn geworden. Wie sie soll ich in Freiheit und Verantwortung meine Berufung zum Dienst in der Welt annehmen, ebenso die Menschen, die mir aufgetragen sind.

Die Bitte, dass der Wille Gottes geschehe, bedeutet auf der Seite Gottes, dass er sich kundtun möge, damit die Menschen seinen Willen erkennen können. Auf Seite der Menschen steht die Bereitschaft, den eigenen Willen und die eigenen Vorlieben daraufhin zu prüfen, ob sie wirklich mit den eigenen Zielen in Einklang stehen und der Berufung entsprechen oder ob sie nicht nur im Moment eine Laune wiedergeben. Dahinter steht die Überzeugung, dass der Wille Gottes das Gute für die Welt bedeutet.

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