Karsamstag, 30. März 2024
Da es Rüsttag war, der Tag vor dem Sabbat, und es schon Abend wurde, ging Josef von Arimathäa, ein vornehmes Mitglied des Hohen Rats, der auch auf das Reich Gottes wartete, zu Pilatus und wagte es, um den Leichnam Jesu zu bitten. Pilatus war überrascht, als er hörte, dass Jesus schon tot sei. Er ließ den Hauptmann kommen und fragte ihn, ob Jesus bereits gestorben sei. Als er es vom Hauptmann erfahren hatte, überließ er Josef den Leichnam. Josef kaufte ein Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz, wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war. Dann wälzte er einen Stein vor den Eingang des Grabes. (Mk 15,42-46)
Begräbnisse sind traurig. Niemand verabschiedet sich gerne von einem lieben Menschen. Aber wenigstens das kann ich tun: sie zum Grab begleiten. Josef von Arimathäa war dabei, als Jesus verurteilt wurde. Was er dort getan oder gedacht hat, ist nicht überliefert. Aber er setzt sich dafür ein, dass Jesus begraben wird und begleitet ihn auf seinem letzten irdischen Weg. Daran erinnert der Karsamstag. Wie eine Gesellschaft mit den Toten umgeht, zeigt ihre Haltung dem Leben gegenüber. Wo die Toten nicht geehrt werden, gibt es auch keine Humanität für die Lebenden, besonders nicht für jene, die die Zuwendung der Gesellschaft brauchen. Jesus geht für sie ins Grab.

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