Montag, 4. April 2022

Montag der 5. Fastenwoche, 4. April 2022


Jesus erwiderte ihnen: Auch wenn ich über mich selbst Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis wahr. Denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe. Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über niemanden. (Joh 8,14-15)


Es passiert oft, dass geurteilt wird, bevor schon das Wissen da ist, was eigentlich passiert ist und was die Gründe waren. Vor allem die sozialen Medien verleiten dazu, sehr schnell ein Urteil abzugeben, sehr zum Schaden der Betroffenen. Jesus hat das selbst erlebt. Die Erzählung des Evangeliums erinnert uns daran, dass niemand davon ausgenommen ist. Fastenzeit bedeutet, eigene schnelle Urteile nochmals zu überdenken.

Sonntag, 3. April 2022

Fünfter Fastensonntag, 3. April 2022


Ich halte dafür, dass alles Verlust ist, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles überragt. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm erfunden zu werden. Nicht meine Gerechtigkeit will ich haben, die aus dem Gesetz hervorgeht, sondern jene, die durch den Glauben an Christus kommt, die Gerechtigkeit, die Gott schenkt aufgrund des Glaubens. (Phil 3,8-9)


Paulus hat eine radikale Bekehrung erfahren. Von jetzt an will er nicht mehr das Eigene tun, sondern die Sache Christi. Nicht jede Erneuerung muss so radikal sein. Aber das wesentliche im Glauben ist, sich von Christus ergreifen zu lassen und für das Evangelium eintreten. Wer weiß, dass der Maßstab des Handelns von Gott kommt und nicht nur meinen Eigeninteressen entspringt, wird einen ganz neuen Zugang zur Welt und zu den Mitmenschen finden.

Samstag, 2. April 2022

Samstag der 4. Fastenwoche, 2. April 2022


Ich aber war wie ein zutrauliches Lamm, das zum Schlachten geführt wird, und ahnte nicht, dass sie gegen mich Böses planten: Wir wollen den Baum im Saft verderben; wir wollen ihn ausrotten aus dem Land der Lebenden, sodass seines Namens nicht mehr gedacht wird. Aber der HERR der Heerscharen richtet gerecht, er prüft Nieren und Herz. Ich werde deine Vergeltung an ihnen sehen, denn dir habe ich meine Sache anvertraut. (Jer 11,19-20)


Christen sollen von allen Menschen immer das Gute annehmen. Das wirkt vielleicht naiv und kann dazu führen, dass man von anderen übervorteilt wird. Aber die Ordnung Gottes ist anders. Nicht das Gewinnen oder gar die Gewalt zählen, sondern wie wir Menschen einander begegnen. Die vorurteilsfrei und wertschätzend aufeinander zugehen, auch wenn sie dafür keinen Dank bekommen, tun die Sache Gottes. Dort ist das Reich Gottes spürbar.

Freitag, 1. April 2022

Freitag der 4. Fastenwoche, 1. April 2022


Während Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht von mir aus gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, ist wahrhaftig. Ihr kennt ihn nur nicht. Ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und weil er mich gesandt hat. (Joh 7,28-29)


Kennen wir Jesus? Trauen wir ihm etwas zu? Viele gehen gerne zum Gottesdienst oder sind teil einer Gemeinde, weil es ihnen angenehm ist. Aber trauen sie tatsächlich Gott zu, dass er ihr Leben führt? Die vierzig Tage sind eine Zeit der Bewährung: ist der Glaube nur ein angenehmes Beiwerk, oder trägt er mein Leben?

Donnerstag, 31. März 2022

Donnerstag der 4. Fastenwoche, 31. März 2022


Denk an deine Knechte, an Abraham, Isaak und Israel, denen du selbst geschworen und gesagt hast: Ich will eure Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel, und: Dieses ganze Land, von dem ich gesprochen habe, will ich euren Nachkommen geben und sie sollen es für immer besitzen. (Ex 32,13)


Auch wenn es manchmal so scheint – die Kirche ist von Gott nicht alleine gelassen. Sie beschränkt sich nicht auf die, die sich heute hier versammeln. Sie ist immer Kirche in der ganzen Welt heute sowie Kirche über alle Zeiten hinweg. Die Gläubigen wissen sich in einer großen Schar geborgen, die alle von Gott gerufen sind, mit ihren Stärken und Schwächen. Die vierzig Tage erinnern daran, dass Gott nicht von allen alles verlangt, sondern immer das, was dir und mir möglich ist.

Mittwoch, 30. März 2022

Mittwoch der 4. Fastenwoche, 30. März 2022


Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen. (Joh 5,24)

Wer Christus begegnet und an ihn glaubt, hat das ewige Leben. Manchen scheint die Rede von einem ewigen Leben nach Vertröstung zu klingen. Das passt aber nicht zum Evangelium. Das Wort Gottes, das die Auferstehung und das ewige Leben verheißt, verändert die Welt hier und heute. Wer fest in der Hoffnung ist, wird sich in dieser Welt schon für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen.

Dienstag, 29. März 2022

Dienstag der 4. Fastenwoche, 29. März 2022


Dann führte er mich zum Eingang des Tempels zurück und siehe, Wasser strömte unter der Tempelschwelle hervor nach Osten hin; denn die vordere Seite des Tempels schaute nach Osten. Das Wasser floss unterhalb der rechten Seite des Tempels herab, südlich vom Altar. Wohin der Fluss gelangt, da werden alle Lebewesen, alles, was sich regt, leben können und sehr viele Fische wird es geben. Weil dieses Wasser dort hinkommt, werden sie gesund; wohin der Fluss kommt, dort bleibt alles am Leben. (Ez 47,1.9)

Wo Wasser ist, da ist Leben. Die Vision des Propheten, vom Wasser, das aus dem Tempel hervor strömt, macht deutlich, dass die Begegnung mit Gott im Glauben Leben schenkt. Wo das Reich Gottes aufblüht, ist Leben, ja Leben in Fülle. Dort geht es den Menschen gut, dort können sie froh und in Frieden sein. Die vierzig Tage sind auch eine Zeit sich darauf zu besinnen, dass der Glaube lebendig ist und lebendig macht.