Montag, 19. Februar 2024

Beziehungen als Geschenk

Montag der 1. Fastenwoche, 19. Februar 2024

Gott, der HERR, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu. Und der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie genannt werden; denn vom Mann ist sie genommen. (Gen 2,22-23)

Der Mensch ist nicht zum Alleinsein geschaffen, Mann und Frau sollen füreinander Partner sein, so ist es Gottes Plan. Die menschliche Gemeinschaft ist ein Geschenk, mit dem sorgsam umgegangen werden soll. Beziehungen sind ein großer Wert, müssen aber oft viel aushalten. Die vierzig Tage geben die Gelegenheit, dankbar zu sein und Beziehungen zu pflegen.

Sonntag, 18. Februar 2024

Zeit für die Umkehr

Erster Fastensonntag, 18. Februar 2024

In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste. Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste
und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium! (Mk 1,12–15)

Die Wüste ist schön, aber lebensfeindlich. Wer dorthin geht, ist auf sich allein gestellt und ganz auf Gott angewiesen. Dort sind besondere Gotteserfahrungen möglich. Gleichzeitig ist die Wüste voller Gefahren, von außen und von innen. Jesus geht in die Wüste, weg von den Menschen, um ganz frei zu sein für seine Sendung. In dieser Situation wird die Versuchung stark. In der Wüste sind Menschen angreifbar. Zur Nachfolge Jesu gehört, die eigene Angreifbarkeit ernst zu nehmen und der Versuchung zu widerstehen. Jesus fasst seine Verkündigung in einfachen Worten zusammen. Drei Aspekte sind wichtig.
Die Zeit ist erfüllt. Wir sollen nicht mehr abwarten, was passiert, sondern aktiv werden. Der erste Schritt führt aus der Bequemlichkeit heraus.
Das Reich Gottes ist nahe. Die Mächtigen in der Welt streiten um Einfluss. Viele versuchen, auf Kosten anderer noch ein bisschen mehr zu gewinnen. Das Reich Gottes ist ein ganz anderes Programm. Gottes Herrschaft orientiert sich am Guten, an der Gerechtigkeit und
an der Schöpfungsordnung. Was Gott will, soll geschehen.
Kehrt um und glaubt an das Evangelium. Die Rede von der Umkehr ist für gläubige Menschen nicht ganz einfach. War alles falsch, was ich getan habe? Muss ich mein Leben immer wieder neu anfangen? Gewiss, es gibt große Bekehrungserlebnisse. Aber es gibt auch viele, deren Weg, vielleicht mit Umwegen, aber doch stetig zu Gott führt. Umkehr bedeutet dann, mich selbst zu fragen, ob ich noch in der richtigen Spur bin. An das Evangelium zu glauben bedeutet dann, in der Spur Jesu zu gehen. Die vierzig Tage geben die Gelegenheit, sich darüber zu vergewissern.

Samstag, 17. Februar 2024

Das Gute genügt

Samstag nach Aschermittwoch, 17. Februar 2024

 

Dann gebot Gott, der HERR, dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn am Tag, da du davon isst, wirst du sterben. (Gen 2,16-17)

Viele meinen, dss wir alles dürfen. Was immer möglich ist, soll auch erlaubt sein. Wäre da nicht gerade die Erkenntnis von Gut und Böse wichtig? Dieses rätselhafte Wort wird besser verständlich, wenn man sich gedanklich ins Paradies versetzt. Es ist ein Ort der Harmonie, des unbefangenen Miteinanders, in der füreinander allein das Gute gewollt wird. Gut und Böse sind nicht gleichwertig. Das Gute kann ohne das Böse sein, das Böse nur dort, wo das Gute fehlt oder zerstört wird. Fastenzeit bedeutet, das Gute in allen Dingen zu sehen.

Freitag, 16. Februar 2024

Freiheit und Verantwortung

Freitag nach Aschermittwoch, 16. Februar 2024

Gott, der HERR, nahm den Menschen und gab ihm seinen Wohnsitz im Garten von Eden, damit er ihn bearbeite und hüte. (Gen 2,15)

Der Garten ist keine Wildnis, sondern ein kultivierter Lebensraum. Wir Menschen können die Natur verändern und so Lebensmöglichkeiten für viele schaffen. Damit ist eine große Verantwortung verbunden. Die Worte, die hier verwendet werden, erlauben keine schrankenlose Ausbeutung. Sie verlangen einen sorgsamen Umgang mit der Natur. Gott hat den Menschen Freiheit zur Gestaltung gegeben und Verantwortung für alle Geschöpfe.

Donnerstag, 15. Februar 2024

Geschenke der Natur

Donnerstag nach Aschermittwoch, 15. Februar 2024

 

Gott, der HERR, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und köstlich zu essen, in der Mitte des Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. (Gen 2,9)

Die Veränderungen des Klimas, die spürbare Bedrohung der Umwelt schärfen das Bewusstsein, dass die Natur unserem technischen Können entzogen ist. Die Erde mit all ihrer Schönheit ist der Lebensraum, der uns geschenkt ist, damit wir hier Nahrung und Entfaltungsmöglichkeiten finden. Die Natur stellt uns Fragen: Wie gehen wir um mit dem Leben, dem eigenen, dem der anderen Menschen, mit den anderen Lebewesen? Was ist das Gute, das Gott uns schenkt? Wie kommt es, dass so viel Böses geschieht?

Mittwoch, 14. Februar 2024

Umkehr und Neuanfang

Aschermittwoch, 14. Februar 2024

 

Da formte Gott, der HERR, den Menschen, Staub vom Erdboden, und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen. Dann pflanzte Gott, der HERR, in Eden, im Osten, einen Garten und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte. (Gen 2,7-8)

Die Asche, die den Beginn der vierzig Tage des Fastens markiert, erinnert an den Staub (hebräisch adamah), aus dem der Mensch (adam) gemacht ist. Umkehr bedeutet nicht, alles zu vergessen und zu verachten, was bisher geschehen ist, sondern sich darauf zu besinnen, was Gott mir Gutes geschenkt hat und damit mein Leben wieder bewusster zu führen.


Impulse zur Fastenzeit 2024

 


Tägliche Impulse sollen den Weg durch die Vierzig Tage im Jahr 2024 begleiten. Dafür habe ich in freier Folge einige Bibelstellen ausgewählt, die zeigen, wie das Dasein der Menschen vor Gott besser verstanden werden kann. An den Sonntagen werde ich die jeweiligen Sonntagsevangelien kommentieren. Die Gedanken dazu sind Impulse, selbst weiterzudenken.