Sonntag, 19. Dezember 2021

Selig, die glauben

Impuls: 4. Adventssonntag, 19. Dezember 2021


In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. (Lk 1,39-45)

Zu Weihnachten feiern wir das Wunder der Geburt Jesu Christi. In den Evangelien werden eine Reihe von Begebenheiten erzählt, die zu diesem Wunder gehören. Doch sollte dabei nicht übersehen werden, dass es vor allem um das Wunder des Glaubens geht. Gott spricht Menschen an, um mit ihnen gemeinsam den Weg des Heiles zu gehen. Maria und Elisabet folgen ihm und erfahren am eigenen Leib das Wirken Gottes. Im Glauben sind wir sicher, dass Gott alle Menschen, dich und mich anspricht. Selig sind, die wie Maria glauben und vertrauensvoll die Wege Gottes gehen.


Samstag, 18. Dezember 2021

Die Nähe Gottes wieder entdecken

Impuls: Samstag der dritten Adventswoche, 18. Dezember 2021


Siehe, Tage kommen - Spruch des HERRN -, da werde ich für David einen gerechten Spross erwecken. Er wird als König herrschen und weise handeln und Recht und Gerechtigkeit üben im Land. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden, Israel kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Der HERR ist unsere Gerechtigkeit. (Jer 23,5-6)

Die Gerechtigkeit ist keine Leistung, sondern ein Geschenk. Der Prophet verkündet, dass Gott selbst kommen und das Geschick seines Volkes zum Besseren wenden wird. Gott ist nicht ein absolutes, unveränderliches, fernes Prinzip irgendwo, sondern der lebendige, nahe Gott, der seinem Volk begegnen und es zur Gerechtigkeit führen möchte. Advent bedeutet, die Nähe Gottes wieder neu zu entdecken.

Freitag, 17. Dezember 2021

Der Glaube macht die Welt besser

Impuls: Freitag der dritten Adventswoche, 17. Dezember 2021


Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, dem Königssohn gib dein gerechtes Walten. Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit und deine Elenden durch rechtes Urteil. Dann tragen die Berge Frieden für das Volk und die Hügel Gerechtigkeit. (Ps 72,1-3)

Hat Jesus Gerechtigkeit gebracht? Ist die Welt durch sein Kommen besser geworden? Viele bezweifeln das bis heute und wollen deshalb nicht so recht an ihn, den Sohn Gottes, glauben. Sicher hat die Kirche, hat das Christentum Schwächen, wie jede Ansammlung von Menschen. Und doch gibt es in der Geschichte des Christentums unzählige Beispiele, wo Frauen und Männer sich mit ganzer Kraft für die Gerechtigkeit eingesetzt haben. Jede und jeder hat Schwächen. Wer sich aber auf den Glauben ehrlich einlässt und die anderen mit den Augen des Glaubens begreift, kann bezeugen: Der Glaube macht die Welt ein bisschen gerechter immer damit immer wieder besser.

Donnerstag, 16. Dezember 2021

Das Wesentliche und der Schein

Impuls: Donnerstag der dritten Adventswoche, 16. Dezember 2021

 

Als die Boten des Johannes weggegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Siehe, Leute, die sich prächtig kleiden und üppig leben, findet man in den Palästen der Könige. Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Sogar mehr als einen Propheten. Dieser ist es, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bahnen wird. Ich sage euch: Unter den von einer Frau Geborenen gibt es keinen größeren als Johannes; doch der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er. (Lk 7,24-28)

Äußerlichkeiten sind wichtig, sie können aber auch das eigentlich Wichtige überdecken. Gerade im Advent begegnen uns viel Glanz und Lichterschein, doch sollen wir genauer hinschauen, hinter die äußere Pracht. Der Advent ist die Zeit, die äußere und innere Not zu sehen. Johannes der Täufer weist unbestechlich darauf hin, dass die Umkehr notwendig ist. Nur mit einer Haltungsänderung lässt sich die Not tatsächlich wenden. Seid für die Umkehr bereit, dann wird auch bei euch Advent!

Mittwoch, 15. Dezember 2021

Gott schafft Gerechtigkeit und Heil

Impuls: Mittwoch der dritten Adventswoche, 15. Dezember 2021


Ich bin der HERR und sonst niemand. Der das Licht formt und das Dunkel erschafft, der das Heil macht und das Unheil erschafft, ich bin der HERR, der all dies macht. Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen! Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie lasse Gerechtigkeit sprießen. Ich, der HERR, erschaffe es. (Jes 45,6b-8)


Der Tau ist morgens da, ohne dass jemand auf Erden etwas dazu beiträgt. So sollen wir uns Heil und Gerechtigkeit von Gott schenken lassen. Doch das beschenkt werden fällt gerade heute oft schwer. Dazu ist eine Haltung der Offenheit notwendig, die Geschenke zulässt ohne sie als verdiente Leistungen falsch zu verstehen. Advent bedeutet, sich von der falschen Selbstsicherheit zu lösen und offen zu sein für das, was Gott mir schenken will.


Dienstag, 14. Dezember 2021

Bereit sein zur Umkehr

Impuls: Dienstag der dritten Adventswoche, 14. Dezember 2021 (Hl. Johannes vom Kreuz)


Johannes ist zu euch gekommen auf dem Weg der Gerechtigkeit und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt. (Mt 21,32)

Die Zöllner und die Dirnen sind in der Sicht der Evangelisten die Sünder und Sünderinnen schlechthin. Offensichtlich wissen sie, dass sie die Umkehr brauchen. Jesus spricht zu den Hohenpriestern und Ältesten, zu denen, die öffentlich als Gläubige gelten. Sie meinen, dass der Ruf zur Umkehr sich nicht an sie richtet. Beide Aspekte kann jede und jeder in sich selbst entdecken: Bin ich bereit, meine eigene Schwäche anzuerkennen? Dann bin ich bereit für die Umkehr und das Kommen Jesu. Dann bin ich bereit für den Advent.


Montag, 13. Dezember 2021

Ich sehe ihn, aber nicht jetzt

Impuls: Montag der dritten Adventswoche, 13. Dezember 2021


Spruch dessen, der Gottesworte hört und die Kunde des Höchsten kennt, der eine Vision des Allmächtigen sieht, der niedersinkt mit entschleierten Augen: Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, ich erblicke ihn, aber nicht in der Nähe: Ein Stern geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel. (Num 24,16-17a)

Die Vision über Israel passt gut in den Advent. Zu Beginn der dritten Adventswoche ist die Erwartung schon groß. Der Advent ist ein Sinnbild für das Leben im Glauben. Manchmal fehlt der Blick auf Gott, wird schmerzlich vermisst. Dann wieder erhellt ein Strahl der Hoffnung die Finsternis, das Ziel, die Begegnung mit dem lebendigen Gott, wird wieder deutlich. Advent macht uns bewusst, dass Gott immer schon auf dich und auf mich wartet.