Montag, 7. April 2025

Almosen geben ohne zu rechnen

Montag der 5. Fastenwoche, 7. April 2025


Verkauft euren Besitz und gebt Almosen! Macht euch Geldbeutel, die nicht alt werden! Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst! (Lk 12,33)

Was ist wirklich wichtig? Für viele Menschen zählen heute Geld, Besitz, Erfolg und Ansehen. Doch diese vermeintlichen Schätze sind schnell vergänglich. Jesus spricht von einem Schatz im Himmel. Er wächst nur durch das Gute, das wir auf Erden tun. Damit sollen wir verschwenderisch umgehen. Wer den Bedürftigen gerne gibt und dabei nicht seinen eigenen Vorteil ausrechnet, gibt die Almosen, auf die es ankommt.

Sonntag, 6. April 2025

Nicht verurteilen

Fünfter Fastensonntag, 6. April 2025


Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete Jesus sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie das gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr! (Joh 8,7-11)

Jeden Tag werden Menschen verurteilt, nicht nur von den zuständigen Gerichten, sondern auch in Gesprächen, beim Tratsch über andere, in den Medien, im Internet. Jesus lenkt unseren Blick auf jene, die Urteile schnell aussprechen, weil sie sich für berechtigt halten. Es ist viel leichter, über andere zu urteilen, als ehrlich über sich selbst nachzudenken. Doch darauf kommt es an, wie Jesus zu denen sagt, die die Ehebrecherin steinigen wollen. Er fordert sie heraus. Sie stellen sich der Herausforderung nicht. Sie gehen weg und lassen Jesus und die Frau alleine. Sicher hat sie gesündigt, doch Jesus verurteilt sie nicht. Er schenkt einen Neuanfang und lädt zur Umkehr ein. Jesus nachfolgen bedeutet, andere nicht zu verurteilen, sondern ihnen wertschätzend zu begegnen.

Samstag, 5. April 2025

Das Gebet für jeden Tag

Samstag der 4. Fastenwoche, 5. April 2025


So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen! Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben! Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen! (Mt 6,9-13)

Das Vaterunser enthält Bitten und Selbstverpflichtungen. Gott soll sein Reich auf Erden errichten und das Gute tun. Wir bitten um das Notwendige zum Leben und die Vergebung der Sünden. Damit das gelingen kann, sagen wir zu, anderen zu vergeben und dass wir uns auf den Willen Gottes einlassen wollen. Wenn das gelingt, können wir die Versuchung bestehen. Das Gebet des Herr ist das Programm für ein christliches Leben. Beten wir es jeden Tag!

Freitag, 4. April 2025

Offen für das Unerwartete

Freitag  der 4. Fastenwoche, 4. April 2025


Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil. Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt. (Mk 11,24-26)

Warum soll ich beten? Was habe ich davon? Warum soll ich andere bitten? Sie tun ohnehin nichts für mich. – So denken viele. Diese Vorstellung erfüllt sich von selbst durch die abwehrende Haltung, die jemand einnimmt. Nur wer ohne Hintergedanken betet, erlebt die Erfüllung. Nur wer frei ist für die Gabe des Guten, kann sie auch erhalten. Genauso ist die Versöhnungsbereitschaft unbedingt notwendig, als Voraussetzung für die Erfahrung des Neuen, Unerwarteten. Die Vierzig Tage sind eine Einladung, sich für das unerwartete Gute bereit zu machen.

Donnerstag, 3. April 2025

Der Heilige Geist betet in uns

Donnerstag der 4. Fastenwoche, 3. April 2025


So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist. Denn er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein. (Röm 8,26-27)

Glaube bedeutet zu vertrauen, dass Gott das Gute für uns will. Nicht die spontan entstandenen Wünsche, sondern das wirklich Notwendige soll unser Gebet prägen. Oft fehlen dazu die Worte. Es ist eine Erfahrung des Geistes, dass Gott auch dann immer wieder etwas Gutes schenkt. Das meint Paulus, wenn er davon spricht, dass der Heilige Geist unser Beten übernimmt. Von diesem Vertrauen soll das Gebet geprägt sein.

Mittwoch, 2. April 2025

Gott hört die Klage

Mittwoch der 4. Fastenwoche, 2. April 2025


Mein Auge ist getrübt vor Kummer, ist matt geworden wegen all meiner Gegner. All ihr Übeltäter, weicht zurück von mir, denn der HERR hat mein lautes Weinen gehört! Gehört hat der HERR mein Flehen, der HERR nimmt mein Beten an. (Ps 6,8-10)

Beten hat oft die Form der Klage. Wenn es Menschen schlecht geht, werfen sie ihre Klage auf Gott, und das ist gut so. Gott kennt die Freude und das Leid. In der langen Geschichte des Glaubens sind viele Gebetserfahrungen der Rettung aus der Not bezeugt. Zwar gibt es keine Garantie, doch wer sein Leid auf Gott hin öffnet, macht damit eine Wendung erst möglich.

Dienstag, 1. April 2025

Fragen und Bitten

Dienstag der 4. Fastenwoche, 1. April 2025


Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. (Lk 11,9-10)

Es ist nicht leicht, jemanden um etwas zu bitten. Damit bringe ich zum Ausdruck, dass ich selbst bedürftig bin. Lieber wollen wir selbst gesucht, gefunden, gefragt, gebeten werden. Andere sollen doch verstehen, was wir von ihnen wollen. Es ist eine feste gläubige Überzeugung, dass Gott weiß, was wir brauchen. Aber geben kann er es nur, wenn wir dafür bereit sind. Die Vierzig Tage sind eine gute Gelegenheit, wieder mehr zu suchen, zu fragen und zu bitten.