Montag, 26. Februar 2024

Eigene Schuld eingestehen

Montag der 2. Fastenwoche, 26. Februar 2024

Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, davon nicht zu essen? Der Mensch antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben. So habe ich gegessen. (Gen 3,11-12)

Gott stellt zwei Fragen. Adam beantwortet sie nicht direkt. Er weiß, dass er falsch gehandelt hat, gesteht es aber nicht ein, sondern schiebt die Schuld der Frau zu. Weil sie ihm von der Frucht des Baumes gegeben hat, hat er gegessen. Für Vergebung und Erneuerung ist die unbedingt notwendige Voraussetzung, sich selbst und Gott die eigene Schuld einzugestehen.

Sonntag, 25. Februar 2024

Kraft aus der Gottesbegegnung

Zweiter Fastensonntag, 25. Februar 2024

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihnen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien ihnen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und überschattete sie und es erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemanden mehr bei sich außer Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen. (Mk 9,2–10)

Berge sind Orte der Gottesbegegnung. Am Berg Horeb begegnet Mose Gott im brennenden Dornbusch, später erfährt Elija dort Gott. Am Berg Sinai erhält Mose die Gebote. Jesus predigt auf einem Berg. Viele Menschen machen die Erfahrung der Nähe Gottes, wenn sie auf einem Berg sind, so wie es von den drei Jüngern hier mit Jesus erzählt wird. Es ist ihre Bergerfahrung.
Die erzählte Geschichte wirkt wunderbar, fast unglaublich. Die Apostel erleben eine überwältigende Begegnung mit Jesus, die sie ziemlich herausfordert. Das zeigt die Reaktion des Petrus. Er möchte Hütten bauen, damit sie bleiben können und der Augenblick möglichst lange dauert. Aber es geht um etwas anderes. Sie sollen verstehen, mit welcher Sendung Jesus gekommen ist und was Jesus von ihnen will.
Die erste Aufgabe der Jünger damals wie heute ist, auf Jesus zu hören. Die Botschaft Jesu setzt fort, was im Gesetz und bei den Propheten steht, für die Mose und Elija stehen, in der Bibel Israels, dem Alten Testament. Die Zehn Gebote und die prophetischen Mahnungen haben bleibende Gültigkeit. Rätselhaft bleibt für sie jetzt noch das Wort von der Auferstehung.
Die Jünger müssen wieder in den Alltag zurück. Für sie gilt dasselbe wie für die Kirche und die Gemeinden heute. Es gibt Momente der Christusbegegnung, die Kraft geben und so schön sind, dass wir uns wünschen, sie würden nicht vergehen. Aber der Auftrag an die Kirche und die Gläubigen ist anders, wir sollen aus den Erfahrungen Kraft gewinnen, um anderen davon Zeugnis zu geben.

Samstag, 24. Februar 2024

Gott sucht alle Menschen

Samstag der 1. Fastenwoche, 24. Februar 2024 (Hl. Matthias)

Aber Gott, der HERR, rief nach dem Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du? Er antwortete: Ich habe deine Schritte gehört im Garten; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich. (Gen 3,9-10)

Gott geht Adam nach und sucht ihn, die Sünde hat nicht das letzte Wort. Gott will alle Menschen zum Guten führen. Adam weiß, was er getan hat und meint, sich vor Gott verstecken zu müssen. Seine Angst ist, nackt und bloß vor Gott zu stehen. Doch Gott kennt die Menschen, wie sie sind. Auch wenn ich mich von ihm abgewandt habe, ist er noch da. Glauben bedeutet, zu vertrauen, dass Gott mir immer nachgeht.

Freitag, 23. Februar 2024

Bruch von Beziehungen

Freitag der 1. Fastenwoche, 23. Februar 2024

Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz. Als sie an den Schritten hörten, dass sich Gott, der HERR, beim Tagwind im Garten erging, versteckten sich der Mensch und seine Frau vor Gott, dem HERRN, inmitten der Bäume des Gartens. (Gen 3,7-8)

Die Sünde verändert die Beziehungen der Menschen untereinander, zu sich selbst und zu Gott. Sie wussten vorher schon, dass sie nackt waren, aber jetzt stört es sie. Sie kommen mit sich selbst nicht mehr zurecht. Und sie fürchten die Begegnung mit Gott. Das Paradies als ein Ort der Unbefangenheit, des Miteinander ist schon verloren gegangen, wo die Beziehungen nicht mehr halten. Die vierzig Tage geben die Gelegenheit, Beziehungen wieder aufzubauen.

Donnerstag, 22. Februar 2024

Sein wollen wie Gott

Donnerstag der 1. Fastenwoche, 22. Februar 2024 (Kathedra Petri)

Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben. Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse. Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und begehrenswert war, um klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß. (Gen 3,4-6)

Sein wie Gott, das ist die vermeintliche Verheißung und die Sicherheit darüber, was Gut und Böse ist. Es ist köstlich, etwas Verbotenes auszuprobieren, die Grenzen auszutesten. Aber dann zeigt sich, dass sich die Zweifel nicht ausräumen lassen. Die Sünde ist einfach und banal. Sie zeigt ihre Macht negativ. Der Glaube sagt, dass das Gute stärker ist, wenn wir darauf vertrauen.

Mittwoch, 21. Februar 2024

Verführung und Zweifel am Guten

Mittwoch der 1. Fastenwoche, 21. Februar 2024

Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der HERR, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben. (Gen 3,1-3)

Die Schlange steht hier für die Verführung zum Bösen. Sie hinterfragt alles und sät Zweifel an dem, was Gott von den Menschen will. Führt das Gebot tatsächlich zum Guten? Ist das Gute, das uns geschenkt ist, wirklich gut? Wer so fragt, ist schon nahe daran, das Gute sein zu lassen und sich für das Böse zu entscheiden. Das drastisch formulierte Gebot macht deutlich: das Böse zu tun ist nicht förderlich für das Leben.

Dienstag, 20. Februar 2024

Unbefangene Begegnungen

Dienstag der 1. Fastenwoche, 20. Februar 2024


Beide, der Mensch und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander. (Gen 2,25)

Wie viel wird heute öffentlich bloßgestellt, freiwillig oder unfreiwillig. Gleichzeitig fehlt die Unbefangenheit, mit der Menschen einander begegnen. Das Paradies wird in der Heiligen Schrift als ein Ort dargestellt, wo die Menschen sein dürfen, wie sie sind. Sie können einander gegenübertreten, nehmen sich gegenseitig an, ohne Vorurteile. Anderen unbefangen begegnen zu können, ist wertvoll.