Montag, 7. März 2022
Montag der 1. Fastenwoche, 7. März 2022
Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, empfangt das Reich als Erbe, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist! Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. (Mt 25,34-36)
Es wirkt ganz einfach. Jesus verlangt von den Seinen nur das eine, auf die Armen und Leidenden zu schauen. Jesus begegnet uns in den Menschen, die uns gerade heute brauchen, eine helfende Hand oder ein gutes Wort. Wer sensibel für die materielle und geistige Not der anderen ist und entsprechend handelt, hat Anteil am Reich Gottes, so einfach und doch schwierig. Die vierzig Tage sind eine gute Gelegenheit, sich zu fragen: Wo sind die Menschen, in denen Jesus mir begegnen will? Wen habe ich vielleicht übersehen?
Sonntag, 6. März 2022
Erster Fastensonntag, 6. März 2022
Was sagt die Schrift? Nahe ist dir das Wort in deinem Mund und in deinem Herzen. Das heißt: das Wort des Glaubens, das wir verkünden; denn wenn du mit deinem Mund bekennst: Herr ist Jesus - und in deinem Herzen glaubst: Gott hat ihn von den Toten auferweckt, so wirst du gerettet werden. (Röm 10,8-9)
Die österliche Bußzeit ist eine Zeit der Besinnung auf den Glauben. Er ist nicht nur etwas Äußerliches oder eine andere Art von Wissen, sondern eine Haltung, die den Menschen ganz und gar betrifft, den Verstand und das Gefühl. Der Glaube des Herzens und das Bekenntnis des Mundes gehören zusammen. Glauben bedeutet, sich Jesus Christus anschließen und das eigene Leben nach seinem Beispiel ausrichten.
Samstag, 5. März 2022
Samstag nach Aschermittwoch, 5. März 2022
Wenn du Unterjochung aus deiner Mitte entfernst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemandem übel nachredest, den Hungrigen stärkst und den Gebeugten satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie der Mittag. (Jes 58,9b-10)
Ungerechtigkeit, üble Nachrede und Armut in unserer Mitte scheinen selbstverständlich, weil sie so alltäglich vorkommen. Sie verdunkeln unser Leben. Vielleicht kann ich mit den kleinen Veränderungen meiner eigenen Haltung diese Übel nicht völlig aus der Welt schaffen, ich kann aber beitragen, dass die Welt damit ein bisschen besser wird, dass ein kleines Licht die Dunkelheit erhellt. Wie eine Kerze damit beginnt, das Dunkel zu vertreiben, so kann ein christliches Leben die Welt in kleinen Schritten zum Besseren verändern.
Freitag, 4. März 2022
Freitag nach Aschermittwoch, 4. März 2022
Ist nicht das ein Fasten, wie ich es wünsche: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, Unterdrückte freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen? Bedeutet es nicht, dem Hungrigen dein Brot zu brechen, obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deiner Verwandtschaft nicht zu entziehen? (Jes 58,6-7)
Fasten darf auch dem eigenen Wohlergehen dienen, aber das steht nicht im Vordergrund. Das Prophetenwort hat einen anderen Fokus. An der ersten Stelle steht der Perspektivenwechsel, nicht mehr das Eigene steht im Vordergrund, sondern das Gute, das Gott will. Dann kann ich mein Fasten in den Dienst am Guten stellen, das heißt, mich den Armen und Leidenden zuwenden. Das ist das rechte Fasten vor Gott.
Donnerstag, 3. März 2022
Donnerstag nach Aschermittwoch, 3. März 2022
Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. (Lk 9,23-24)
Leben als Christin, als Christ bedeutet, Jesus nachfolgen und das Kreuz auf sich zu nehmen. Dabei soll sich niemand absichtlich selbst schaden oder den Schmerz suchen. Nachfolge ist eine Haltung, die das christliche Leben prägen soll. Dabei steht nicht das Eigene im Vordergrund, sondern der Blick auf das Ziel, auf die Gemeinschaft mit Gott, zu der wir gemeinsam unterwegs sind. Das eigene Kreuz tragen bedeutet, annehmen was Gott mir zumutet, heute, in der Fastenzeit und an jedem Tag im Jahr.
Mittwoch, 2. März 2022
Aschermittwoch, 2. März 2022
Spruch des HERRN: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen! Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum HERRN, eurem Gott! Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Huld und es reut ihn das Unheil. (Joël 2,12-13)
Viele Menschen fasten heute, aus Glaubensgründen, um abzunehmen oder weil es ihnen sonst irgendwie gut tut. Die vierzig Tage der Vorbereitung, die Fastenzeit sollen uns gut tun, denn sie sind eine Zeit der Gnade. Oft stehen wir uns dabei aber selbst im Wege. Umkehr mit ganzem Herzen bedeutet, sich nicht mehr selbst im Weg zu stehen sondern offen zu werden für das, was Gott mir in meinem Leben Gutes tun will.
Österliche Wegmarken - Impulse zur Fastenzeit 2022
Der Weg der vierzig Tage ist ein Abbild des Zuges Israels durch die Wüste, der vierzig Jahre gedauert hat. Er führt vom Aschermittwoch zum Osterfest. Anhand kurzer Bibeltexte soll es für jeden Tag kleine Wegmarken geben, die dazu anleiten, bewusst durch diese Zeit zu gehen.
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