Donnerstag, 2. April 2015

Gründonnerstag, 2. April 2015

Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.
Joh 19,30

Die Kraft Jesu ist am Ende. Er stirbt früher als erwartet. Der Tod ist die Vollendung seines irdischen Weges, nicht der Abbruch. Jesus ist bis ans Kreuz gegangen, sein Weg ist vollbracht. Jetzt ist die Zeit für die Stille des Karsamstags.

Mittwoch, 1. April 2015

Mittwoch der Karwoche, 1. April 2015

Danach, als Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet. Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund.
Joh 19,28-29

Jesus ist durstig. Das ist eine ganz menschliche Regung. Sie gaben ihm Essig zu trinken, denn er sollte nicht verdursten, sondern langsam und qualvoll am Kreuz sterben. Wer die Bibel kennt, wird an den Psalmvers erinnert: “Sie gaben mir Gift zu essen, für den Durst reichten sie mir Essig” (Ps 69,22). Jesus ist ganz unten angekommen. Nur mehr die Peiniger sind da. Aber er geht auch zu denen, die gegen ihn sind, ja ihm Böses wollen.

Dienstag, 31. März 2015

Dienstag der Karwoche, 31. März 2015

Um die neunte Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Mt 27,46

Jesus macht sich einen Ruf aus dem 22. Psalm zu eigen. Was er da aber sagt, ist dramatisch, ja unglaublich. Wie kann er, Jesus, der Sohn Gottes von Gott verlassen sein? Aber er muss in die Gottesferne gehen, um dort auch dem letzten Sünder noch zu begegnen. Denn nur in dieser solidarischen Begegnung ist Umkehr möglich.

Montag, 30. März 2015

Montag der Karwoche, 30. März 2015

Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Joh 19,25-27

Die Mutter und der Jünger, in der Stunde der Not sind sie da und Jesus gibt sie einander in Obhut. Er lässt seine Mutter nicht allein zurück und genauso den Jünger. Alle, die beim Kreuz Jesu stehen, wissen, dass sie in der Trauer nicht allein sind, sondern einander geschenkt und aufgegeben.

Sonntag, 29. März 2015

Palmsonntag, 29. März 2015

Es war einige Tage vor dem Osterfest. Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage und Betanien am Ölberg, schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus. Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor uns liegt; gleich wenn ihr hineinkommt, werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her! Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?, dann antwortet: Der Herr braucht ihn; er lässt ihn bald wieder zurückbringen. Da machten sie sich auf den Weg und fanden außen an einer Tür an der Straße einen jungen Esel angebunden, und sie banden ihn los. Einige, die dabeistanden, sagten zu ihnen: Wie kommt ihr dazu, den Esel loszubinden? Sie gaben ihnen zur Antwort, was Jesus gesagt hatte, und man ließ sie gewähren. Sie brachten den jungen Esel zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier, und er setzte sich darauf. Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus; andere rissen auf den Feldern Zweigen von den Büschen ab und streuten sie auf den Weg. Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt. Hosanna in der Höhe!
Mk 11,1-10

Der Esel trägt Jesus in die Stadt, und die Menschen jubeln ihm zu. Sie jubeln ihm zu und streuen grüne Zweige auf den Weg. Aber der Jubel wird bald weichen. Viele haben vielleicht bedauert, dass Jesus angeblich doch nicht erfolgreich ist, andere hatten eigene Vorstellungen von dem, was Jesus tun sollte. Und so sind die Vorstellungen oft anders als die Wege Gottes. Deshalb wendet sich erster Jubel allzu oft in Ablehnung. Doch Gott kann auch das Kreuz zum Leben wenden.

Samstag, 28. März 2015

Samstag der 5. Fastenwoche, 28. März 2015

Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Lk 23,39-43

Jesus wird unter die Verbrecher gerechnet und mit ihnen gekreuzigt. Einer der Verbrecher betrachtet ihn als seinesgleichen, doch der andere sieht die Verhältnisse richtig. Jesus ist unschuldig. Weil der Unschuldige mit den Verbrechern in den Tod geht, kann etwas Neues entstehen. Weil der Schächer bereut, gibt es für ihn die Rettung. Jesus nimmt ihn mit sich ins Paradies, so wie alle, die sich an Jesus halten.

Freitag, 27. März 2015

Freitag der 5. Fastenwoche, 27. März 2015

Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Dann warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich.
Lk 23,34

Insgesamt sieben Worte sind überliefert, die Jesus am Kreuz sprach, bevor er starb. Er betet, wie so oft. In der Stunde des Todes bittet er um Vergebung für die Peiniger, die nicht wissen, was sie tun. Sie wissen es auch jetzt noch nicht, sondern gehen weiter ihren Beschäftigungen nach. Sie teilen ihren “Lohn”, nämlich die Kleider und Habseligkeiten der Verurteilten. Wie oft geschieht Böses, dass den Tätern nicht bewusst ist. Jesus aber sieht auch die Schwächen der Täter.