Montag, 7. April 2014

Montag der 5. Fastenwoche, 7. April 2014

Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr! (Joh 8,10-11)

Keiner hat die Ehebrecherin verurteilt, weil alle darauf gewartet haben, dass Jesus das Urteil spricht. Sie gehen weg und sind verärgert. Sie hätten ja gewusst, wie er urteilen und verurteilen soll. Jesus aber handelt anders. Die Sünde ist nicht einfach weggewischt, sondern benannt. Aber weil Jesus auf die Verurteilung verzichtet, gibt er der Frau ihre Würde zurück und ermöglicht ihr einen Neuanfang.

Sonntag, 6. April 2014

5. Fastensonntag, 6. April 2014

Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. (Joh 11,25-27)

Es geht nicht um Worte, Vorschriften, Gebote oder ein Lebenskonzept. Es geht um Jesus selbst. Marta weiß nicht, was sie erwartet. Sie trauert noch um ihren toten Bruder Lazarus. Aber sie vertraut sich Jesus an. Christsein heißt, sich selbst und das eigene Leben Jesus anvertrauen. Dann wird der Glaube zur Lebensquelle.

Samstag, 5. April 2014

Samstag der 4. Fastenwoche, 5. April 2014

Als die Gerichtsdiener zu den Hohenpriestern und den Pharisäern zurückkamen, fragten diese: Warum habt ihr ihn nicht hergebracht? Die Gerichtsdiener antworteten: Noch nie hat ein Mensch so gesprochen. (Joh 7,45-46)

Die Gerichtsdiener wurden ausgeschickt, um Jesus zu holen. Sie hätten sich auf ihren Auftrag berufen und ihn einfach mitnehmen können, ohne zu überlegen. Aber sie haben zugehört, sich ihre eigene Meinung gebildet und danach gehandelt. Sie haben die Begegnung mit Jesus in ihrem Leben zugelassen.

Freitag, 4. April 2014

Freitag der 4. Fastenwoche, 4. April 2014

Während Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit. Ihr kennt ihn nur nicht. Ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und weil er mich gesandt hat. (Joh 7,28-29)

Wie oft bilde ich mir ein, ich wüsste, was Gott will: Ich weiß es, kein anderer. Jesus sagt zu seinen Gegnern: Ihr wisst, wer ich bin und was ich tue. Aber weil ihr selbst schon beschlossen habt, was richtig für euch ist, deshalb könnt ihr gar nicht entdecken, worauf es wirklich ankommt.

Donnerstag, 3. April 2014

Steinigung Jesu – Steinigung heute

Im Johannesevangelium zeichnet der Evangelist einen immer deutlicher werdenden Konflikt zwischen Jesus und manchen jüdischen Autoritäten, der dann letztlich in die Auslieferung an Pilatus mündet. Nachdem er die Steinigung einer Ehebrecherin verhindert hat mit den Worten: “Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein” (Joh 8,7), wird von verschiedenen Auseinandersetzungen erzählt. Jesus spricht über sich selbst, sein Verhältnis zum Vater und über die Taten der “Juden” (gemeint sind wohl Sadduzäer und Pharisäer). Mehr und mehr spitzt sich die Debatte zu, und nun wollen sie ihn steinigen, sie haben nämlich die Steine schon in der Hand (Joh 8,59; 10,31). Sie werfen ihm Gotteslästerung vor, Religionsfrevel. Was zunächst noch eine Auseinandersetzung um Gesetzesauslegung war, wird nun zu einer direkten, persönlichen Konfrontation. Jesus geht ihr nicht aus dem Weg. Obwohl er um die Gefahr weiß, geht er nach Jerusalem (Joh 11,8).

Die Steinigung ist in vielen alten Religionen belegt. Sie ist für schwere religiöse Vergehen vorgesehen. Damit soll alles Unreine aus dem Volk entfernt werden. Die Aufgabe einer kultischen Religion ist ja, die Gläubigen rein zu machen und so für die Begegnung mit Gott vorzubereiten. Jene, die nicht zur Glaubensgemeinschaft gehören, sind unrein. So zumindest die Vorstellung. In manchen Teilen der Erde wird sie heute noch oder sogar wieder praktiziert, obwohl sie uns zurecht völlig unzeitgemäß scheint.

Obwohl wir Steinigungen für barbarisch halten und völlig ablehnen, hat die moderne Gesellschaft viele Formen gefunden, Menschen auf andere Weise vorzuführen und zu “steinigen”, etwa im Gespräch, beim Tratschen hintenherum, über die Medien oder im Internet.

Das geschieht aus religiösen Motiven, so wenden sich fundamentalistische Moslems in vielen Teilen der Welt gegen Christen und andere Gläubige, Atheisten und säkulare Menschen gegen gläubige, aber auch Christen gegen die Angehörigen anderer Konfessionen oder sogar katholische, orthodoxe oder evangelische Gläubige gegeneinander. Und das Motiv ist immer das gleiche: die “richtigen” Gläubigen wollen die “falschen” Gläubigen entfernen, ja vernichten. Wo Menschen glauben, gibt es Auseinandersetzungen um den rechten Glauben. Und weil es beim Glauben um eine existentielle Sache geht, gehen die Konfrontationen tief ins Persönliche.

Das geschieht aber auch in der Gesellschaft, so bekämpfen einander die Angehörigen verschiedener politischer Gruppierungen, unterschiedlicher Nationalitäten und Schichten, Inländer und Ausländer, Nachbarn, Reiche und Arme, Frauen und Männer, Junge und Alte, Partner und Expartner, Menschen mit verschiedenen Ansichten und Gefühlen usw. Auch hier ist die Motivation im Grunde dieselbe: die “Richtigen” wollen die “Falschen” entfernen. Die Unterscheidung von “rein” und “unrein”, “drinnen” und “draußen”, “richtig” und “falsch” spielt in der Religion deshalb eine Rolle, weil sie urmenschlich ist.

Die Botschaft Jesu geht über diese Unterscheidung hinaus. Gott “lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte” (Mt 5,45). Die Feindes- und Nächstenliebe ist sehr schwer. Sie ist aber geboten, weil Gott alle Menschen liebt. Christen sollen vollkommen sein, wie Gott vollkommen ist (Mt 5,47). Ein erster Schritt dorthin ist, die Steine niederzulegen und nicht auf die anderen zu werfen.

Donnerstag der 4. Fastenwoche, 3. April 2014

Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt? (Joh 5,44)

Mein Glaube hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Ich werde mir oft selbst zum Hindernis, weil ich mir Anerkennung und Ehre bei den anderen erwarte. Die Ehre, die von Gott kommt, ist anders. Da zählt das Gute, das oft unbemerkt und manchmal ganz wie von selbst geschieht.

Mittwoch, 2. April 2014

Mittwoch der 4. Fastenwoche, 2. April 2014

Amen, amen, ich sage euch: Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und alle, die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben. (Joh 5,25-26)

Der Glaube an Jesus Christus schenkt Leben. Aber das geschieht nicht immer und überall, sondern nur dann, wenn ich mich darauf einlasse, wenn ich die Stunde erkenne. Die Stunde Jesu ist am Karfreitag, sein Tod am Kreuz, der in die Auferstehung übergeht.