Samstag, 28. Februar 2026

Liebe über die Maßen

Samstag der 1. Fastenwoche, 28. Februar 2026

Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist! (Mt 5,43–48)

Gott will, dass wir vollkommen sind, so sagt Jesus und weist den Weg der Vollkommenheit: die Liebe zu allen Menschen, auch zu den Feinden. Alle Menschen sind Geschöpfe, Gott liebt sie, wie er die ganze Schöpfung liebt. Christus nachfolgen bedeutet, ihn nachzuahmen und zu handeln, wie er handelt. Der Maßstab des eigenen Handelns soll nicht sein, was alle anderen tun, sondern was Gott tut. Die Liebe soll über das normale Maß hinausgehen. Das ist keine einfache Forderung, vielmehr ein hohes Ideal. Nicht alles davon wird gelingen, aber es ist ein wichtiges Ziel.


Freitag, 27. Februar 2026

Bereit zur Versöhnung

Freitag der 1. Fastenwoche, 27. Februar 2026

Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe! (Mt 5,23–24)

Gebet und Gottesdienst sind gut und wichtig. Sie bringen aber nur dann Frucht, wenn die eigene Haltung damit übereinstimmt. Wer unversöhnt, im Streit oder mit Argwohn anderen gegenüber zum Gottesdienst geht, wird kein Heil finden. Das ist dann eine äußerliche Frömmigkeit, die Jesus ablehnt. Wer selbst nicht zur Versöhnung bereit ist, dazu keine Schritte setzt, kann Gott nicht ehrlichen Herzens um Versöhnung bitten und wird sie nicht finden.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Gott sendet Engel

Donnerstag der 1. Fastenwoche, 26. Februar 2026

Darauf ließ der Teufel von ihm ab und siehe, es kamen Engel und dienten ihm. (Mt 4,11) 

Die Erzählung über Jesus in der Wüste schließt mit der kurzen Bemerkung, dass der Teufel ihn verlässt. Nachdem er den Versuchungen widerstanden hat, sendet Gott Engel, um ihn zu versorgen. Genauso ist es Elija gegangen, als er in die Wüste geflüchtet war, bevor er wieder zurückgehen sollte. Engel Gottes wirken immer wieder dort, wo Menschen Hilfe brauchen, die Gott ihnen schenkt. Oft werden sie dabei auch gar nicht bemerkt. Es könnte sein, dass auch mir schon ein Engel geholfen hat. Andererseits möchte Gott, dass auch wir für andere zu Engeln werden, die in die Wüsten ihres Lebens kommen und ihnen beistehen.
 

Mittwoch, 25. Februar 2026

Die Macht des Bösen

Mittwoch der 1. Fastenwoche, 25. Februar 2026

Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen. (Mt 4,8–10)

Die dritte Versuchung wirkt weit weg und ist doch aktueller denn je. Nicht weniger als die Herrschaft über die ganze Welt scheint für den möglich, der sich vor dem Herrscher des Bösen niederwirft. Die ganze Macht des Bösen wird spürbar, wenn Kriegstreiberei, Lüge, Betrug oder Manipulation zum Sieg führen. Auch im Alltag kommt es immer wieder vor, dass Menschen für einen kurzfristigen Erfolg skrupellos vorgehen. Die Götzen von Macht, Reichtum, Erfolg geben scheinbar denen Recht, die sie anbeten. Doch Jesus weist darauf hin, dass nur der Weg des Guten, der Weg Gottes, des Herrn, letztlich zum Ziel führt. 

Dienstag, 24. Februar 2026

Gott nicht auf die Probe stellen

Dienstag der 1. Fastenwoche, 24. Februar 2026

Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er um deinetwillen, und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. (Mt 4,5–7)

Die zweite Versuchung scheint verlockend: sich von den Mauern des Tempels fallen zu lassen, das eigene Leben zu riskieren, um auszuprobieren, ob Gott mich rettet. Handelt Gott, wenn ich ihn darum bitte? Tut er das, was ich von ihm erwarte? Wer so denkt, stellt Gott schon auf die Probe. Es ist gut und richtig, von Gott Hilfe in der Not zu erbitten. Gott will, dass wir das Gute von ihm erwarten. Gott aber wird dann auf die Probe gestellt, wenn nicht das Gute, sondern die eigene Geltungssucht, der Eigennutz auf Kosten anderer oder eine oberflächliche Spielerei im Mittelpunkt steht. Es kommt auf die Ehrlichkeit bei meinen eigenen Motiven an.

Montag, 23. Februar 2026

Das Wort schenkt Leben

Montag der 1. Fastenwoche, 23. Februar 2026

Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. (Mt 4,3–4)

Die erste Versuchung ist, aus Steinen Brot zu machen, dem körperlichen Bedürfnis nachzugeben und sich so dem Fasten zu entziehen. Jesus erinnert daran, dass das leibliche Wohl nicht alles ist. Gerade heute, wo Nahrung im Überfluss zur Verfügung steht und von allzu oft nicht geschätzt wird, ist das höchst aktuell. Dass sie alles haben können, macht die Menschen nicht zufriedener und führt nicht zur Dankbarkeit. Vielmehr haben viele das Gespür für den großen Wert des Wortes, das Heil und Leben bringt, für die Begegnung mit Jesus verloren. Das Bewusstsein für den hohen Wert des Brotes und des guten Wortes zu erneuern, tut gut.

Sonntag, 22. Februar 2026

Jesus in der Wüste

Erster Fastensonntag, 22. Februar 2026

Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel versucht werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Da trat der Versucher an ihn heran. (Mt 4,1–3a)

Der erste Fastensonntag erinnert an die Versuchung Jesu in der Wüste. Es ist nicht ungewöhnlich, dass er zur Vorbereitung seiner irdischen Verkündigung in die Wüste geht, um sich den Gefahren, Herausforderungen und Widrigkeiten seiner Sendung zu stellen. Er fastet und betet vierzig Tage. Damit ist er das Vorbild für unsere eigene Vorbereitung auf das Osterfest. Die Wüste ist ein Ort besonderer Klarheit. Hier werden die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Lebens offenbar. Hier begegnet Jesus dem Versucher, dem Diabolos, der alles durcheinanderbringt, wie sein Name sagt. Drei Versuchungen sind es, die der Teufel mit überraschender Bibelfestigkeit vorbringt. Jesus weist sie nicht einfach nur zurück, sondern lässt sich auf eine Diskussion ein. Er macht aus der Heiligen Schrift heraus deutlich, welchen Weg der Glaube weist. Die Vierzig Tage laden ein, sich den Wüsten des eigenen Lebens zu stellen.

Samstag, 21. Februar 2026

Das Gebet aus dem ehrlichen Herzen

Samstag nach Aschermittwoch, 21. Februar 2026

Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler! Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6,5–6)

Viele Menschen beten aus Dankbarkeit und öfter noch in der Not. Die unzähligen Kerzen, die in den Kirchen brennen, sind ein Zeichen dafür. Oft fehlen die Worte, dann geschieht das Gebet stumm und Gott versteht es trotzdem. Jesus warnt vor der Heuchelei, die auch beim Beten vorkommt. Andere um das Gebet bitten, ist dabei nicht gemeint, aber jede Prahlerei. Wer sagt: Ich kann nicht beten, oder: Ich brauche nicht beten, prahlt ebenso wie die, die demonstrativ vor allen anderen beten. Wichtig ist, dass das Gebet aus einem ehrlichen Herzen kommt.


Freitag, 20. Februar 2026

Das Gute im Übermaß

Freitag nach Aschermittwoch, 20. Februar 2026


Wenn du Almosen gibst, posaune es nicht vor dir her, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden! Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6,2–4)

Es ist ein angenehmes Gefühl, etwas Gutes zu tun. Wer anderen hilft, darf sich darüber selbst freuen. Wenn aber das Gute nur für das Gefühl getan wird, dann fehlt etwas. Wer mit freiem Herzen etwas gibt, fragt nicht, wozu es nutzt oder was damit passiert, denn das Gute ist nicht messbar. Selbstverständlich, ohne Hintergedanken und verschwenderisch Gutes tun, das ist die Haltung, die Jesus verlangt. Dann stärkt das Almosen die, die es empfangen, genauso wie die, die es geben.


Donnerstag, 19. Februar 2026

Sehen und gesehen werden

Donnerstag nach Aschermittwoch, 19. Februar 2026

Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. (Mt 6,1)

Social Media und andere moderne Kommunikationstechnologien bringen Menschen zusammen und tragen dazu bei, Informationen schnell zu verbreiten. Sie haben auch Gefahren. So versuchen viele, sich möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Sie wollen gesehen werden. Wer von anderen gesehen wird, gilt mehr, so ist die Meinung. Das ist menschlich. Und doch warnt Jesus vor so einer Haltung. Es kommt nicht darauf an, wer von den anderen viel Lob erhält, sondern darauf, was ich selbst in meinem Leben, nach meinen Möglichkeiten an Gutem tue.


Mittwoch, 18. Februar 2026

Bewusst auf Ostern zugehen

Aschermittwoch, 18. Februar 2026

Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6,16–18)

Viele fasten, um abzunehmen, gesund zu sein oder aus anderen Motiven. Am Aschermittwoch fasten auch noch viele, weil es zu diesem Tag gehört. Sich einzuschränken, bewusst auf etwas zu verzichten, auf die eigene Ernährung zu achten ist sicher etwas Gutes. Zum Fasten wird das, wenn es auch mit einer inneren Erneuerung einhergeht. Wer um des eigenen Glaubens willen auf etwas verzichtet, kann sich auf etwas Neues vorbereiten. Wer nicht so sehr auf den Moment schaut, wird bewusster auf Ostern zugehen. Freilich geht es nicht um das Fasten selbst, sondern um die Erneuerung und darum, die eigene Umgebung wieder bewusster wahrzunehmen. Die anderen müssen nicht merken, dass ich faste, aber ich soll wieder genauer auf sie schauen.
 

Der Weg der Vierzig Tage mit dem Evangelium

Impulse zur Fastenzeit 2026

Die Zeit der Vorbereitung auf das Osterfest wird meist Fastenzeit, auch österliche Bußzeit genannt. Im Lateinischen heißt sie schlicht Quadragesima, die Zeit der 40 Tage. Werden die sechs Sonntage nicht mitgezählt, sind es genau 40 Tage von Aschermittwoch bis zur Osternacht. Die Zeit dient der Vorbereitung auf das Osterfest. Fasten gehört dazu, vor allem aber ist es eine Zeit zur Vertiefung des Glaubens.

Der Glaube ist nicht einfach in vollkommener Weise da, sondern er gleicht einem Weg, der das eigene Leben zu Gott hinführt. Die Evangelien der fünf Fastensonntage, besonders im heurigen Lesejahr A, markieren wesentliche Punkte auf diesem Weg des Glaubens. So sollen bei diesen Impulsen besonders Texte aus den Sonntagsevangelien leitend sein.