In
der Bergpredigt spricht Jesus über die Gebote des Alten Testaments,
über das mosaische Gesetz, die Tora. Keines dieser Gebote soll
aufgehoben werden, sagt er. Wer ein Christ sein will, muss zuerst einmal
die Gebote halten (als ob nicht das schon schwer genug wäre). Dann aber
spricht er über einzelne Gebote und verschärft sie noch. Es genügt
nicht, den Freund zu lieben. Das kann jeder. Wahre Christen sollen auch
die Feinde lieben. Denn wer ein Christ sein will, muss über die
gewöhnliche Liebe hinausgehen, vollkommen sein, wie Gott selbst, unser
“himmlischer Vater”, vollkommen ist. Christen tun das Besondere, mehr
als das Übliche. Sie sind gerecht in einer Weise, die die Gerechtigkeit
der anderen noch deutlich übersteigt. Jesus verlangt nicht weniger als
Vollkommenheit.
Da
wird die bange Frage der Jünger nur zu verständlich: Wer kann dann noch
gerettet werden? Es lebt sich ja ganz gut unauffällig im Mittelfeld.
Für die meisten Menschen genügt es, einer von den Guten zu sein. Für
Jesus ist das nur der Anfang. Die Christen werden also daran gemessen,
wie sehr sie sich aus der Masse der Unbeteiligten herausheben. Die
Vollkommenheit besteht also darin, nicht bei dem zu bleiben, was man
schon hat, sondern das Leben weiterzugehen, auf Christus zu.
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