Auf diese Frage lassen sich zwei Antworten geben. Erstens ist der Glaube scheinbar gar nicht modern, sondern ziemlich alt. Er fängt mit der Begegnung mit Jesus von Nazareth an, der vor über 2000 Jahren geboren wurde, und hängt mit dem noch viel älteren Glauben Israels zusammen. Das Buch des Glaubens, die Bibel, ist ein altes Buch.
Zweitens muss der Glaube modern sein, denn er hat mit Erfahrungen zu tun, die höchst aktuell sind. Die Bibel kann nur überzeugen, wenn Menschen sich selbst und ihre Erfahrungen darin wiederfinden. Die Theologie muss daher eine moderne Sprache sprechen.
Schließlich ist der Glaube dadurch modern, dass er unmodern ist, weil er sich gegen den Zeitgeist wendet. Wenn sich heute Menschen fragen: Dürfen wir alles tun, was technisch möglich ist? Dürfen wir andere Menschen oder die Umwelt für unsere Zwecke ausbeuten? und der Glaube Ideen, die diese Fragen mit Ja beantworten, widerspricht, scheint er zwar zuerst unmodern, ist dann aber in seinem Widerspruch modern und zeigt die Richtung zu einem gelungenen Leben.
Sonntag, 5. Februar 2017
Sonntag, 18. Dezember 2016
Vierter Adventsonntag, Lesejahr A (18. Dez. 2016)
Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. (Mt 1,20-21)
Josef, der Gerechte, sucht nach einem Ausweg, der möglichst alle vor Schwierigkeiten bewahrt. Wer sich aber auf Gott einlässt, sollte keine Angst haben. Kaum ein Wort findet sich so oft in der Bibel wie: “Fürchte dich nicht!” Gott wird alle erlösen, die mit ihm gehen, die sich Jesus anvertrauen. In einer Welt, die das Evangelium allzu oft nicht versteht, die Gläubigen manchmal anfeindet, in einer Situation, die von Schwäche und Sünde regiert ist, sagt Gott: Lass zu, dass Jesus zu dir kommt, in dein Leben.
Montag, 12. Dezember 2016
Dritter Adventsonntag, Lesejahr A (11. Dez. 2016)
Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet. (Mt 11,4-5)
Die Botschaft Jesu, das Evangelium vom Reich Gottes ist keine Sensation, die die Massen im Moment emotional begeistert. Es ist eine Heilsbotschaft für die Armen, Kranken und Leidenden. Wo das Gute geschieht und das Leid gelindert wird, da ist das Evangelium lebendig. Jesus kommt zu allen Menschen, besonders aber zu denen, die ihn brauchen und Hilfe annehmen können.
Zweiter Adventsonntag, Lesejahr A (4. Dez. 2016)
Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand; er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. (Mt 3,11-12)
Johannes der Täufer zeigt den Menschen, dass die Umkehr notwendig ist, jetzt. Es ist ernst. Die Taufe mit dem Heiligen Geist und mit Feuer verändert die Welt, danach ist nichts mehr, wie es war. Das Gute wird offensichtlich und das Böse. Wenn ich es ernst meine, muss ich mich um das Gute in meinem Leben bemühen und das Böse meiden.
Sonntag, 27. November 2016
Erster Adventsonntag, Lesejahr A (27. Nov. 2016)
Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. (Mt 24,43-44)
In Zeiten voll von Krieg, Terror, wirtschaftlicher Verunsicherung soll man vorsichtig sein, wenn man von apokalyptischen Zeichen spricht. Sie machen Angst, zeigen aber keine Perspektiven. Die apokalyptischen Reden Jesu im Evangelium wollen keine Angst machen, sondern Zeichen der Hoffnung sein. Zur Hoffnung gehört aber auch das Bewusstsein, dass das Leben ernst ist. Das wichtigste Wort des Advent ist daher der Ruf Jesu: Seid wachsam! Geht mit offenen Augen durch die Welt. Dann seid ihr für Jesu Kommen bereit. Um diese Aufmerksamkeit geht es im Advent.
Sonntag, 13. November 2016
Wie schafft man es, möglichst gut und glaubwürdig über Gott und den Glauben zu sprechen?
Der Glaube an Gott ist eine persönliche Angelegenheit. Wer zum Glauben gekommen ist, hat im Innersten gespürt: Gott ist da. Gott hat mich selbst angesprochen. Über so eine intime Erfahrung lässt sich nicht leicht sprechen. Doch nur im Austausch über die eigenen Erfahrungen kann der Glaube wachsen. Und es ist notwendig, denn wir können nur dann als Kirche gemeinsam glauben, wenn es ein Gespräch über den Glauben gibt.
Paulus spricht im Römerbrief vom Glauben des Herzens und vom Bekenntnis des Mundes, die zusammenkommen müssen. Nur dann, wenn der Glaube, über den ich rede, wirklich echt ist, mein Herzensanliegen, kann das, was ich sage, glaubwürdig und überzeugend sein. Das heißt nicht, alle die vom Glauben reden, müssten schon selbst einen vollkommenen Glauben haben. Christsein heißt, auf dem Glaubensweg unterwegs sein mit Freuden und Schwierigkeiten. Überzeugend aber nicht aufdringlich ist eine Glaubensrede dann, wenn das Zeugnis von der eigenen Glaubenserfahrung mit allen Höhen und Tiefen getragen ist.
Sonntag, 18. September 2016
Was unterscheidet die Todsünden von den Haupt- oder Wurzelsünden?
Eine Sünde ist eine Tat, die aus freier Entscheidung gesetzt wird und die Beziehung zu anderen Menschen, zu mir selbst und zu Gott niederreißt. Eine Todsünde zerstört die Beziehung zu Gott so stark, dass ich mich dadurch ganz von Gott abwende. Damit habe ich selbst die Gemeinschaft mit Gott beendet. Ob eine Sünde so schwer ist, hängt nicht nur von der Tat selbst ab, sondern auch von meinen Absichten und den Umständen. Gemeint sind damit besonders schwere Sünden. Aber auch bei der Todsünde gibt es immer die Möglichkeit der Umkehr. Voraussetzung ist ein ehrliches Bekenntnis der Schuld, die Reue, der Wille zur Wiedergutmachung und die Bitte um Vergebung.
Als Haupt- oder Wurzelsünden werden Stolz, Habsucht, Neid, Zorn, Unkeuschheit, Unmäßigkeit, Trägheit oder Überdruss genannt. Eigentlich handelt es sich dabei um Haltungen, die unweigerlich zur Sünde führen. Sie sind ganz menschlich, werden aber leicht zum Schaden, besonders wenn man ihnen ständig nachgibt. Dann kann daraus ganz leicht eine Todsünde entstehen.
Als Haupt- oder Wurzelsünden werden Stolz, Habsucht, Neid, Zorn, Unkeuschheit, Unmäßigkeit, Trägheit oder Überdruss genannt. Eigentlich handelt es sich dabei um Haltungen, die unweigerlich zur Sünde führen. Sie sind ganz menschlich, werden aber leicht zum Schaden, besonders wenn man ihnen ständig nachgibt. Dann kann daraus ganz leicht eine Todsünde entstehen.
Abonnieren
Posts (Atom)