Freitag, 4. Dezember 2020

Hab Erbarmen mit uns!

Impuls: Freitag, 4. Dezember 2020


Als Jesus weiterging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids! Nachdem er ins Haus gegangen war, kamen die Blinden zu ihm. Und Jesus sagte zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich dies tun kann? Sie antworteten: Ja, Herr. Darauf berührte er ihre Augen und sagte: Wie ihr geglaubt habt, so soll euch geschehen. Da wurden ihre Augen geöffnet. (Mt 9,27-30a)

Jesus schenkt den Blinden, die an ihn glauben und auf das Erbarmen vertrauen, das Augenlicht. Das ist auch eine Botschaft für den christlichen Alltag. Wer sich im Glauben auf Jesus einlässt, kann lernen, all das zu sehen, worauf es wirklich ankommt. Advent ist eine Einladung, die eigene Blindheit für das, was mir und den anderen wirklich gut tut, wahrzunehmen und neue Wege zu sehen.


Donnerstag, 3. Dezember 2020

Gott ist unser Fels

Impuls: Donnerstag, 3. Dezember 2020


Wir haben eine starke Stadt. Zum Heil setzt Gott Mauern und Wall. Öffnet die Tore, damit eine gerechte Nation einzieht, die Treue bewahrt. Festem Sinn gewährst du Frieden, ja Frieden, denn auf dich verlässt er sich. Verlasst euch stets auf den HERRN; denn GOTT, der Herr, ist ein ewiger Fels. (Jes 26,1-4)

Der Glaube ist eine starke Macht, das erfahren Gläubige Menschen immer wieder. Aber es ist nicht immer leicht, auf die Kraft des Glaubens zu vertrauen. Die Versuchung, sich zu verstecken oder sich in eine Sonderwelt zu flüchten ist groß. Aber das will Gott nicht von uns. Der Advent soll die Türen des Glaubens öffnen, damit Raum für alle ist, die sich ehrlich um ein gutes Leben und die Gerechtigkeit bemühen. Gott lädt alle ein, im Glauben Kraft zu tanken und Schutz zu erfahren.


Mittwoch, 2. Dezember 2020

Siehe, das ist unser Gott

Impuls: Mittwoch, 2. Dezember 2020


An jenem Tag wird man sagen: Siehe, das ist unser Gott, auf ihn haben wir gehofft, dass er uns rettet. Das ist der HERR, auf ihn haben wir gehofft. Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat. (Jes 25,9)

Oft ist es unangenehm, über Gott oder über den Glauben zu sprechen. Aber es gibt Zeiten und Situationen, wo es gut tut, glauben zu können. Wer den Sinn des Advents verstanden und erfahren hat, wer erkannt hat, dass Gott im eigenen Leben wirkt, wer erfahren hat, wie viel Gutes ihr oder ihm geschenkt wurde, kann mit Überzeugung sagen: hier ist mein Gott, hier ist mein Glaube und sie sind wichtig für mich.

Dienstag, 1. Dezember 2020

Klein und unmündig sein

Impuls: Dienstag, 1. Dezember 2020

 


In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. (Lk 10,21)

Die Adventszeit hält normalerweise besonders für die Kinder viel bereit, Lebkuchen, Kekse, den Nikolaus, Spaziergänge am Adventmarkt, Lieder, Gerüche, Kerzen und vieles mehr. Sich auf den Advent einlassen heißt, von der Haltung der Kinder lernen, sich einfach und demütig auf das einlassen, was mir der Advent schenkt. Den Kleinen und Unmündigen zeigt sich Gott, weil sie sich selbst dabei nicht im Weg sind.

Montag, 30. November 2020

Kommt her, mir nach!

Impuls: Hl. Apostel Andreas, Montag, 30. November 2020



Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. (Mt 4,18-19)

Gleich der zweite Tag des Advent erinnert an einen der ersten Apostel, die Jesus beruft, um sie in die Welt zu senden. Jesus verlangt eine Umkehr von ihnen: lasst euch nicht mehr nur von euren Geschäften treiben, sondern kommt her und geht mir nach. Folgt meinen Spuren! Umkehr bedeutet, beachten ob ich in meinem Leben noch in der Spur Jesu bin. Der Advent gibt dazu Gelegenheit.

Sonntag, 29. November 2020

Seid wachsam!

Impuls: 1. Adventssonntag, 29. November 2020

 

Seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. (Mk 13,35-36)

Der Advent ist die Zeit der Vorbereitung auf die Wiederkunft Jesu Christi. Was so endzeitlich, ja apokalyptisch klingt, hat auch eine ganz konkrete Bedeutung für mein eigenes Leben als Christ in der Welt. Denn Christsein bedeutet, Jesus im eigenen Leben begegnen und andere Jesus begegnen lassen. Das stärkste Hindernis für die Begegnung bin ich aber oft selbst, weil ich vor lauter Hektik oft nicht mehr bemerke, was eigentlich wichtig ist. Der Advent soll Gelegenheit geben, wachsam zu sein und auf mich selbst zu schauen, ob ich noch Platz für Gott in meinem Leben habe. Wenn ich den wieder entdecke, finde ich auch Platz für andere Menschen, die mich gerade jetzt brauchen.



Donnerstag, 26. November 2020

Advent, du stille Zeit

Für viele ist der Advent heuer eine besonders stille Zeit. Das Covid19 Virus hat die ganze Welt in eine Krise gestürzt, unsere Regierung hat drastische Maßnahmen gesetzt. Die Kirchen und Religionsgemeinschaften haben gemeinsame Gottesdienste ausgesetzt, freiwillig, allerdings nicht auf eigene Initiative, sondern auf dringende Bitte der Regierung. Von uns Gläubigen wird viel verlangt. Wer allerdings selbst durch das Virus erkrankt ist oder Erkrankte kennt, weiß, dass Corona zu einer schweren Erkrankung führt, von der sich auch junge Menschen nur langsam erholen. Von den Älteren will ich gar nicht reden.


Wenn man zu Hause sitzt, weil man das Haus nicht verlassen darf, kommen Zweifel, gerade im Advent, wo wir doch viel lieber unterwegs wären, Freunde treffen würden, Weihnachtsmärkte oder Punschstände besuchen, die Rorate feiern und vieles andere mehr. Der Adventkranz steht zu Hause. Wie steht es aber mit der Segnung? Muss er heuer ohne Segen auskommen so wie ich selbst ohne Gottesdienst auskommen muss? - Halt, hier liegt ein Missverständnis vor! Dass die Sonntagsmesse nicht wie gewohnt stattfinden kann, bedeutet nicht, dass kein Gottesdienst gefeiert wird.

Sicher ist die gemeinsame Eucharistiefeier Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens. So erfahren wir sie auch. Aber darin erschöpft sich weder der Gottesdienst noch das kirchliche Leben. Es gibt auch viele Gottesdienstformen, wir selbst feiern können, in der Kirche, die ja offen sein soll, oder zu Hause. Die ganz alte Tradition der Hausgottesdienste hat gerade im Advent ihren guten Platz. Dabei kann auch die Familie selbst den Adventkranz segnen. Der Segen kommt nämlich von Gott, gleich ob der Papst Stadt und Erdkreis segnet, ein Priester Weihwasser verteilt oder eine Mutter ihrem Kind ein Kreuz auf die Stirn macht. Deshalb hält auch das Gotteslob, das offizielle Gebet- und Gesangsbuch, unter der Nummer 24 ein Modell für die Segnung des Adventkranzes zu Hause bereit. Zu Hause darf dabei auch gesungen werden. Wer Weihwasser zu Hause hat, kann das auch verwenden.

Die Heiligung des Tages geschieht durch das Stundengebet, morgens, mittags, abends, nachts. Jeder kann selbst Teile davon vollziehen. Die kleinste Form ist der Engel des Herrn, zu dem die Glocken unserer Kirchen dreimal täglich aufrufen. Wer unterwegs ist, kann dazu in eine Kirche gehen und ihn dort beten. Der Text findet sich ebenfalls im Gotteslob (3,6).

Jede und jeder kann eine Kirche besuchen auf dem Weg durch die Stadt, eine Kerze anzünden, ein Gebet sprechen für andere, für die Welt, für mich selbst. Eine andere wichtige Möglichkeit ist, mit Taten zu beten, andere anzurufen, vor allem die Einsamen, Kranken oder Isolierten. Manche brauchen auch Hilfe bei Besorgungen, und vielleicht kann man eine Kerze oder eine kleine Aufmerksamkeit dazufügen.

Mediale oder digitale Angebote können eine Hilfe sein, mehrere Fernseh- und Radiosender übertragen Gottesdienste, eine Fülle von Live-Streams bringen die Messe und andere Feiern zumindest in Bild und Ton nach Hause. Eine Übertragung ist nicht dasselbe, wie die persönliche Mitfeier. Aber wir wissen, dass diese Phase vorübergehen wird. Und, zumindest mir geht es so, wir erfahren, wie es denen geht, denen der Gottesdienst wichtig ist, die aber schon seit Jahren nicht mehr persönlich teilnehmen können. Die Radiomesse im Regionalradio des ORF jeden Sonntag hatte schon bisher bis zu 750.000 Hörerinnen und Hörer. Es gibt viele Menschen, die darauf angewiesen sind oder aus anderen Gründen bisher schon diesen Weg vorgezogen haben.

Advent, du stille Zeit. Der Tag ist nicht mehr weit - so singen wir in einem Adventlied. Heuer scheint die Zeit besonders still und der Tag besonders weit. In der christlichen Tradition ist der Advent eine Zeit der Vorbereitung, des Fastens und Betens. Christus möchte bei mir ankommen, in mir geboren werden. Bin ich dazu bereit? Heuer ist die Gelegenheit, dass wir uns auf das Wesentliche besinnen und uns auf andere, vielleicht intensivere Weise auf das Kommen Jesu vorbereiten!