Donnerstag, 26. März 2015

Donnerstag der 5. Fastenwoche, 26. März 2015

14. Station: Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt
An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.
Joh 19,41-42

Das Grab ist der Ort der Toten, die letzte Ruhestätte. Durch Christus aber ist es auch das Zeichen des neuen Lebens. Das Weizenkorn muss sich selbst aufgeben, aufbrechen, sterben, dann entsteht neues Leben.

Mittwoch, 25. März 2015

Mittwoch der 5. Fastenwoche (Verkündigung des Herrn), 25. März 2015

13. Station: Jesus wird vom Kreuz genommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
Ihr alle, die ihr des Weges zieht, schaut doch und seht, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz.
Klgl 1,12a

Alles ist Schmerz. Der Leichnam Jesu ist Zeichen des Verlusts. Wie gehen wir heute mit dem Tod um? Viele fliehen davor. Aber eine Gesellschaft, die vor den Toten flieht, muss Angst um ihre Humanität haben.

Dienstag, 24. März 2015

Dienstag der 5. Fastenwoche, 24. März 2015

12. Station: Jesus stirbt am Kreuz
Es war etwa um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei, und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus.
Lk 23,44-46

Jesus stirbt allein. Im Tod ist keiner bei ihm, alle sind sie geflohen. So verlieren die Jünger den Meister. Jesus aber fasst in der Todesangst noch einmal Vertrauen zu Gott, seinem Vater. Er geht den Weg durch die Finsternis der Sünde und des Todes. So bringt er der ganzen Welt das Licht.

Montag, 23. März 2015

Montag der 5. Fastenwoche, 23. März 2015

11. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt
Sie kamen zur Schädelhöhe; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den andern links. Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
Lk 23,33-34

Ans Kreuz mit ihm! Schnell wird jemand zum Verbrecher, gerät auf schiefe Bahnen oder wird kriminalisiert. Die Gesellschaft ist schnell da mit Bestrafungen, die aber nichts heilen können. Jesus geht auch zu den Verbrechern.

Sonntag, 22. März 2015

5. Fastensonntag, 22. März 2015

In jener Zeit traten einige Griechen, die beim Osterfest in Jerusalem Gott anbeten wollten, an Philippus heran, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und sagten zu ihm: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht auf die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren. Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen. Die Menge, die dabeistand und das hörte, sagte: Es hat gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat zu ihm geredet. Jesus antwortete und sagte: Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch. Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.
Joh 12,20-33

Da sind Leute, die Jesus sehen wollen, die sich interessieren. Andreas und Philippus kommen, um von ihrem Erfolg zu berichten. Jesus aber spricht etwas anderem, von seinem bevorstehenden Leiden und Tod. Der Donner zeigt an, dass etwas Großes bevorsteht. Das Bild vom Weizenkorn ist nur scheinbar harmlos. Erst muss alles umgestoßen werden, was wir uns vorgestellt haben. Sonst kann Gott sein Heilswerk nicht beginnen. Fastenzeit bedeutet, sich von vielen eigenen Vorstellungen und scheinbar guten Idealen zu lösen, damit das Reich Gottes sich in mir und durch mich entfalten kann.

Samstag, 21. März 2015

Samstag der 4. Fastenwoche, 21. März 2015

10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt
Man kann all meine Knochen zählen; sie gaffen und weiden sich an mir.
Ps 22,18

Vor der Hinrichtung wird Jesus bloßgestellt, er soll gedemütigt werden, ehe er am Kreuz stirbt. Heute sind Bloßstellungen an der Tagesordnung. Auf andere wird mit dem Finger gezeigt, die Schwächen hinausposaunt. Internet und mobile Kommunikation bieten unzählige Möglichkeiten, andere durch Bloßstellen hinzurichten. Jesus geht zu denen, die vor der Welt als Verlierer stehen.

Freitag, 20. März 2015

Freitag der 4. Fastenwoche, 20. März 2015

9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
Zum Spott geworden bin ich all meinen Feinden, ein Hohn den Nachbarn, ein Schrecken den Freunden; wer mich auf der Straße sieht, der flieht vor mir.
Ps 31,12

Wer dreimal fällt, steht nicht mehr auf, sagt man. Wie viele gibt es, die immer wieder fallen. Wie viele gibt es, die für die anderen schon abgeschrieben sind, bei denen nichts mehr geht, Ausschuss, in der Gesellschaft nicht mehr zu brauchen. Jesus aber steht wieder auf und nimmt so auch die Gefallenen dieser Welt auf seinen Weg mit.