Sonntag, 22. Februar 2015

1. Fastensonntag, 22. Februar 2015

In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm. Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!
Mk 1,12-15

Am ersten Fastensonntag steht die Versuchung Jesu in der Wüste im Mittelpunkt. Markus skizziert sie ganz kurz. Der Geist treibt Jesus in die Wüste, weil dort der Ort ist, an dem ich von allem frei Gott erfahren kann. Gleichzeitig bin ich dort den Angriffen des Bösen schutzlos ausgesetzt. So ist es auch mit den Wüsten meines Lebens: Ich muss hindurchgehen, auch wenn ich dort dem Bösen ausgesetzt bin. Aber ich weiß: Jesus, der selbst in die Wüste gegangen ist, ist auch bei mir in den Wüsten meines Lebens.

Samstag, 21. Februar 2015

Samstag nach Aschermittwoch, 21. Februar 2015

Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir missfällt. So behältst du recht mit deinem Urteil, rein stehst du da als Richter.
Ps 51,6

Sünde ist keine private Angelegenheit, sondern radikal und umfassend. Meine Sünde betrifft immer auch andere, die Welt und Gott. Vor Gott aber gibt es kein Verstecken, dort zeigt sich, worauf es in meinem Leben wirklich ankommt. Fasteinzeit heißt, die Sünde in meinem Leben erkennen.

Freitag, 20. Februar 2015

Freitag nach Aschermittwoch, 20. Februar 2015

Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Ps 51,5

Wer heute von der Sünde spricht, macht sich leicht verdächtig. Zu lange hat man Menschen gesagt, dass sie ihr Leben gar nicht gut führen können. Doch darum geht es nicht. Wirklich weise ist es, auch um die eigenen Grenzen zu wissen. Ich soll mir bewusst machen, was mir nicht gelungen ist. Das ist der erste Schritt, ohne den aber die Gnade Gottes nicht wirken kann.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Donnerstag nach Aschermittwoch, 19. Februar 2015

Wasch meine Schuld von mir ab und mach mich rein von meiner Sünde!
Ps 51,4

Reinheit, Sauberkeit spielt heute eine sehr große Rolle. Wir verschmutzen die Umwelt, damit wir selbst, unsere Kleidung und unser Wohnraum immer möglichst sauber sind. Der Psalm spricht von einer inneren Reinigung. Wenn meine Schuld nicht mehr an mir klebt, dann erst bin ich rein. Fastenzeit bedeutet, all das abzulegen, was mich innerlich behindert.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Aschermittwoch, 18. Februar 2015

Für den Chormeister. Ein Psalm Davids,
als der Prophet Natan zu ihm kam, nachdem sich David mit Batseba vergangen hatte.
Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Ps 51,1-3

Jeder Psalm soll mein eigenes Gebet werden, obwohl er von jemand anderem gebetet wurde. Die Überschrift sagt: es war das Gebet Davids, der seine Sünde erkannt hat und jetzt bereut. Es ist etwas geschehen, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die Sünde hat sich breit gemacht. Und trotzdem besteht noch Hoffnung, dass nämlich Gott in seinem Erbarmen neues Leben möglich macht.

Sonntag, 1. Februar 2015

Es gibt „geweihtes Leben“ in der Kirche. Ist das Leben der übrigen Christen ungeweiht?

Mit dem Begriff „geweihtes Leben“ meint man unter anderem Mönche, Nonnen oder Ordensleute, die mit einem Versprechen (der sogenannten Ordensprofess) sich ganz in den Dienst Christi stellen. Sie leben ihr Christsein auf eine besondere, intensive Weise. Sie verzichten dafür auf eine Familie, eigenen Besitz und ordnen sich der Gemeinschaft unter.

Was geweiht wird, ist für Gott und für den Gottesdienst bestimmt. Deshalb werden Bischöfe, Priester und Diakone geweiht, aber auch Kirchen und Altäre. Aber auch die Taufe ist auf eine bestimmte Art eine Weihe, weil die Getauften damit ihr Leben ganz in Gottes Hand legen. Im Lied heißt es: „Ich bin getauft und Gott geweiht“ (Gotteslob Nr. 491). In der Taufe sagt Gott zu mir: Du bist mein Kind. Und ich verspreche Gott, mein Leben nach dem Evangelium auszurichten. Das erinnert uns Christinnen und Christen daran, dass wir Menschen nicht nur für uns selbst auf der Welt sind, sondern dass wir Gott in unserem Leben einen Platz geben sollen.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Die Einheit der Menschen und der Dreieine Gott

Die Sehnsucht nach Einheit untereinander ist tief im Menschsein begründet. Alle Menschen sehnen sich nach Frieden und einem guten Miteinander. Deshalb ist auch die Trennung der Kirchen ein menschliches Ärgernis. Viel mehr aber noch ist sie vom Glauben her betrachtet ärgerlich und der Weg zur Einheit geboten. Das Motiv für die Suche nach der Einheit ist aber nicht nur ein äußeres, gewissermaßen ein “um zu”. Die Einheit der Menschen gründet auf die Einheit Gottes selbst. Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, der Eine Gott in der Dreifaltigkeit ist die Einheit schlechthin, eben nicht ein in sich abgeschlossener unbeweglicher, steinerner Block, sondern Einheit in der Liebe des Vaters zum Sohn im Geist. Sie ist das Vorbild für die Liebe der Menschen untereinander, die caritas, die uns alle verbindet.
So begründet das Konzil die Suche nach der Einheit aller Menschen, die der Kirche aufgegeben ist. Im Epheserbrief ist es fesgehalten (4,5-6): “Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.”
(Heute halte ich dazu einen Vortrag bei den Wiener Theologischen Kursen.)