Impulse zum Advent 2025
Warten wird von vielen Menschen heute als Zumutung empfunden. Wir sind daran gewöhnt, alles sofort bekommen zu können. War früher die Zeit vor Weihnachten noch vom Weg in Geschäfte geprägt, wo man hoffte, Geschenke kaufen zu können, sind es jetzt die großen Online-Händler, die einen Einkauf (fast) ohne Warten versprechen. Für Kinder ist das Warten auf Weihnachten besonders schwer, ist doch die Vorfreude so groß. Die mangelnde Bereitschaft, auf etwas Gutes eine angemessene Zeit lang zu warten, hängt mit der Unzufriedenheit einer Gesellschaft zusammen, in der die meisten Bedürfnisse leicht gestillt werden können.
Warten bedeutet auch, die Unsicherheit auszuhalten. Davon gibt es heute viele. Kriege, Handelskonflikte, wirtschaftliche Krisen, die Klimakrise oder die weltweiten Migrationsbewegungen sind auch in Mitteleuropa deutlich spürbar. Wo das Leben vor wenigen Jahren noch selbstverständlich sicher war, ist es jetzt von vielen Unwägbarkeiten geprägt. Die eigene Machtlosigkeit wird spürbar. Zu warten bedeutet aber nicht, untätig herumzusitzen und die Verantwortung anderen zuzuschieben. Es bedeutet auch, zuzulassen, dass sich Lösungen entwickeln, die vielleicht vorher nicht sichtbar waren. Dafür sind Vertrauen und Zuversicht nötig, Haltungen, die der Glaube schenken kann.
Der Advent ist die Zeit des Wartens auf die Ankunft Jesu Christi, unseres Herrn. In der Heiligen Schrift ist oft davon die Rede. Die Erwartung der Wiederkunft prägt den christlichen Glauben, auch wenn dieser Aspekt heute oft nur in kleinen christlichen Gruppen im Vordergrund steht. Warten zu können bedeutet hier, gegen den Zeitgeist anzugehen. Wir leben im Glauben, dass der Sohn Gottes Mensch wird, vor 2000 Jahren im Heiligen Land, heute hier bei uns. Das kann aber nur gelingen, wenn wir bereit sind, sein Kommen zuzulassen und die Haltung des Wartens einzunehmen.
Die Impulse zu den Tagen des Advent sind Einladungen zu einem kurzen Innehalten auf dem Weg zum Fest der Geburt Jesu Christi. Kurze Bibelstellen sind verbunden mit jeweils einem Gedanken. Mögen sie das Warten erleichtern.

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