eigenes Foto, 2009)
Von Gott wird gesprochen, auch heute. Die Gottesrede muss also nicht erst neu eingeführt werden, sondern ist schon lebendig. Das Wort Gott, im Singular und ohne Artikel verwendet, hat einen unaufgebbaren Sinn, der sich nicht mit irgendeiner Umschreibung erreichen lässt. Gott bedeutet etwas, denn Gott bedeutet uns etwas. Das ist die Sicht gläubiger Menschen.
Andere kritisieren die Gottesrede und meinen heute meist Glaubensinstitutionen und Gläubige. Schlimmer als die Kritik, mit der sich der Glaube auseinandersetzen kann, ist aber, wenn niemand mehr von Gott spricht. Das größte Problem für die Gottesrede heute ist die Gleichgültigkeit. Das Wort Gott kommt kaum mehr vor. Kann es sein, dass mit dem Verschwinden der Rede auch die damit angesprochene Sache selbst verschwindet?
Es gibt genügend Gründe, nicht von Gott zu sprechen. Zu oft und zu lange ist über Gott unangemessen geredet worden, zu viele Worte wurden gemacht, viel zu oft wurde das Wort Gott für eigene Interessen gebraucht. Vielfach ist das Wort missbraucht und gegen Menschen eingesetzt worden. Gerade deshalb aber dürfen wir es nicht preisgeben.
Es gibt ausreichend Anlass, vorsichtig mit dem Wort Gott umzugehen. Jede vorschnelle Berufung darauf, was Gott will, könnte ein Versuch sein, Gott für die eigenen Wünsche und Interessen zu vereinnahmen. Jeder Versuch, Gott zu definieren oder gar beweisen zu wollen, könnte letztlich darauf abzielen, Gott zu einem verfügbaren Teil dieser Welt zu machen und damit seines Gottseins zu berauben. Das Wort Gott ist da und wird verwendet, und doch kommt es darauf an, bei aller Gottesrede Gott immer Gott sein zu lassen. Denn eine gut fundierte Gottesrede ist heute absolut notwendig.
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