Dienstag, 8. Juli 2014

Medium und Message

The medium is the message, so sagt man oft heute, in einer Zeit, in der Medien jeder Art eine überragende Rolle spielen. Das Zitat, das von Marshall McLuhan stammt, weist auf etwas Zentrales hin. Was ausgesagt werden soll, lässt sich von der Art der Aussage nie völlig trennen. So ist es nicht gleich, ob ich mit der Füllfeder einen Brief schreibe, ein e-Mail oder eine Kurznachricht, ob ich jemandem ein Post-It an die Tür hefte oder eine Nachricht hier über diesen Blog verbreite. Selbst wenn der Text der gleiche wäre, wäre die Botschaft anders. Trotzdem gibt es auch mediale Formen, die nichts anderes als Hülsen sind. Das merkt man, wenn sie Inhalte transportieren, die keine Botschaft enthalten. Dann mag zwar die Form schön sein, aber ansprechend ist sie trotzdem nicht.

Auch das Christentum hat eine Message, das Evangelium, die Frohe Botschaft von Jesus Christus. Er selbst ist der Überbringer des Evangeliums von Gott und der Inhalt. Dieser Mittler ist selbst seine Botschaft. Die Christen wieder sollen das Evangelium in die Welt weitertragen. Dabei ist es wesentlich, dass Botschaft und Medium zusammenpassen. Die Verkündigung gelingt nur denen, die selbst von Jesus ergriffen sind, so wie Paulus von sich selbst schreibt. Das Evangelium wird man nur denen Glauben, denen es damit auch spürbar ernst ist.

Ist also die Krise der Kirche eine Krise der Verkündigung und ihrer Methoden? Nein, denn Methoden hatten wir noch nie so viele. Ja, denn wenn die Christen selbst die einzig überzeugende Methode sein können, dann müssen sie sich selbst kritisch fragen, wie ernst es ihnen mit ihrem Glauben ist.

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