Ich bin zu den Toten hinweggerafft wie Erschlagene, die im Grabe ruhen; an sie denkst du nicht mehr, denn sie sind deiner Hand entzogen. Du hast mich ins tiefste Grab gebracht, tief hinab in finstere Nacht. Schwer lastet dein Grimm auf mir, all deine Wogen stürzen über mir zusammen. [Sela] Die Freunde hast du mir entfremdet, mich ihrem Abscheu ausgesetzt; ich bin gefangen und kann nicht heraus. Mein Auge wird trübe vor Elend. Jeden Tag, Herr, ruf ich zu dir; ich strecke nach dir meine Hände aus. Wirst du an den Toten Wunder tun, werden Schatten aufstehn, um dich zu preisen? [Sela] Erzählt man im Grab von deiner Huld, von deiner Treue im Totenreich?
Ps 88,6-12
Der Tod wird in unserer Gesellschaft allzu oft verschwiegen. Er ist ein Verlust, nicht mehr. Aber die Grabesruhe kann heilsam sein, weil sie die Vorbereitung auf die Osterfreude ist, für die, die sie zulassen können. Karsamstag ist ein stiller Tag, einer der mich an meine Grenzen führt. Aber ohne dieses Bewusstsein kann es nicht Ostern werden.
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