Im Advent beten Christen immer wieder: Komm, Jesus. Es ist ein sehnsuchtsvoller Ruf, der Ausdruck eines Wunsches. Ich mag dieses Gebet. Gleichzeitig wird mir dabei aber manchmal ganz bang: Möchte ich Jesus wirklich jetzt und heute in meinem Leben haben? Bin ich denn für eine unmittelbare Begegnung mit ihm bereit? Ist es nicht besser, Jesus hält sich aus meinem so chaotischen und unfertigen Leben noch ein Weilchen fern, bis ich besser gerüstet bin?
Weihnachten ist ein schönes Fest, im Kreis der Lieben begangen, Zeit zur Versöhnung, zu einem schönen Miteinander. Aber die Geburt Christi fordert mich auch heraus, Christus in meinem Leben Raum zu geben. Dafür braucht es auch die Zuversicht, denn nur dann kann er mein Leben zum Besseren verwandeln. Der Barockdichter Angelus Silesius schreibt so unübertroffen:
“Wär Christus tausendmal zu Betlehem geboren
und nicht in Dir, du wärst doch ewiglich verloren.”
Und
so mischt sich in meinen Weihnachtsfrieden eine heilsame Unruhe, die
mich davon abhält, mit dem bisschen, was ich vor mir sehe, sofort
zufrieden zu sein. In meinem Leben ist noch Platz für Jesus. Wenn er
Platz findet, dann kann ich anderen Menschen mehr Raum geben und dann
auch für mich Raum finden. So ist Weihnachten die Zeit, sich selbst zu
erneuern, bewusster Schritte zu setzen, mein Leben mit mehr Freude und
Zuversicht, dafür ohne Angst zu führen. Maranatha! Komm, Herr Jesus!
und nicht in Dir, du wärst doch ewiglich verloren.”
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