Sonntag, 5. April 2026

Die Osterfreude weitergeben

Ostersonntag, 5. April 2026

Nach dem Sabbat, beim Anbruch des ersten Tages der Woche, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot. Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag! Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Sogleich verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude und sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen. (Mt 28,1–10)

Am ersten Tag der Woche, am Sonntag, ist alles neu. Eigentlich kommen sie, um dem Toten noch die Ehre zu erweisen, doch alles ist anders. Die Auferstehung selbst wird nicht geschildert, niemand war dabei. Die Frauen sehen die Folgen: Die Erde erbebt, der Stein wird weggerückt, das Grab ist leer und ein Engel deutet das Geschehen. Es ist überwältigend und doch nur im Glauben zu verstehen. Auf das Wort des Engels hin machen sie sich auf den Weg nach Galiläa. Dort sehen sie den Auferstandenen. Die Osterfreude wird für diejenigen spürbar, die sich auf das Wort des Engels einlassen und dem Ruf folgen. Sie erfahren Jesus, den Auferstandenen und können die Freude weitergeben: Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja!

Samstag, 4. April 2026

In der Hand Gottes

Karsamstag, 4. April 2026

Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef; auch er war ein Jünger Jesu. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, ihm den Leichnam zu überlassen. Josef nahm den Leichnam und hüllte ihn in ein reines Leinentuch. Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in einen Felsen hatte hauen lassen. Er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg. Auch Maria aus Magdala und die andere Maria waren dort; sie saßen dem Grab gegenüber. (Mt 27,57–61)

Wenn die Toten nicht mehr geehrt werden, ist die Humanität in Frage gestellt. Josef von Arimathäa kann nicht viel für Jesus tun, aber er kann für ein würdiges Begräbnis sorgen. Er stellt sogar sein eigenes Grab zur Verfügung. Von den vielen, die Jesus nachgegangen sind, bleiben nur zwei Frauen über. Der Karsamstag ist geprägt von der Trauer über den Verlust, ein stiller Tag. Doch das Grab wird zum Zeichen des neuen Lebens und zu einem Ort der Hoffnung. Damit die Auferstehung geschehen kann, muss Jesus zuerst zu den Toten gehen, um sie zum Leben zu führen. Die Hoffnung ist lebendig, wenn das Leben in die Hand Gottes gelegt wird.

Freitag, 3. April 2026

Das Zeichen des Sieges

Karfreitag, 3. April 2026

Von der sechsten Stunde an war Finsternis über dem ganzen Land bis zur neunten Stunde. Um die neunte Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: Er ruft nach Elija. Sogleich lief einer von ihnen hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab Jesus zu trinken. Die anderen aber sagten: Lass, wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihm hilft. Jesus aber schrie noch einmal mit lauter Stimme. Dann hauchte er den Geist aus. Und siehe, der Vorhang riss im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich. Die Gräber öffneten sich und die Leiber vieler Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt. Nach der Auferstehung Jesu verließen sie ihre Gräber, kamen in die Heilige Stadt und erschienen vielen. Als der Hauptmann und die Männer, die mit ihm zusammen Jesus bewachten, das Erdbeben bemerkten und sahen, was geschah, erschraken sie sehr und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn war dieser! (Mt 27,45–54)

Jesus von Gott verlassen – die Vorstellung ist unerträglich. Was passiert, wenn er, der Gott, dem Vater, so nahe ist, wie niemand sonst, von Gott verlassen ist? Jesus geht so weit, wie der Sohn Gottes nur gehen kann. Er geht dorthin, wo Gott fern ist, um alle zu erreichen, wie weit sie auch von Gott weg sein mögen. Sein Tod verändert die Welt und die Geschichte. Jesus ist gestorben, um alle Menschen zu versöhnen und zu Gott zurückzuführen. Das Allerheiligste im Tempel ist jetzt nicht mehr verhüllt. Alle können Gott dort begegnen. Die Soldaten, die Peiniger Jesu, bemerken es: Dieser war mehr als nur ein Mensch. Er war Gottes Sohn. Das Kreuz ist kein Schmuckstück, kein kulturelles Symbol, sondern das Zeichen des Sieges über Sünde und Tod. Der Karfreitag erinnert daran, das Kreuz bewusst zu ehren und im Leben zu tragen.

Donnerstag, 2. April 2026

Quelle des Glaubens

Gründonnerstag, 2. April 2026

Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sagte: Trinkt alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von dieser Frucht des Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von Neuem davon trinke im Reich meines Vaters. (Mt 26,26–29)

Das gemeinsame Mahl ist die höchste Form der Gemeinschaft. Jesus teilt mit den Jüngern das Brot und den Wein. Es ist ein Abschied und zugleich etwas ganz Neues. Jesus gibt sich selbst für die Erlösung, die Versöhnung der ganzen Welt. Jede Eucharistiefeier nimmt alle, die mitfeiern, in das Opfer Jesu mit hinein und baut sie zur Gemeinschaft, zum Volk Gottes auf. Sie stärkt die Hoffnung, weil sie etwas von der Herrlichkeit spüren lässt, in die Jesus die Seinen führen will. Am Abend des Gründonnerstags sind wir eingeladen, die Eucharistie bewusst zu feiern und als Quelle des Glaubens und der Hoffnung zu erfahren.

Mittwoch, 1. April 2026

Nahe bei den Leidenden

Mittwoch der Karwoche, 1. April 2026

Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Mantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an. Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen. Auf dem Weg trafen sie einen Mann aus Kyrene namens Simon; ihn zwangen sie, sein Kreuz zu tragen. So kamen sie an den Ort, der Golgota genannt wird, das heißt Schädelhöhe. Und sie gaben ihm Wein zu trinken, der mit Galle vermischt war; als er aber davon gekostet hatte, wollte er ihn nicht trinken. Nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los über sie warfen. Dann setzten sie sich nieder und bewachten ihn dort. (Mt 27,31–36)

Sie führen Jesus zur Kreuzigung. Er muss sein Kreuz selbst tragen, ist aber schon geschwächt, dass ein anderer gezwungen wird, ihm zu helfen. Jesus bekommt bitteren Wein zu trinken. Seine Kleidung wird ihm genommen und damit seine Würde, bevor er ans Kreuz geschlagen wird. In wenigen Worten schildert der Evangelist die ganze Grausamkeit der Hinrichtung bis hin zur Gleichgültigkeit der Peiniger. Für sie ist es eine Aufgabe wie jede andere. Jesus wird im Tod solidarisch mit allen Verfolgten, Gequälten, Gefolterten und Hingerichteten. Sein Leid bringt ihn ganz nahe zu allen anderen Leidenden. Durch die Auferstehung ist das Kreuz aus einem Zeichen der Grausamkeit zum Sinnbild des neuen Lebens geworden. Seine Passion ist eine Aufforderung, mit den Leidenden dieser Welt solidarisch zu sein.

Dienstag, 31. März 2026

Schnelle Verurteilung

Dienstag der Karwoche, 31. März 2026

Pilatus sagte zur Menge: Was soll ich dann mit Jesus tun, den man den Christus nennt? Da antworteten sie alle: Ans Kreuz mit ihm! Er erwiderte: Was für ein Verbrechen hat er denn begangen? Sie aber schrien noch lauter: Ans Kreuz mit ihm! Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache! Da rief das ganze Volk: Sein Blut – über uns und unsere Kinder! Darauf ließ er Barabbas frei, Jesus aber ließ er geißeln und lieferte ihn aus zur Kreuzigung. (Mt 27,22–26)

Die ideologische Verblendung führt dazu, dass die Gegner Jesu und die Menge lieber einen Verbrecher freilassen wollen als Jesus. Für ihn verlangen sie die Kreuzigung. Es ist leicht, die Verurteilung eines Menschen zu fordern, der nicht in die gerade aktuellen Vorstellungen passt. Pilatus, der Machthaber, lässt Jesus lieber hinrichten, als Verantwortung zu übernehmen. Jesus teilt das Schicksal so vieler. Sie werden unschuldig verurteilt, von Unrechtsregimen festgenommen, gefoltert und hingerichtet. Andere werden in den Medien, besonders in den sogenannten sozialen Medien, öffentlich bloßgestellt und verurteilt, oft bevor überhaupt eine Schuld feststeht. Das Evangelium von der Passion Jesu fordert uns auf, die eigene Haltung anderen gegenüber zu hinterfragen, für die Unschuldigen einzutreten und eigene vorschnelle Urteile zu überdenken.

Montag, 30. März 2026

Judas, der Freund

Montag der Karwoche, 30. März 2026

Noch während Jesus redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölf, mit einer großen Schar von Männern, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet waren; sie waren von den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes geschickt worden. Der ihn auslieferte, hatte mit ihnen ein Zeichen vereinbart und gesagt: Der, den ich küssen werde, der ist es; nehmt ihn fest! Sogleich ging er auf Jesus zu und sagte: Sei gegrüßt, Rabbi! Und er küsste ihn. Jesus erwiderte ihm: Freund, dazu bist du gekommen? Da gingen sie auf Jesus zu, ergriffen ihn und nahmen ihn fest. (Mt 26,47–50)

Jesus nennt Judas seinen Freund. Er war ein Jünger, der ihm voll Eifer nachgefolgt ist. Sicher war seine Begeisterung ehrlich. Was ist mit ihm passiert, dass er zum Verräter wurde? Immer wieder verlassen Menschen ihre Ziele und Ideale, ja verraten diese. Sie wenden sich gegen die, mit denen sie gemeinsam gegangen sind. Diese schmerzliche Erfahrung müssen viele machen. Oft bleiben die Motive den anderen verborgen. Jesus sieht im Verräter Judas immer noch den Menschen, den er berufen hat, seinen Freund. Gott ist auch bei denen, die den guten Weg verlassen, denn die Umkehr ist immer noch möglich. Das Beispiel des Judas ist eine Mahnung, sich selbst zu fragen, ob der eigene Weg zum richtigen Ziel führt.

Sonntag, 29. März 2026

Begeisterung für den Alltag

Palmsonntag, 29. März 2026

Die Jünger brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm nachfolgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! Als er in Jerusalem einzog, erbebte die ganze Stadt und man fragte: Wer ist dieser? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa. (Mt 21,7–11)

Jubel und Begeisterung prägen den Einzug Jesu in Jerusalem. Der Messias kommt, von dem die Menschen Rettung und Erneuerung erhoffen. Er erregt Aufsehen in der ganzen Stadt. Wird die Begeisterung anhalten? Immer wieder lassen sich Menschen mitreißen, nehmen die Erfahrung des Glaubens auf, bei Gottesdiensten, Veranstaltungen, Wallfahrten, an spirituellen Orten. Das ist wichtig. Die emotionale Dimension ist für den Glauben unverzichtbar. Wichtig ist, dass die stärkende, begeisternde Erfahrung im Alltag weiterwirkt.

Samstag, 28. März 2026

Glaube und Leben

Samstag der 5. Fastenwoche, 28. März 2026

Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn. (Joh 11,39–45)

Einmal noch wird der Glaube Martas auf die Probe gestellt, wenn das Grab geöffnet werden soll. Sie fürchtet den Leichengeruch, der die Endgültigkeit des Todes spürbar macht. Sie hat vielleicht auch schon abgeschlossen. Aber für Jesus ist Lazarus noch nicht verloren. Er soll sein Leben zurückerhalten um des Glaubens willen, damit auch der Glauben der anderen gestärkt werde. Wer Heil und Leben, die von Jesus ausgehen, hautnah erfahren hat, kann zum Glauben an ihn kommen. Viele tun es, aber nicht alle. So viel Wunderbares und Schönes geschieht in dieser Welt, aber nicht alle nehmen es wahr. So viel ist mir in meinem Leben geschenkt worden. Die Vierzig Tage laden ein, sich das bewusst zu machen.

Freitag, 27. März 2026

Gott ins Leben hereinlassen

Freitag der 5. Fastenwoche, 27. März 2026

Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen. Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. (Joh 11,31–38)

Die innige Beziehung von Maria und Marta zu Jesus bleibt nicht verborgen. Sie ist keine Privatsache. Die Menschen gehen mit und sehen, was passiert. Sie bemerken, wie Jesus um seinen Freund trauert. In die Anerkennung der Liebe Jesu zu den Seinen mischt sich der Zweifel: Wieso war er nicht da, als es passierte? Er hätte doch helfen können. Dann sehen sie, wie Jesus zum Grab des Freundes geht. Der Glaube ist nie nur privat, sondern eine gemeinsame Angelegenheit, die nach außen wirkt. Dazu muss er nicht vollkommen sein. Zweifel gehören zum Glauben. Wer sich ehrlich damit auseinandersetzt, kann dabei im Glauben wachsen. Maria und Marta führen Jesus zum Grab. Sie lassen ihn in ihr Leben. Wer ehrlich glaubt, auch mit Zweifeln, wird Gott in das eigene Leben einlassen.

Donnerstag, 26. März 2026

Die Hoffnung teilen

Donnerstag der 5. Fastenwoche, 26. März 2026

Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen. Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm. Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte. (Joh 11,24–30)

Marta hält am Glauben fest. Sie vertraut Jesus, auch wenn es ihr offensichtlich nicht leicht fällt. Jesus ist der Christus, der Messias. Damit verbunden ist die Zusage, dass er die Auferstehung und das Leben für die Seinen, für Marta, für Lazarus und für uns ist. Der Glaube ist existentiell, er spendet neues Leben und verändert unser Leben zum Guten. Marta muss das annehmen, auch wenn es sich gerade ganz anders anfühlt. Sie setzt einen weiteren Schritt und holt ihre Schwester, denn Vertrauen und Hoffnung müssen geteilt werden, damit Jesus ankommen kann, im Dorf, bei Maria, bei uns allen.

Mittwoch, 25. März 2026

Lebendige Hoffnung

Mittwoch der 5. Fastenwoche, Verkündigung des Herrn, 25. März 2026

Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus sitzen. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. (Joh 11,17–23)

Lazarus ist wirklich tot. Er liegt schon seit vier Tagen im Grab. In der jüdischen Tradition gilt ein Verstorbener nach drei Tagen als wirklich tot. Sein Tod ist endgültig. Deshalb kommen die Menschen von nah und fern zu den beiden Schwestern. Wenn Johannes von Juden spricht, weist er darauf hin, dass auch Gegner Jesu dabei sind, auch wenn keineswegs alle Juden damit als Gegner Jesu bezeichnet werden. Viele kommen, weil sie die Familie kennen und es Tradition ist, die trauernden Angehörigen zu trösten. In diese Situation kommt Jesus. Marta geht ihm entgegen, macht ihm zunächst einen Vorwurf, zeigt aber dann wieder ihr Vertrauen. Martas Glaube geht tief, deshalb hat sie die Hoffnung, dass Jesus auch jetzt noch eine Wende bringen kann. Auch in den schwersten Zeiten ist die Hoffnung lebendig und lässt uns nicht zugrunde gehen.

Dienstag, 24. März 2026

Wesentlich ist der Glaube

Dienstag der 5. Fastenwoche, 24. März 2026

Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken. Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden. Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen, während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf. Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt: Lazarus ist gestorben. Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen. Da sagte Thomas, genannt Didymus, zu den anderen Jüngern: Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben! (Joh 11,11–16)

Oft ist in den Evangelien davon die Rede, dass die Jünger Jesus nicht verstehen. Sie sehen den Ernst der Lage nicht. Lazarus schläft, weil er krank ist, und er wird gesund werden, so meinen sie. Jesus kennt die Wahrheit: Lazarus ist gestorben. In den Augen der Jünger ist das sein Ende, nicht aber für Jesus. Durch die Begegnung mit ihm wird auch sein Tod noch nicht endgültig sein. Das Wesentliche dabei ist der Glaube. Was geschehen wird, soll den Glauben der Jünger und all derer, die davon hören, stärken. Aber ein starker Glaube bewahrt nicht vor der Anfeindung, wie Thomas bemerkt. Die Feinde des Glaubens, zu denen die Gläubigen manchmal sogar selbst gehören, sind dort besonders gefährlich, wo der Glaube heilsam ist, den Menschen Kraft gibt und sie aufatmen lässt. Die Vierzig Tage sind eine Gelegenheit, im Glauben aufatmen zu können, gleichzeitig gilt es, wachsam zu sein.

Montag, 23. März 2026

Zu den Menschen gehen

Montag der 5. Fastenwoche, 23. März 2026

Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Die Jünger sagten zu ihm: Rabbi, eben noch suchten dich die Juden zu steinigen und du gehst wieder dorthin? Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist. (Joh 11,5–10)

Jesus hat ein Herz für die Seinen, geht aber nicht sofort hin. Es braucht noch etwas Zeit, bis er sich auf den Weg macht. Die Jünger sehen eine große Gefahr. Die Gegner Jesu sind schon auf ihn aufmerksam geworden und trachten danach, ihm Verfehlungen nachzuweisen, um ihn ausschalten zu können. Deshalb drängen die Jünger Jesus, nicht nach Judäa zu gehen. Sie wollen sichergehen, dass nichts passiert. Aber Jesu Sendung ist anders. Er will und muss zu den Menschen gehen, die ihn brauchen, auch wenn das eine Gefahr für ihn und sein Leben bedeutet. Die Treue zu seiner Sendung und die Haltung anderen Menschen gegenüber ist ein Vorbild für alle, die ihm nachfolgen.

Sonntag, 22. März 2026

Die Herrlichkeit Gottes

Fünfter Fastensonntag, 22. März 2026

Ein Mann war krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta. Maria war jene, die den Herrn mit Öl gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren abgetrocknet hatte; deren Bruder Lazarus war krank. Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes. Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. (Joh 11,1–4)

Die Erzählung von der Erweckung des Lazarus gehört zu den schönsten und geheimnisvollsten Texten im Johannesevangelium. Sie beginnt ganz schlicht, Lazarus ist krank und braucht Jesu Hilfe. Jesus kennt die drei Geschwister, Maria, Marta und Lazarus, weil er bei ihnen schon zu Gast war. Er hat ihnen schon Gutes erwiesen, deshalb bitten die Schwestern, er möge kommen. Er hört von der Krankheit, geht aber nicht sofort hin. Vielmehr spricht er mit den Jüngern über seine Sendung. Die Herrlichkeit Gottes soll sich an Lazarus vor der Welt zeigen. Gott handelt nicht unbedingt so, wie wir es erwarten, sondern nach seinen Maßstäben zum Guten.

Samstag, 21. März 2026

Das Wesentliche sehen

Samstag der 4. Fastenwoche, 21. März 2026

Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Da antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr, damit ich an ihn glaube? Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder. Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die nicht Sehenden sehen und die Sehenden blind werden. Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind? Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde. (Joh 9,35–41)

Nachdem er wieder sehen kann, hat sich der Mann in der Diskussion auf die Seite Jesu gestellt. Jetzt ist nur noch ein Schritt notwendig, damit sein neues Leben beginnen kann. Als er Jesus wieder trifft, sprechen sie über den Glauben, er fällt auf die Knie und glaubt an Jesus. Er hat mit den Augen sehen gelernt und mit dem Herzen. Es gibt so viel Blindheit in der Welt und oft auch im eigenen Leben. Wer Jesus begegnet, lernt auf neue Art das zu sehen, was für das Leben wesentlich ist. Die Erzählungen von den Blindenheilungen in den Evangelien sind eindrucksvolle Glaubensgeschichten. Die Vierzig Tage sind eine Einladung, wieder selbst sehend zu werden.

Freitag, 20. März 2026

Auf Jesu Seite stehen

Freitag der 4. Fastenwoche, 20. März 2026

Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Mose. Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt. Der Mensch antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet. Wir wissen, dass Gott Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er. Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat. Wenn dieser nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. (Joh 9,28–35)

Weil der von der Blindheit geheilte Mann vorsichtig bleiben und sich nicht gegen Jesus stellen will, greifen die Pharisäer jetzt ihn an. Sie sehen sich im Recht, wenn sie sich auf das Gesetz des Mose berufen. Das ist ihre Sicherheit. Der Mann aber sagt: Wenn Jesus mir die Augen geöffnet hat, dann kann er doch kein Sünder sein. Damit stellt er sich auf die Seite Jesu, der sich zuvor auf seine Seite gestellt und sein Leben zum besseren gewendet hat. Taten wie diese Blindenheilung sind es, die für Jesus sprechen. Wo er hinkommt, lernen Menschen, die vorher blind waren, wieder zu sehen. Die Vierzig Tage sind eine gute Gelegenheit, genau hinzuschauen und sich auf die Seite Jesu zu stellen.

Donnerstag, 19. März 2026

Die Macht des Vorurteils

Donnerstag der 4. Fastenwoche, Hl. Josef, 19. März 2026

Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehe. Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden? (Joh 9,24–27)

Die Pharisäer haben sich ernsthaft und intensiv mit Jesus beschäftigt. Sie reden dabei über ihn, nicht mit ihm. Die Erfahrung des geheilten Mannes passt nicht in ihre Vorstellung. Deshalb fragen sie ihn noch einmal und machen dabei deutlich, was sie von Jesus halten: Wer so handelt, muss ein Sünder sein. Sie haben ihr Urteil bereits getroffen. Der Mann hingegen bleibt vorsichtig. Er schildert nur das, worüber er sich ganz sicher ist. Er möchte sich nicht selbst in Schwierigkeiten bringen, aber auch an der Vorverurteilung Jesu nicht mitwirken. Heute werden sehr viele vorschnelle Urteile über andere gefällt, im Gespräch über andere oder in den digitalen Medien. Umkehr bedeutet, vorsichtig zu bleiben und nicht über andere zu urteilen.

Mittwoch, 18. März 2026

Religion und Ideologie

Mittwoch der 4. Fastenwoche, 18. März 2026

Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Er antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen und ich wusch mich und jetzt sehe ich. Einige der Pharisäer sagten: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. (Joh 9,13–16)

Die Pharisäer stehen hier für die Verteidiger der richtigen Religion und ihrer Vorschriften. Der Sabbat ist für die jüdischen Glauben sehr wichtig, daher achten sie so genau darauf, so sehr, dass über die Vorschriften das Heil des Menschen, der bisher in Dunkelheit gelebt hat, in Vergessenheit gerät. So ist es immer, wenn aus der Religion oder einer bestimmten Haltung eine Ideologie wird. Dabei wird anderen die Berechtigung für ihr Tun abgesprochen. So entstehen Spaltungen, und die Not der Menschen, die die anderen brauchen, wird vergessen. Die Vierzig Tage sind eine gute Gelegenheit, die eigenen Ansichten zu hinterfragen und Spaltungen zu überwinden.

Dienstag, 17. März 2026

Das Heil bemerken

Dienstag der 4. Fastenwoche, 17. März 2026

Die Nachbarn und jene, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden? Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte sehen. Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht. (Joh 9,8–12)

Die Menschen in der Stadt kennen einander nicht sehr gut, aber doch. Daher fragen sie sich, ob er wirklich der ist, von dem sie schon wussten, dass er blind war und betteln musste. Sie reden zuerst über ihn, bevor sie ihn selbst fragen. Er gibt bereitwillig Auskunft und erzählt, was mit ihm geschehen ist. Offensichtlich ist er noch überwältigt von seiner Erfahrung. Denn er hat sich noch nicht gefragt, wer dieser Jesus wirklich ist oder wo er zu finden sei. Er hat das Augenlicht geschenkt bekommen und muss jetzt mit der Situation zurechtkommen. Oft passiert etwas Heilsames, das zunächst noch gar nicht bemerkt oder realisiert wird. Dann braucht es ein wenig Zeit und die Bereitschaft, sich darauf einzulassen.

Montag, 16. März 2026

Die heilsame Begegnung mit Jesus

Montag der 4. Fastenwoche, 16. März 2026

Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Das heißt übersetzt: der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. (Joh 9,6–7)

Nachdem Jesus mit seinen Jüngern über Sünde und Reinheit gesprochen hat, wendet er sich dem blinden Mann selbst zu. Er ist da für die, die ihn brauchen. Eine einfache Geste, eine Berührung der Augen und die Reinigung im Teich bringen die ersehnte Heilung. Der Mann kann wieder sehen. Die Begegnung mit Jesus ist heilsam. Wer seinem Beispiel folgt, kann selbst mit kleinen, liebevollen Gesten für andere ein bisschen Licht in ihre Finsternis bringen.


Sonntag, 15. März 2026

Blindheit und Heilung

Vierter Fastensonntag, 15. März 2026

Unterwegs sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst oder seine Eltern, sodass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden. Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. (Joh 9,1–5)

Die Evangelien erzählen mehrmals davon, dass Jesus blinde Menschen wieder sehend macht. Bei Johannes ist das mit einem Gespräch über den Glauben, die Sünde und Gottes Handeln verbunden. Ist die Blindheit eine Strafe für eine frühere Sünde?, so fragen die Jünger. Jesus weist diese seltsame Logik zurück. Die Blindheit der Augen ist keine Folge der Sünde. Sie gehört zur menschlichen Begrenztheit. Neben der körperlichen Einschränkung gibt es die Blindheit des Herzens, die aus der eigenen Selbstbezogenheit stammt. Jesus möchte beide heilen und die Menschen aus der Enge und der Finsternis herausführen.

Samstag, 14. März 2026

Zur Verkündigung berufen

Samstag der 3. Fastenwoche, 14. März 2026

Aus jener Stadt kamen viele Samariter zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Rede glauben wir, denn wir haben selbst gehört und wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt. (Joh 4,39–42)

Ohne es zu ahnen, ist die samaritische Frau zu einer erfolgreichen Verkünderin geworden. Auch wenn die Leute sagen, sie müssen Jesus erst selbst sehen und hören, war doch sie es, die zuerst die Initiative ergriffen hat. Jesus hat mit ihr gesprochen, ihre Perspektive und damit ihr Leben geändert und sie damit in den Dienst des Reiches Gottes genommen. Auch heute ist die Verkündigung notwendig. Sie kann dann gelingen, wenn die eigene Glaubenserfahrung überzeugend weitergegeben wird. Die Vierzig Tage laden dazu ein, sich selbst in der Verkündigung zu engagieren.

Freitag, 13. März 2026

Die Sendung Jesu

Freitag der 3. Fastenwoche, 13. März 2026

Währenddessen baten ihn seine Jünger: Rabbi, iss! Er aber sagte zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt. Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht? Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden. (Joh 4,31–34)

Die Jünger meinen es gut mit Jesus. Er soll essen, ein bisschen an sich selbst denken, damit er bei Kräften bleibt. Jesus spricht aber von etwas anderem, von einer Speise, die innere Stärke verleiht. Es ist wichtig, auf sich selbst, die Gesundheit und das Wohlergehen zu achten. Das ist aber zu wenig, wenn es nur äußerlich bleibt. Um das zu erfüllen, was Gott von uns will, ist auch die innere, geistliche Stärke wichtig. Jesus hat eine Aufgabe, eine Sendung zu erfüllen. Er muss nach Jerusalem gehen und wird dort gekreuzigt werden. Der Glaube ist nicht immer einfach, trotzdem muss er konsequent gelebt werden.

Donnerstag, 12. März 2026

Begegnung verändert das Leben

Donnerstag der 3. Fastenwoche, 12. März 2026

Die Frau sagte zu Jesus: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus heißt. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, der mit dir spricht. Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, doch keiner sagte: Was suchst du? oder: Was redest du mit ihr? Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen, kehrte zurück in die Stadt und sagte zu den Leuten: Kommt her, seht, da ist ein Mensch, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Christus? Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm. (Joh 4,25–30)

Die Begegnung mit Jesus verändert das Leben. Die samaritische Frau gibt eine richtige Antwort. Was Jesus dann sagt, geht darüber noch hinaus. Er ist gekommen, um ihr das zu verkünden, was für ihr Leben selbst wichtig ist. Auch wenn sie die ganze Tragweite noch nicht erfassen kann, geht sie in die Stadt, um den anderen davon zu erzählen. Die Jünger wundern sich, sagen aber lieber nichts. Allen ist gemeinsam, dass sie kommen und schauen wollen, was passiert. Es ist gut, darauf zu achten, was Jesus tut. Besser noch ist, sich von ihm mitnehmen zu lassen.

Mittwoch, 11. März 2026

Was ist richtig?

Mittwoch der 3. Fastenwoche, 11. März 2026

Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. (Joh 4,19–24)

Wie verhält man sich in der Religion richtig? Die Frau ist keine Expertin, weiß aber, was sich gehört. Sie kennt die religiösen Unterschiede zwischen Juden und Samaritern und sie erkennt Jesus als einen, der für den Glauben und die Religion steht. Die Streitpunkte wirken äußerlich: Welcher Ort ist der Richtige für das Gebet? Aber sie haben in den Auseinandersetzungen große Bedeutung. Bis heute fragen viele: Was ist richtig? Jesus geht aber darüber hinaus. Wesentlich ist, im Geist und in der Wahrheit Gott anzubeten. Die Äußerlichkeiten können dabei helfen, aber auch hinderlich sein. Die Vierzig Tage laden ein, sich auf das Wesentliche zu besinnen.

Dienstag, 10. März 2026

Was wirklich wichtig ist

Dienstag der 3. Fastenwoche, 10. März 2026

Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen! (Joh 4,13–14)

Jesus verspricht das Wasser des ewigen Lebens. Die Frau hört aber nur das, was im Moment für sie wichtig scheint, sie soll keinen Durst mehr haben und muss daher nicht mehr kommen, um mit großer Anstrengung Wasser zu schöpfen. Viele Menschen sehnen sich nach ein bisschen Erleichterung im Leben und haben dabei keinen Blick für das Größere, das Jesus ihnen anbietet. Ihr Anliegen ist gut und wertvoll. Jesus möchte aber mehr für sie und mehr für alle Menschen. Die Vierzig Tage geben die Gelegenheit, sich zu fragen: Was ist wirklich wichtig in meinem Leben? 


Montag, 9. März 2026

Hinter die Vorurteile blicken

Montag der 3. Fastenwoche, 9. März 2026

Die Samariterin sagte zu Jesus: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um etwas zu trinken bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? (Joh 4,9–12) 

Der Dialog der Samariterin mit Jesus beginnt wie erwartet. Was hat die Frau mit Jesus zu tun, in ihren Augen ist er ein Fremder. Es gehört sich nicht, miteinander zu reden oder gar etwas voneinander zu erwarten. Lieber würde man durstig bleiben. Jesus lenkt das Gespräch in eine andere Richtung. Die Frau soll ihre Vorurteile beiseite schieben, sonst kann sie nicht erkennen, wem sie hier begegnet. Bis jetzt war er nur irgendein fremder Mann, der sie angesprochen hat. Jetzt geht es um das lebendige Wasser und damit um etwas Wesentliches für ihr eigenes Leben. Bei ihrer Antwort klingt Skepsis durch: Was ist es, das Leben schenkt? Wer bist du, dass Du mehr möchtest, als wir bisher hatten? Vorurteile prägen ihr Leben und Denken. Die Vierzig Tage laden ein, die eigenen Vorurteile zu überdenken.
 

Sonntag, 8. März 2026

Begegnung am Brunnen

Dritter Fastensonntag, 8. März 2026

Jesus kam zu einer Stadt in Samarien, die Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. (Joh 4,5–8)

Der dritte Sonntag führt uns zum Jakobsbrunnen im Land der Samariter. Sie sind bei den Israeliten nicht angesehen. Zwar glauben sie an Gott, haben von der Heiligen Schrift zumindest die Fünf Bücher des Mose, doch wird ihr Glaube als ungenügend betrachtet. Jesus kommt bei einer Reise zu einem Heiligtum, das auch für die Israeliten wichtig ist. Es erinnert an den Stammvater Jakob und seinen Sohn Josef und damit an die enge Verbindung aller Gläubigen. An diesem Ort kommt es zu einer Begegnung mit einer Frau. Sie hat am Brunnen zu tun, möchte aber vielleicht mit anderen, noch dazu mit Fremden, nichts zu tun haben. Jesus spricht sie an und äußert eine einfache Bitte um Wasser.
Jesus tritt plötzlich und unerwartet in ihr Leben und verlangt nichts Spektakuläres. So ist es oft, wenn Jesus Menschen braucht.

Samstag, 7. März 2026

Der Glaube des anderen Sohnes

Samstag der 2. Fastenwoche, 7. März 2026

Der Vater antwortete dem älteren Sohn: Mein Kind, du bist immer bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber man muss doch ein Fest feiern und sich freuen; denn dieser, dein Bruder, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. (Lk 15,31–32)

Der verlorene Sohn ist zurückgekommen, zur Freude seines Vaters. Trotz aller Zweifel hat er darauf vertraut, dass der Vater ihn wieder aufnimmt. Deshalb wird ein Fest gefeiert. Für den älteren Sohn, der geblieben ist und sich um den Willen des Vaters bemüht hat, wirkt das wie eine Zumutung. Ist das nicht übertrieben, gleich ein Fest zu feiern? Was ist mit ihm und all denen, die treu geblieben sind? Für Gott zählt jeder Mensch, auch die, die nach langen Verirrungen wieder zurückkommen. Es gibt so viele Arten, zu glauben und den Willen Gottes zu erfüllen, wie es Menschen gibt. Auch wenn ich selbst von meinem Glauben überzeugt bin, habe ich kein Recht, über den Glauben der anderen zu urteilen.

Freitag, 6. März 2026

Die Perspektive Jesu

Freitag der 2. Fastenwoche, 6. März 2026

Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; vom Herrn ist das geschehen und es ist wunderbar in unseren Augen? Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die Früchte des Reiches Gottes bringt. (Mt 21,42–43)

Jesus spricht mit deutlichen Worten zu den Ältesten und Angesehenen in seinem Volk. Die Begegnung mit ihm ist eine Herausforderung, weil er verlangt, die Sichtweise zu verändern, das scheinbar Anstößige anzunehmen und sich ihm anzuschließen. Sie können ihm nicht folgen und sind überzeugt, das Richtige zu tun. Das war immer schon so, warum soll es jetzt nicht mehr gut sein? Auch von uns verlangt Jesus, seine Perspektive einzunehmen. Die Vierzig Tage sind eine gute Gelegenheit, sich wieder darauf einzulassen und die alten, eingefahrenen Positionen zu überdenken.

Donnerstag, 5. März 2026

Rückkehr in den Alltag

Donnerstag der 2. Fastenwoche, 5. März 2026

Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemandem von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist! (Mt 17,9)

Nach der Erfahrung am Berg steigen die Apostel mit Jesus wieder hinab und kehren zurück in den Alltag. Das ist nicht einfach. So viel haben sie gesehen und noch nicht verarbeitet. Jesus sagt, sie sollen darüber noch nicht reden. Gerne würden sie ihre Erfahrungen und ihr Unverständnis mit anderen teilen, aber jetzt müssen sie es bei sich behalten und Vertrauen zu Jesus haben. Die Vierzig Tage machen uns bewusst, dass nicht alles von vornherein klar ist. Manches muss erst reifen. Bis dahin gilt es, die Unsicherheit auszuhalten. Jesus spricht von Ostern, die Erwartung der Begegnung mit dem Auferstandenen gibt Zuversicht.

Mittwoch, 4. März 2026

Fürchtet euch nicht!

Mittwoch der 2. Fastenwoche, 4. März 2026

Als die Jünger das hörten, warfen sie sich mit dem Gesicht zu Boden und fürchteten sich sehr. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf und fürchtet euch nicht! Und als sie aufblickten, sahen sie niemanden außer Jesus allein. (Mt 17,6–8)

Das Erlebnis ist für die Jünger überwältigend. Sie können den Anblick nicht länger ertragen, so stark fordert sie die Erfahrung heraus, und so stürzen sie zu Boden. Als sie wieder zu sich kommen, ist Jesus alleine, die Erscheinung ist zu Ende. Wie gut tut dieses Wort Jesu: Fürchtet euch nicht! Immer wieder sagt er es, damals zu den Aposteln und heute zu den Gläubigen. Es gibt so viel Angst in dieser Welt und so viel Anlass dazu. Wer aber fest im Glauben steht, kann Jesu Hand nehmen und sich aufrichten lassen, auch in diesen Vierzig Tagen.

Dienstag, 3. März 2026

Auf den Sohn Gottes hören

Dienstag der 2. Fastenwoche, 3. März 2026


Noch während er redete, siehe, eine leuchtende Wolke überschattete sie und siehe, eine Stimme erscholl aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. (Mt 17,5)

Die Verklärung ist mit einer Botschaft Gottes verbunden. Es geht um Jesus, auf den wir hören sollen. Der Glaube ist keine Ideologie, keine Sammlung von Geboten und Verboten, sondern die feste, persönliche und vertrauensvolle Verbindung mit ihm, Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Als Christin, als Christ zu glauben bedeutet, auf ihn in meinem Leben zu hören, ihm zu glauben, ihm nachzufolgen, sich ihm anzuvertrauen.

Montag, 2. März 2026

Den Moment festhalten

Montag der 2. Fastenwoche, 2. März 2026

Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus antwortete und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. (Mt 17,3–4)

Mose und Elija sind die Vertreter des Alten Testaments, vom Gesetz und den Propheten. Beide haben Gott am Berg Horeb erfahren, Mose im brennenden Dornbusch, Elija im leisen Säuseln. Petrus hat einen Sinn für das Praktische. Er möchte Hütten bauen, damit Mose und Elija noch länger bleiben. Aber der Moment lässt sich nicht festhalten. Erst wenn die überwältigende Erfahrung vorübergegangen ist, wird sich zeigen, wie sie den Glauben gestärkt hat. Das gilt auch heute für schöne, erhebende Glaubenserfahrungen, bei Begegnungen, einem schönen Gottesdienst oder an eindrucksvollen Orten.

Sonntag, 1. März 2026

Gott am Berg erfahren

Zweiter Fastensonntag, 1. März 2026

Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes zu sich und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. (Mt 17,1–2)

Der zweite Fastensonntag führt uns auf den Berg der Verklärung, wo wir gemeinsam mit Petrus, Jakobus und Johannes Anteil an einer wunderbaren Erfahrung nehmen dürfen. Berge sind seit jeher Orte besonderer Erfahrungen. Viele erleben das bis heute in den Bergen und suchen deshalb den Weg dorthin. Gott zeigt sich oftmals dort, wie die Bibel erzählt und viele Menschen wissen. Hier auf dem Berg verändert sich die Perspektive zu neuer Klarheit. Jesus erscheint strahlend, herrlich. Die Erfahrung des Berges erhebt zu großer Höhe. Seine Jünger dürfen daran Anteil haben und wir mit ihnen. Immer wieder gibt es solche Bergerfahrungen, die den Glauben erheben.

Samstag, 28. Februar 2026

Liebe über die Maßen

Samstag der 1. Fastenwoche, 28. Februar 2026

Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist! (Mt 5,43–48)

Gott will, dass wir vollkommen sind, so sagt Jesus und weist den Weg der Vollkommenheit: die Liebe zu allen Menschen, auch zu den Feinden. Alle Menschen sind Geschöpfe, Gott liebt sie, wie er die ganze Schöpfung liebt. Christus nachfolgen bedeutet, ihn nachzuahmen und zu handeln, wie er handelt. Der Maßstab des eigenen Handelns soll nicht sein, was alle anderen tun, sondern was Gott tut. Die Liebe soll über das normale Maß hinausgehen. Das ist keine einfache Forderung, vielmehr ein hohes Ideal. Nicht alles davon wird gelingen, aber es ist ein wichtiges Ziel.


Freitag, 27. Februar 2026

Bereit zur Versöhnung

Freitag der 1. Fastenwoche, 27. Februar 2026

Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe! (Mt 5,23–24)

Gebet und Gottesdienst sind gut und wichtig. Sie bringen aber nur dann Frucht, wenn die eigene Haltung damit übereinstimmt. Wer unversöhnt, im Streit oder mit Argwohn anderen gegenüber zum Gottesdienst geht, wird kein Heil finden. Das ist dann eine äußerliche Frömmigkeit, die Jesus ablehnt. Wer selbst nicht zur Versöhnung bereit ist, dazu keine Schritte setzt, kann Gott nicht ehrlichen Herzens um Versöhnung bitten und wird sie nicht finden.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Gott sendet Engel

Donnerstag der 1. Fastenwoche, 26. Februar 2026

Darauf ließ der Teufel von ihm ab und siehe, es kamen Engel und dienten ihm. (Mt 4,11) 

Die Erzählung über Jesus in der Wüste schließt mit der kurzen Bemerkung, dass der Teufel ihn verlässt. Nachdem er den Versuchungen widerstanden hat, sendet Gott Engel, um ihn zu versorgen. Genauso ist es Elija gegangen, als er in die Wüste geflüchtet war, bevor er wieder zurückgehen sollte. Engel Gottes wirken immer wieder dort, wo Menschen Hilfe brauchen, die Gott ihnen schenkt. Oft werden sie dabei auch gar nicht bemerkt. Es könnte sein, dass auch mir schon ein Engel geholfen hat. Andererseits möchte Gott, dass auch wir für andere zu Engeln werden, die in die Wüsten ihres Lebens kommen und ihnen beistehen.
 

Mittwoch, 25. Februar 2026

Die Macht des Bösen

Mittwoch der 1. Fastenwoche, 25. Februar 2026

Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen. (Mt 4,8–10)

Die dritte Versuchung wirkt weit weg und ist doch aktueller denn je. Nicht weniger als die Herrschaft über die ganze Welt scheint für den möglich, der sich vor dem Herrscher des Bösen niederwirft. Die ganze Macht des Bösen wird spürbar, wenn Kriegstreiberei, Lüge, Betrug oder Manipulation zum Sieg führen. Auch im Alltag kommt es immer wieder vor, dass Menschen für einen kurzfristigen Erfolg skrupellos vorgehen. Die Götzen von Macht, Reichtum, Erfolg geben scheinbar denen Recht, die sie anbeten. Doch Jesus weist darauf hin, dass nur der Weg des Guten, der Weg Gottes, des Herrn, letztlich zum Ziel führt. 

Dienstag, 24. Februar 2026

Gott nicht auf die Probe stellen

Dienstag der 1. Fastenwoche, 24. Februar 2026

Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er um deinetwillen, und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. (Mt 4,5–7)

Die zweite Versuchung scheint verlockend: sich von den Mauern des Tempels fallen zu lassen, das eigene Leben zu riskieren, um auszuprobieren, ob Gott mich rettet. Handelt Gott, wenn ich ihn darum bitte? Tut er das, was ich von ihm erwarte? Wer so denkt, stellt Gott schon auf die Probe. Es ist gut und richtig, von Gott Hilfe in der Not zu erbitten. Gott will, dass wir das Gute von ihm erwarten. Gott aber wird dann auf die Probe gestellt, wenn nicht das Gute, sondern die eigene Geltungssucht, der Eigennutz auf Kosten anderer oder eine oberflächliche Spielerei im Mittelpunkt steht. Es kommt auf die Ehrlichkeit bei meinen eigenen Motiven an.

Montag, 23. Februar 2026

Das Wort schenkt Leben

Montag der 1. Fastenwoche, 23. Februar 2026

Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. (Mt 4,3–4)

Die erste Versuchung ist, aus Steinen Brot zu machen, dem körperlichen Bedürfnis nachzugeben und sich so dem Fasten zu entziehen. Jesus erinnert daran, dass das leibliche Wohl nicht alles ist. Gerade heute, wo Nahrung im Überfluss zur Verfügung steht und von allzu oft nicht geschätzt wird, ist das höchst aktuell. Dass sie alles haben können, macht die Menschen nicht zufriedener und führt nicht zur Dankbarkeit. Vielmehr haben viele das Gespür für den großen Wert des Wortes, das Heil und Leben bringt, für die Begegnung mit Jesus verloren. Das Bewusstsein für den hohen Wert des Brotes und des guten Wortes zu erneuern, tut gut.

Sonntag, 22. Februar 2026

Jesus in der Wüste

Erster Fastensonntag, 22. Februar 2026

Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel versucht werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Da trat der Versucher an ihn heran. (Mt 4,1–3a)

Der erste Fastensonntag erinnert an die Versuchung Jesu in der Wüste. Es ist nicht ungewöhnlich, dass er zur Vorbereitung seiner irdischen Verkündigung in die Wüste geht, um sich den Gefahren, Herausforderungen und Widrigkeiten seiner Sendung zu stellen. Er fastet und betet vierzig Tage. Damit ist er das Vorbild für unsere eigene Vorbereitung auf das Osterfest. Die Wüste ist ein Ort besonderer Klarheit. Hier werden die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Lebens offenbar. Hier begegnet Jesus dem Versucher, dem Diabolos, der alles durcheinanderbringt, wie sein Name sagt. Drei Versuchungen sind es, die der Teufel mit überraschender Bibelfestigkeit vorbringt. Jesus weist sie nicht einfach nur zurück, sondern lässt sich auf eine Diskussion ein. Er macht aus der Heiligen Schrift heraus deutlich, welchen Weg der Glaube weist. Die Vierzig Tage laden ein, sich den Wüsten des eigenen Lebens zu stellen.

Samstag, 21. Februar 2026

Das Gebet aus dem ehrlichen Herzen

Samstag nach Aschermittwoch, 21. Februar 2026

Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler! Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6,5–6)

Viele Menschen beten aus Dankbarkeit und öfter noch in der Not. Die unzähligen Kerzen, die in den Kirchen brennen, sind ein Zeichen dafür. Oft fehlen die Worte, dann geschieht das Gebet stumm und Gott versteht es trotzdem. Jesus warnt vor der Heuchelei, die auch beim Beten vorkommt. Andere um das Gebet bitten, ist dabei nicht gemeint, aber jede Prahlerei. Wer sagt: Ich kann nicht beten, oder: Ich brauche nicht beten, prahlt ebenso wie die, die demonstrativ vor allen anderen beten. Wichtig ist, dass das Gebet aus einem ehrlichen Herzen kommt.


Freitag, 20. Februar 2026

Das Gute im Übermaß

Freitag nach Aschermittwoch, 20. Februar 2026


Wenn du Almosen gibst, posaune es nicht vor dir her, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden! Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6,2–4)

Es ist ein angenehmes Gefühl, etwas Gutes zu tun. Wer anderen hilft, darf sich darüber selbst freuen. Wenn aber das Gute nur für das Gefühl getan wird, dann fehlt etwas. Wer mit freiem Herzen etwas gibt, fragt nicht, wozu es nutzt oder was damit passiert, denn das Gute ist nicht messbar. Selbstverständlich, ohne Hintergedanken und verschwenderisch Gutes tun, das ist die Haltung, die Jesus verlangt. Dann stärkt das Almosen die, die es empfangen, genauso wie die, die es geben.


Donnerstag, 19. Februar 2026

Sehen und gesehen werden

Donnerstag nach Aschermittwoch, 19. Februar 2026

Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. (Mt 6,1)

Social Media und andere moderne Kommunikationstechnologien bringen Menschen zusammen und tragen dazu bei, Informationen schnell zu verbreiten. Sie haben auch Gefahren. So versuchen viele, sich möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Sie wollen gesehen werden. Wer von anderen gesehen wird, gilt mehr, so ist die Meinung. Das ist menschlich. Und doch warnt Jesus vor so einer Haltung. Es kommt nicht darauf an, wer von den anderen viel Lob erhält, sondern darauf, was ich selbst in meinem Leben, nach meinen Möglichkeiten an Gutem tue.


Mittwoch, 18. Februar 2026

Bewusst auf Ostern zugehen

Aschermittwoch, 18. Februar 2026

Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6,16–18)

Viele fasten, um abzunehmen, gesund zu sein oder aus anderen Motiven. Am Aschermittwoch fasten auch noch viele, weil es zu diesem Tag gehört. Sich einzuschränken, bewusst auf etwas zu verzichten, auf die eigene Ernährung zu achten ist sicher etwas Gutes. Zum Fasten wird das, wenn es auch mit einer inneren Erneuerung einhergeht. Wer um des eigenen Glaubens willen auf etwas verzichtet, kann sich auf etwas Neues vorbereiten. Wer nicht so sehr auf den Moment schaut, wird bewusster auf Ostern zugehen. Freilich geht es nicht um das Fasten selbst, sondern um die Erneuerung und darum, die eigene Umgebung wieder bewusster wahrzunehmen. Die anderen müssen nicht merken, dass ich faste, aber ich soll wieder genauer auf sie schauen.
 

Der Weg der Vierzig Tage mit dem Evangelium

Impulse zur Fastenzeit 2026

Die Zeit der Vorbereitung auf das Osterfest wird meist Fastenzeit, auch österliche Bußzeit genannt. Im Lateinischen heißt sie schlicht Quadragesima, die Zeit der 40 Tage. Werden die sechs Sonntage nicht mitgezählt, sind es genau 40 Tage von Aschermittwoch bis zur Osternacht. Die Zeit dient der Vorbereitung auf das Osterfest. Fasten gehört dazu, vor allem aber ist es eine Zeit zur Vertiefung des Glaubens.

Der Glaube ist nicht einfach in vollkommener Weise da, sondern er gleicht einem Weg, der das eigene Leben zu Gott hinführt. Die Evangelien der fünf Fastensonntage, besonders im heurigen Lesejahr A, markieren wesentliche Punkte auf diesem Weg des Glaubens. So sollen bei diesen Impulsen besonders Texte aus den Sonntagsevangelien leitend sein.