Montag, 14. April 2025

Ein Knecht für alle

Montag der Karwoche, 14. April 2025


Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Nationen das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. (Jes 42,1-3)

Der Knecht des Herrn, von dem der Prophet spricht, handelt nicht laut und auffällig, sondern leise, dafür nachhaltig. Denn er stärkt das Gute, das schon da ist. Er ist für alle da, die sich ansprechen lassen. Es gibt viele, die noch weit weg sind, ganz in eine andere Richtung gehen oder noch nicht so weit sind. Auch der eigene Weg führt oft über Umwege. Sie sucht er und lädt sie ein. Jesus ist für alle Menschen gekommen, nicht nur für eine kleine, abgeschlossene Gruppe. Genauso soll die Kirche für alle offen sein, um sie zu Jesus zu führen.

Sonntag, 13. April 2025

Freude an der Begegnung mit Jesus

Palmsonntag, 13. April 2025


Als Jesus sich schon dem Abhang des Ölbergs näherte, begann die Schar der Jünger freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben wegen all der Machttaten, die sie gesehen hatten. Sie riefen: Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Ehre in der Höhe! Da riefen ihm einige Pharisäer aus der Menge zu: Meister, weise deine Jünger zurecht! Er erwiderte: Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien. (Lk 19,37-40)

Die Begegnung mit Jesus ruft Begeisterung bei seinen Jüngern hervor. Sie loben Gott und singen laut. Sie preisen Jesus als ihren König, der von Gott kommt. Die Mächtigen fühlen sich davon gestört und wollen das unterbinden. Jesus aber sagt, der Geist Gottes lässt sich nicht verbieten. Wo die Menschen die Machttaten Gottes spüren, da ist Freude, die sich äußert. Die Freude ist ein Zeichen eines echten, tiefen Glaubens. Wer Gott erfahren hat, möchte davon erzählen. Die Freude des Palmsonntags wird in wenigen Tagen mit der Trauer des Karfreitags konfrontiert. Doch zunächst beginnt die Karwoche draußen, mit dem gut hörbaren Ruf: Hosanna dem Sohne Davids!

Samstag, 12. April 2025

Fröhliche Almosen

Samstag der 5. Fastenwoche, 12. April 2025


Denkt daran: Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten; wer mit Segen sät, wird mit Segen ernten. Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang; denn Gott liebt einen fröhlichen Geber. (2 Kor 9,6-7)

Nicht die Vernunft oder gar die Berechnung soll bestimmen, wie viel ich gebe, sondern das Herz. Wer gerne anderen schenkt, ist ein Segen und zugleich ein Lobpreis für Gott. Wichtig ist die Gabe, wichtiger noch die Haltung dahinter. Großzügige Menschen haben ein reineres Herz und sind deshalb fröhlicher. Sich am Geben und an den Gaben freuen, ist ein guter Einstieg in die Karwoche.

Freitag, 11. April 2025

Das Gute verlangt nach mehr

Freitag der 5. Fastenwoche, 11. April 2025


Er blickte auf und sah, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten. Er sah aber auch eine arme Witwe, die dort zwei kleine Münzen hineinwarf. Da sagte er: Wahrhaftig, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle anderen. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hineingeworfen; diese Frau aber, der es am Nötigsten mangelt, hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben. (Lk 21,1-4)

Wie so oft spricht Jesus zu denen, die meinen, ohnehin schon genug zu tun. Doch das Gute ist nicht messbar. Dass die Frau arm ist, hält sie nicht davon ab, ihr Opfer zu geben. Trotz materieller Armut hat sie einen persönlichen Reichtum im Guten. Jede Gabe ist wertvoll. Und doch fordert Jesus uns auf, nach der Vollkommenheit zu streben und mehr zu tun, als das Übliche. Die Vierzig Tage sind eine Aufforderung, im Glauben und im Handeln weiter zu gehen als bisher.

Donnerstag, 10. April 2025

Heute das Gute tun

Donnerstag der 5. Fastenwoche, 10. April 2025


Kind, das Leben des Armen beraube nicht und lass die Augen des Bedürftigen nicht warten! Betrübe eine hungernde Seele nicht und erzürne einen Mann in seiner Ausweglosigkeit nicht! Ein erzürntes Herz errege nicht und verweigere nicht dem Notleidenden eine Gabe! Einen bedrängten Bittsteller weise nicht ab und wende dein Gesicht nicht ab vor einem Armen! (Sir 4,1-4)

Es gibt viele unterschiedliche Formen der Not und Bedürftigkeit, materielle und seelische. Not ist immer drängend, das haben sie alle gemeinsam. Oft reicht eine Kleinigkeit: ein Bissen Brot, ein gutes Wort, ein Anruf, wenige Minuten Geduld, ein freundlicher Blick. Es gibt viele Möglichkeiten, anderen etwas Gutes zu tun, auch wenn es nur eine Kleinigkeit zu sein scheint. Es kommt darauf an, aktiv zu werden, nicht bis irgendwann zu warten, sondern heute zu handeln.

Mittwoch, 9. April 2025

Selbstverständlich das Gute tun

Mittwoch der 5. Fastenwoche, 9. April 2025


Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6,3-4)

Manche tun Gutes, um von anderen gesehen zu werden. Andere tun es, um sich besser zu fühlen. Das hat sicher seinen Wert. Jesus aber fordert uns auf, Gutes zu tun, dabei nicht auf andere zu achten und sogar selbst nicht mehr daran zu denken. Damit entgehen wir der Gefahr, das Gute aufzurechnen. Gutes zu tun, soll ganz selbstverständlich werden. Die Vierzig Tage sind eine gute Gelegenheit, das einzuüben.

Dienstag, 8. April 2025

Großzügig den Überfluss teilen

Dienstag der 5. Fastenwoche, 8. April 2025


Von deinem Brot gib dem Hungernden und von deinen Kleidern den Nackten! Von allem, was du im Überfluss hast, gib Almosen, Kind! Dein Auge blicke nicht neidisch, wenn du Almosen gibst! (Tob 4,16)

Während heute viele Menschen im Überfluss leben, gibt es gleichzeitig auch viele Arme. Eine kleine Gabe verändert die Ungerechtigkeit nicht, aber sie hilft, konkrete Not jetzt zu lindern. Trotzdem fällt es vielen schwer, von ihrem Überfluss auch nur ein kleines bisschen abzugeben. Großzügig und ohne Hintergedanken zu geben, das sollte für ein christliches Leben selbstverständlich sein. Selbst gut zu handeln macht Freude.